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Swaps: Was sie sind und wie man sie handelt

Schon mal von Swaps gehört? Wir haben die wichtigsten Informationen zu diesem spannenden Finanzprodukten zusammengetragen. So lernen Sie, wie man Swaps handelt.
Autor: Philip G.
Zuletzt Aktualisiert: 12. Februar 2020

„Swap“ ist das englische Wort für „Tausch“. Genauer geht es hierbei um den Wechsel von Verbindlichkeiten oder Forderungen. Dies betrifft in erster Linie alle möglichen Finanzderivate. Die Basis ist der Austausch von Zahlungsströmen zwischen zwei Partnern. Das Ziel einer solchen Vereinbarung ist es, die kooperativen Kostenvorteile auszunutzen. Diese entstehen durch die unterschiedlichen Kostenvorteile, die die einzelnen Swap Partner in den jeweiligen Märkten haben. Swaps können hierdurch leichter handelbar sein und ihre eigenen Märkte über mehr Liquidität verfügen, als der Markt ihrer Basiswerte.

Inhalt

    Forex Swaps

    Ein Forex Swap (abgekürzt auch FX Swap) ist ein zweiseitiges Finanzmarktgeschäft, in welchem der Tausch von zwei Währungen eingeschlossen ist. Teilweise werden sie auch unter dem Begriff Devisenswaps gehandelt. Praktisch geht es um den Tausch einer Währung zu einem gewissen Zeitpunkt und Wechselkurs gegen eine andere Währung. Der später stattfindende Rücktausch der zwei Währungspaare ist ebenfalls mit in den Prozess eingeschlossen. Es sind also immer beide Tauschvorgänge, mit allen Details, klar vordefiniert. Der Wechselkurs für den Rücktausch wird bereits zu Beginn des Handels vereinbart.

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    Somit beinhalteten Forex Swaps entweder ein Devisentermingeschäft oder ein Kassageschäft, die in diesem Fall entgegensetzt verlaufen. Kassageschäfte sind standardisierte Finanzinstrumente, die nach zwei Arbeitstagen von beiden Vertragsparteien zu erfüllen sind. Das Devisentermingeschäft nutzt Devisen für den Basiswert. Die aktuell gängigste Konstellation eines Forex Swaps ist das Devisen-Kassageschäft (auch FX Spot genannt) gegen ein Devisen-Termingeschäft (FX Forward).

    Für einen zukünftigen Forex Swap werden sämtliche Termine und Devisen für den Tausch und Rücktausch zur gleichen Zeit zwischen den beiden Parteien beschlossen. Hierbei gilt es zu beachten, dass die Zeitspanne zwischen den beiden Transaktionen durchaus mehrere Tage oder sogar einige Wochen betragen kann.
    Für den Handel muss in der Regel eine Gebühr an den jeweiligen Broker abgeführt werden. Diese wird berechnet, wenn eine Devise über Nacht auf dem Konto des Händlers verbleibt. Dauert der Forex Swap also 2 Wochen wird hierfür 14 mal die Gebühr erhoben. Auf der anderen Seite kann der Trader natürlich auch Gutschriften oder Rabatte bekommen. Dies hängt maßgeblichen von dem jeweiligen Trader ab. Ein Beispiel wäre, wenn der Trader innerhalb eines Forex Swaps eine Währung verkauft und zur gleichen Zeit die Währung eines anderen Landes im Tausch einkauft, deren Zinsen höher sind, als die der ursprünglichen Währung, die verkauft wurde.

    Swap ETFs und Rohstoff-Swaps

    Auch ETFs lassen sich mittels eines Swaps handeln. Genau wie bei den Forex Swaps werden die Parameter Zahlungsstrom und Devisentermin vorab vereinbart. Konkret bedeutet das im Fall von Swap ETFs, dass die jeweilige Wertentwicklung des Basis-Portfolios des ETFs gegen den zukünftigen Wert des abzubildenden Index getauscht wird. Swap ETFs sind zum Beispiel der „Funded Swap“ oder auch der „Unfunded Swap“ (gedeckter oder ungedeckter Swap).

    Bei einem Rohstoff-Swap ist die Zahlungsverpflichtung einer oder beider Partner an den jeweiligen Preisindex des bestimmten Rohstoffes gebunden. Abgeschlossen werden diese Swaps zumeist über eine bestimmte Menge oder Art des Rohstoffes. Ein (Handels-)Partner zahlt hierbei den aktuell üblichen Marktpreis und der andere den für die jeweilige Laufzeit bestimmten Preis für den Swap.

    Ein Beispiel hierfür ist eine Fluggesellschaft, die eine feste, vordefinierte Zahlung an einen Erdöllieferanten zahlt. Der Betrag orientiert sich hierbei an den aktuellen Preisen für den Verkauf bzw. den Erwerb des Rohstoffes. Hierdurch sind beiden Parteien innerhalb der jeweiligen Laufzeit des Swaps gegen Schwankungen im Ölpreis abgesichert.

    Credit Default Swap

    Dieser besondere Swap soll Kreditausfallrisiken auffangen. Es ähnelt einer Kreditausfallversicherung, da der Swap viele Ähnlichkeiten mit einer „normalen“ Versicherung hat.
    Mit dem Ausfallrisiko kann nun gehandelt und spekuliert werden. Der Gewinn wird durch die Auffangprämie generiert. Diese erhält der Übernehmer des Risikos zum Ende der Laufzeit. Der Vertrag wird zwischen zwei Parteien geschlossen. Dieser nimmt Bezug auf einen Referenzschuldner, wodurch sich der Basiswert ergibt. Häufig handelt es sich hierbei um sehr große Unternehmen, die auch auf dem Kapitalmarkt notiert sind.

    Der Sicherungsnehmer zahlt eine laufend zu entrichtende Prämie. Im Gegenzug erhält er von dem Vertragspartner eine Ausgleichszahlung, wenn der Referenzschuldner ausfallen sollte. Jedoch erhält der Sicherungsnehmer die komplette Ausgleichszahlung auch dann, wenn ihm gar kein finanzieller Schaden entstanden ist.

    Währungs- und Zinsswap

    Ein Währungsswap, der häufig auch „Currency Swap“ genannt wird, stellt ebenfalls eine Art von Finanzderivat dar. Hierbei tauschen zwei Partner Kapital- oder Zinszahlungen aus, welche auf unterschiedlichen Währungen basieren. Zu Beginn, als auch zum Ende der Laufzeit, findet ein Tausch der Nominalbeträge statt. Zinsunterschiede werden also mit dem Swapsatz ausgeglichen.

    Zinsswaps gehören zu den bekanntesten Swaps, da es hierbei um Geldanlagen geht. Bei diesem Swap wird eine gegenseitige Vereinbarung getroffen, bei der die zukünftigen Zinszahlungen getauscht werden. Sollten im Rahmen der Zinszahlungen Verbindlichkeiten vorliegen, so spricht man von „Liability Swaps“. Bei einem Zinsswap werden nur die zinsbezogenen Zahlungsströme getauscht. Das hierfür nötige Kapital ist in der Regel nicht in den Vertrag mit eingebunden.

    Innerhalb des Swaps erfolgt normalerweise ein Tausch zwischen festen und variablen Zinszahlungen. Die Seite, die die festen Zinszahlungen gegen andere variable tauscht, tritt als Käufer auf. Die andere Seite ist der Verkäufer. Der Swap-Satz wird durch den Festzins bestimmt. Zumeist findet kein vollständiger Austausch der gesamten Zinszahlungen statt. Vielmehr handelt es sich um einen Ausgleich der Differenz des jeweiligen Zins zu zuvor festgelegten Terminen. Ein Zinsswap hat zumeist eine Dauer von einem bis zu zehn Jahren.

    Beispiel für einen Forex Swap

    Wie bereits beschrieben, geht es bei Swaps um ein Geschäft, bei dem sämtliche Parameter bereits zu Beginn bekannt sind. Bei Forex werden unterschiedliche Währungen getauscht. Die Kursdifferenz beim Schließen der Position entspricht dem Handelsergebnis. Jeder Broker verlangt für die Haltedauer Zinsen für die Finanzierung der Position. Erwirtschaftet man nun mit einer Handelsposition weniger Zinsen einer Fremdwährung, als man für die Position in der Basiswährung bezahlen müsste, entsteht ein negativer Swap. Auf der anderen Seite entsteht ein positiver Swap, wenn die Fremdwährung höher verzinst ist, als die Basiswährung. Hierbei muss man natürlich auch noch die Finanzierungskosten mit einbeziehen.

    Mit einem Swap im Währungspaar EUR/AUD verkaufen wir also nun den Euro und kaufen den australischen Dollar ein. Die Differenz im Zinssatz ist aktuell recht hoch und bei einem guten Broker entsteht dem Trader ein positiver Swap. Zu Beginn eines neuen Tages im Handel werden dem jeweiligen Depot also ein paar Cent gutgeschrieben. Die absoluten Gutschriften, die so innerhalb eines Tages erreicht werden sind relativ niedrig. Die Zeit ist also ebenfalls ein wichtiger Parameter und spielt dem Trader eines positiven Swaps in die Karten. Je länger der Swap, desto höher ist jedoch das Risiko, dass sich die Werte verändern.

    Wie berechnet sich der Swap? Ein Beispiel

    calculator photoJe nach Swap berechnen sich die Kosten anders. In unserem Beispiel geht es um einen Betrag von 100 €, sowie einen Vertrag über zwei Jahre. Nun sieht eine Zinsswap Berechnung vor, das eine jährliche Zinsrate von 0,25 % gegen den 6-Monats-Euribor getauscht werden soll. Beginnt dieser Vertrag nun zum 1. Januar eines neuen Jahres, so findet die erste Zinsswap Berechnung zum 1. Juli desselben Jahres statt. Nach diesen 6 Monaten wird die variable Rate mit dem festen Zinssatz verglichen. Liegt nun der Euribor unter diesem fixen Zinssatz, so muss die Differenz selber gezahlt werden.

    In unserem Beispiel muss ein Partner des Swaps Zinsen in Höhe von 0,25 % zahlen. Die andere Seite zahlt zum Abrechnungszeitpunkt (alle 6 Monate) den Euribor Wert. Weil jedoch die Zinsen getauscht wurden, zahlt die Partei, die nun mehr Zinsen zahlen muss, an den Vertragspartner, der weniger zahlt.

    Die Höhe der Swapkosten hängen auch von der Haltedauer ab. Die Handelswelt hat ihre Tore von Sonntagnacht bis Freitagnacht offen. Forex Swap Gebühren werden immer zwei Werktage vor der Fälligkeit des Betrages abgerechnet. Bei der Zeit gilt hierbei also immer T + 2 zu rechnen. Aus diesem Grund gilt es den Mittwoch zu beachten. Denn nach dieser Regelung ist die Valuta für den Mittwoch der Freitag. Hierbei kommt jedoch danach das Wochenende. Somit werden an einem Mittwoch nach 23 Uhr die Spreads für das gesamte Wochenende mit einberechnet. Es fällt also der dreifache Spread an.

    Qualität des Brokers entscheidend

    Die jeweiligen Swaps können je nach Broker und Kontomodell teils massiv variieren. Mit der Zeit muss ebenfalls das aktuelle Zinsniveau im Auge behalten werden. Es ist sicher lohnenswert, die verschiedenen Broker mit gängigen Berechnungsmethoden zu vergleichen. Hierzu zählen u.a. Swap in Pips oder Swap nach Zinssatz. Nicht weniger Broker geben hohe Gebühren schlichtweg an den jeweiligen Kunden weiter. Hohe Kosten auf der Long- und Short-Seite sprechen immer gegen den Anbieter. Ein Demokonto wäre ein Möglichkeit, die persönlichen Kosten zu überprüfen und des weiteren zu schauen, ob auch die restlichen Funktionen geeignet sind. Ein Tunnelblick auf die Kosten ergibt natürlich ebenfalls keinen Sinn. Das Gesamtpaket muss stimmen.

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    Gebühren sind nicht zu unterschätzen

    Jedoch sind die Swap-Gebühren ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor, den man unbedingt vor Beginn beachten muss. Wenn man die jeweilige Gebühr auf das Jahr hochrechnet, schmälern diese die eigene Performance teils stark. Insbesondere bei hohen Leverages können die Zinskosten in die Höhe steigen. Es ist also besonders ein längerfristiges Halten einer Position, das einen merkbaren Einfluss auf die Gewinn- und Verlustrechnung haben kann. Auf der anderen Seite ist es auch sehr wichtig zu wissen, dass man für bestimmte Märkte Zinsgutschriften erhalten kann. Hierbei gilt es immer auf dem aktuellen Stand zu sein.

    Vor- und Nachteile von Swaps

    Swaps haben zahlreiche Vorteile, die sie für viele Trader (und auch Unternehmen) interessant machen. Zum einen besteht ein sehr geringer Tracking-Error. Alle Vereinbarungen die getroffen werden, sind komplett individuell. Somit ist es möglich innovative Ideen, als auch subjektive Favoriten, in den Deal einzubeziehen. Auch ist der administrative Aufwand in der Regel relativ gering. Starre Regulierungen gibt es nicht. Die Pauschalgebühr ist in der Regel niedrig. Des Weiteren entfallen die sonst üblichen Börsengebühren. Mit einem Swapgeschäft wird also Zeit und Geld gespart und man bekommt einen Deal, der genau auf die Bedürfnisse zugeschnitten ist.

    • Kaum Tracking Error
    • Individuelle Vereinbarungen möglich
    • Geringer administrativer Aufwand
    • Geringe Pauschalkosten (Aber: Vorsicht vor Brokergebühren)
    • Kontrollinstanzen spielen untergeordnete Rolle
    • Deal-Partner könnte insolvent gehen
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    Es ist jedoch nicht so, dass Swaps nur Vorteile haben. Ganz gravierend ist hierbei die fehlende Kontrolle und das Fehlen von Kontrollinstanzen. Natürlich müssen sich alle Parteien eines Swaps an das geltende Recht halten. Trotzdem sind sie hierbei deutlich freier, als es in anderen Bereichen des Handels der Fall ist.
    Es besteht bei einem Deal mit einem Partner immer das Risiko, dass dieser insolvent geht oder aus anderen Gründen ausfällt. Dieses Problem gilt jedoch nicht spezifisch nur für Swaps. Trotzdem, wenn dieser Fall eintritt, entsteht eine offene Position. Diese kann in der Regel nur zu deutlich schlechteren Konditionen wieder geschlossen werden.
    Auf der anderen Seite sollte diese Gefahr nicht überbewertet werden. Denn bei einem Swap werden immer nur die Differenzbeträge getauscht. Somit bleibt das Risiko in der Regel überschaubar. Absichern kann man sich, indem bei Swapgeschäften in den vertraglichen Vereinbarungen Regelungen getroffen werden, die im Falle einer Nichterfüllung in Kraft treten.

    Fazit

    Swapgeschäfte zählen zu den Finanzderivaten. Zahlungsströme im Zusammenhang mit Swaps werden häufig auch als Cash Flow bezeichnet. Besonders ist, dass eine große Vielfalt an Derivaten getauscht werden können. Diese Möglichkeit macht die Swaps für viele Trader und Unternehmen interessant. Besonders die Devisen- und Währungsswaps sind beliebt und bieten eine interessante Möglichkeit im Long oder Short term. Swaps sind zumeist für beide Parteien von Nutzen, da die eine Vertragspartei die Kostenvorteile des anderen Partner ausnutzen kann. Als besondere Vorteile sind die individuellen Vereinbarungen zu nennen. Des Weiteren sparen beide Parteien in der Regel Zeit und Geld. Negativ ist die fehlende Kontrolle und ein Mangel an einem physischen Gut.
    Ob ein Swap sinnvoll ist, muss also sehr individuell betrachtet werden. In vielen Bereichen kann ein Swap zur richtigen Zeit mit dem richtigen Partner Sinn ergeben. Swaps haben sich als interessante Alternative zu direkten Finanzierungen erweisen. Für private Händler sind sie in der Regel eine komplexe Angelegenheit. Anfänger tun gut daran, sich beispielsweise dem regulären Forex Handel zu nähern. Dabei sollten aber ebenfalls die größten FX Fehler von Handelsbeginnern beachtet werden. Erst mit mehr Erfahrung kann dann auch das Swap Trading ertastet werden.

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    Bildquelle: Photo von mikecohen1872

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    Philip ist ein wahrer Finanz-Enthusiast und berichtet seit Januar 2019 für Kryptoszene. Dabei umfasst sein Spektrum sowohl die neuesten Errungenschaften der Kryptowelt, als auch klassische Angebote wie Aktiendepots und ETFs.