Twitter unterstützt Bitcoin-Zahlung per iPhone – folgt jetzt BTC-Rallye wie bei PayPal-News?

Es klingt nach bullischen News für den Bitcoin-Kurs: Der weltweit führende Kurznachrichtendienst Twitter hat angekündigt, Bitcoin als Zahlungsmittel zu integrieren. Wie das genau funktioniert und ob die Nachricht einen ähnlichen starken Effekt auf den BTC-Kurs haben kann, wie im vergangenen Jahr die Integration von Bitcoin beim Zahlungsdienstleister PayPal, zeigt der Überblick.

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Trinkgeld von Twitter-Followern bekommen

Twitter hat offiziell in seinem Blog erklärt, dass die Trinkgeldfunktion des Kurznachrichtendienstes namens Tips künftig mit verschiedenen Zahlungsoptionen von den Nutzern verwendet werden kann.

Ähnlich wie beim Trinkgeld im Restaurant belohnen Kunden mit Tips Twitter-Konten, die aus ihrer Sicht eine besondere Würdigung verdient haben. Ein Grund kann zum Beispiel sein, dass man ein großer Fans des Twitter-Nutzers ist, weil er leidenschaftlich über ein Thema berichtet, dass einen selbst interessiert. Dies können zum Beispiel auch die vielen Krypto-Influencer auf Twitter sein, die dort regelmäßig Nachrichten zu Bitcoin & Co. veröffentlichen oder Kursprognosen abgeben, um damit Anlegern auf Handelsbörsen wie eToro gute Chancen für den Kauf von Bitcoin oder bestimmten Altcoins aufzuzeigen.

Mit einem Trinkgeld kann man sich aber auch z. B. solidarisch mit einem Kleinunternehmer zeigen, der etwa durch die Corona-Krise eine schwere Zeit hatte und über jede kleine Spende dankbar ist. Vielleicht gibt es auch ein bestimmtes Projekt eines Twitter-Nutzers, dass mit Tips unterstützt werden soll. Manchmal reicht vielleicht aber auch ein kluger oder witziger Kommentar, der gewürdigt werden soll.

Neue Zahlungsmethoden für Tips

Nutzer von Twitter erkennen die Tips-Funktion anhand eines Symbols, dass auf den Twitter-Profilen angezeigt wird. Wer auf das Symbol klickt, bekommet alle Zahlungsdienste angezeigt, die unterstützt werden. Dies waren laut dem offiziellen Twitter-Post bislang folgende:

  • Bandcamp
  • Cash App
  • Quietschfidel
  • Patreon
  • Razorpay
  • Vermögeneinfach Bargeld
  • Venmo

Jetzt wird die Tringeldfunktion jedoch um folgende Services erweitert:

  • GoFundMe – eine Online-Fundraising-Plattform
  • PicPay – eine brasilianische mobile Zahlungsplattform

Die Trinkgeld-Funktionen stehen zunächst nur für Kunden zur Verfügung, die über ein Gerät mit iOS System verfügen. Demnach können iPhone-Nutzer die Dienste bereits nutzen, während sich alle Kunden, die ein Smartphone oder Tablet mit Android-Betriebssystem haben, noch ein paar Wochen gedulden müssen.

Bitcoin-Zahlungen über Strike zunächst nur in USA und El Salvador

Die interessante Neuerung für Krypto-Fans ist jedoch die Einführung von Bitcoin als Trinkgeld-Zahlungsmittel. Die Abwicklung per BTC erfolgt über die Anwendung Strike, die auf dem Bitcoin Lightning Network basiert. Der Dienst ermöglicht es, Bitcoin zu senden und zu empfangen. Die Zahlung sollten dabei sekundenschnell und kostenfrei abgewickelt werden.

Allerdings gibt eine wesentliche Einschränkung. Zunächst stehen die Dienste von Strike zur BTC-Zahlung bei Twitter nur Kunden aus den USA (ausgenommen Hawaii und New York) und El Salvador zur Verfügung. Strike bietet dabei auch eine eigene App für Mobilgeräte an.

Dass nehmen den USA gerade El Salvador unterstützt wird, verwundert nicht. Denn schließlich hat der kleine Staat an der Pazifikküste jüngst für große Schlagzeilen gesorgt, in dem es Bitcoin neben dem Dollar zur offiziellen Landeswährung erhoben hat. Die Entscheidung ist im Land selbst allerdings umstritten, wie kryptoszene.de berichtete.

Nutzer die BTC auf Twitter als Trinkgeld verwenden wollen, müssen sich in den genannten Märkten mit einem Strike-Konto anmelden und einen Strike-Benutzernamen festlegen. Dabei kann jede Bitcoin Lightning-Brieftasche verwendet werden, um Tipps an das Strike-Konto einer Person zu senden. Ob und wann die Strike-Funktion in weiteren Ländern zur Verfügung steht, teilte Twitter nicht mit.

Jedoch ist es gut möglich, dass die Zahlung mit Digitalwährungen wie Bitcoin auf weitere Märkte erweitert wird. Denn Twitter teilte dazu Folgendes mit: „Wir möchten, dass jeder auf Twitter Zugang zu Wegen hat, um bezahlt zu werden. Digitale Währungen, die mehr Menschen ermutigen, an der Wirtschaft teilzunehmen und den Menschen helfen, sich gegenseitig Geld über Grenzen und mit so wenig Reibung wie möglich zu schicken – helfen uns, dorthin zu gelangen.“

BTC-Zahlung an beliebige Bitcoin-Brieftasche

Doch es gibt noch eine weitere Möglichkeit, Bitcoin beim Kurznachrichtendienst als Zahlungsmittel zu verwenden. Nutzer von Twitter, die Trinkgelder in BTC erhalten wollen, können ihrem Profil eine Bitcoin-Adresse hinzufügen. Die Adresse kann dann einfach kopiert werden und in eine Bitcoin-Brieftasche eigener Wahl einfügt werden, um direkt eine Zahlung zu senden.

Die Zahlung von Tips ist weiterhin nur für Nutzer möglich, die mindestens 18 Jahre alt sind und der allgemeinen Trinkgeldrichtlinie von Twitter zustimmen.

Die Bitcoin-Integration bei Twitter ist zweifellos eine gute Nachricht für den Kryptomarkt. Denn sie zeigt einmal mehr, dass die BTC-Adaption weltweit voranschreitet. Welche Effekte solche Entwicklungen für den Bitcoin-Kurs haben können, zeigt eindrucksvoll das Beispiel von PayPal.

Erinnerungen an PayPal-News 2020

So hatte der weltweit größte Zahlungsdienstleister im vergangenen Herbst die Integration von Kryptowährungen angekündigt. Neben Bitcoin wurde in der damaligen Nachricht auch die Unterstützung von Ethereum, Litecoin und Bitcoin Cash verkündet.

Die Nachricht verhalft dem Bitcoin-Kurs zu einem massiven Kursanstieg. Bewegte sich BTC bis dahin noch in Bereichen um 10.000 Dollar, startete dann die historische Rallye von BTC/USD, die den Kurs zunächst bis auf die Rekordständen von 2017 bei 20.000 Dollar führte. Doch damit nicht genug. Innerhalb des Bullenzyklus erreichte Bitcoin – unterstützt durch weitere bullische News wie das 1,5 Milliarden Dollar Tesla-Investment in BTC – unglaubliche Höchststände von 65.000 Dollar. Damit hat sich der Kurs seit der PayPal-News in der Spitze mehr als versechsfacht.

Die Frage ist, ob die Twitter-Ankündigung zur BTC-Integration einen ähnlich starken Kurseffekt auf Bitcoin haben wird. Und die Antwort muss „eher nicht“ lauten. Denn es gibt ein paar feine Unterschiede zwischen PayPal- und Twitter-Integration von BTC.

Kurseffekt dürfte kleiner ausfallen

Der wichtigste Unterschied ist, dass Twitter „lediglich“ eine Trinkgeld-Funktion in BTC unterstützt. Dies ist natürlich nicht vergleichbar mit PayPal, wo Bitcoin als vollständiges Zahlungsmittel dient. Twitter ist und bleibt jedoch in erster Linie ein Kurznachrichtendienst und die Tips-Funktion ist letztendlich nur eine kleine Zusatzfunktion für die Kunden. Ganz anders bei PayPal. Hier ist die Zahlungsabwicklung der Kern des Geschäftsmodells von PayPal.

Weiterhin werden deutlich weniger Kunden von einer Trinkgeldfunktion auf Twitter gebrauch machen als Zahlungen über PayPal abgewickelt werden. Denn die meisten Twitter-Nutzer nutzen die Plattform ausschließlich dafür, sich über gewisse Themen zu informieren. Die Bereitschaft darüber Trinkgelder zu versenden dürfte begrenzt sein.

Und schließlich ist die aktuelle Situation nicht vergleichbar mit dem Kryptomarkt vor einem Jahr. Damals notierte Bitcoin noch weit unter alten Allzeithochs von 2017 und es gab auch viele andere Gründe, die die Rallye unterstützt haben. Heute hingegen, hat BTC gerade einen langen Bullenmarkt hinter sich, so dass eine Versechsfachung der Kurse zumindest nicht kurzfristig zu erwarten ist.

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Steffen Bösweich

Steffen hat Medien, Politik und Kulturwissenschaft studiert und nebenher bereits erste Erfahrungen im Print-, Radio- und Hörfunkjournalismus gesammelt. Nach seinem Studienabschluss hat er seine Journalistenausbildung in einem Verlag für Wirtschaft & Sport absolviert. Dem Wirtschaftsjournalismus ist er auch bei seinen weiteren Tätigkeiten als Redakteur stets treu geblieben und verfügt inzwischen über mehr als zehn Jahre Berufserfahrung. Er interessiert sich für Finanzthemen aller Art, Aktien und Kryptowährungen sind sein Steckenpferd.

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