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Momentum Strategie: Was sie ist und wie sie funktioniert

Sportfans kennen den Begriff: Das Momentum. Doch was bedeutet das Momentum im Aktienhandel? Lohnt es sich, eine Momentum Strategie zu verfolgen? Und was muss man beachten? Kryptoszene gibt Antworten!
Author: Philip G.

Zuletzt Aktualisiert: 23. Februar 2020

Synonyme zu Momentum sind etwa Schwungkraft, Dynamik oder im weiteren Sinne auch Beschleunigungsphase. Auch der Begriff „Relative-Stärke-Strategie“ wird häufig verwendet. Hierdurch wird die Strategie sehr gut beschrieben.

Inhalt

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    Ein Momentum Händler ist immer dort zu finden, wo die Dynamik im aktuellen Kurs besonders vielversprechend ist. Die Grundannahme dahinter ist simpel. Je dynamischer das Anlagegut läuft, desto größer ist auch die Chance, das dieses Momentum weiter beibehalten wird. Denn es sind vor allem solche starken Impulse und Kräfte, die aus der Masse herausragen. Diese Werte sind es dann, die seitens der Anleger besondere Beachtung finden und letztendlich auch von einem Großteil der Trader gekauft werden. Umgekehrt gilt das auch im negativen Sinne, nur das es hierbei auf einen Verkauf hinausläuft.

    Was beinhaltet die Momentum Strategie?

    In der Chartanalyse stellt das Momentum eine Methode dar, mit der die Stärke von Kursbewegungen, beziehungsweise von Trendstärken gemessen wird. Dabei kann die jeweilige Kursänderung auf verschiedene Weise innerhalb eines bestimmten Zeitraums bestimmt werden.
    Die Momentum Strategie geht davon aus, dass Aktiennotierung nur selten gleichförmig verlaufen. Normalerweise sind sie stattdessen in drei verschiedene Phasen zu unterteilen. Es gibt Auf- und Abwärtstrends. Die dritte Phase ist die Seitwärtsbewegung, ohne das sich der Kurs ändert. Alle drei Phasen gehen in der Regel fließend ineinander über.

    Die Momentum Strategie geht nun davon aus, dass sich die jeweiligen Kursbewegung beschleunigen, wenn sie gerade von einer Phase in die andere übergehen. Auch sind schnelle Kursänderungen immer dann zu erwarten, wenn der Kurs der Aktie aus einer Seitwärtszone ausbricht. Also aus einer Phase mit gleichbleibendem Kurs in eine Phase der Kursänderung übergeht. Es ist also genau diese Phase der Beschleunigung, die hierbei im Mittelpunkt steht. Mit diesen Kurssprüngen lassen sich dann überdurchschnittlich hohe Gewinne (oder Verluste) erzielen.

    Technische Analyse

    Das Momentum zählt zweifelsohne zu den gebräuchlichsten und auch beliebtesten Indikatoren in der technischen Analyse. Als Indikator zählt es zu den Oszillatoren, da es sich stets um die eigene Nulllinie bewegt. Es ist nun die Berechnung dieses Indikators, der die Grundlage für die Momentum Strategie darstellt. Es gibt verschiedene Formen der Momentum Strategie, die je nach wirtschaftlicher Lage angewendet werden.

    Mit dieser Hilfe ist es dem Trader möglich, die Intensität einer aktuellen Kursbewegung zu ermitteln und zu vergleichen. Hierfür werden alle Preisänderungen in einer festgelegten Periode gemessen. Zwischen zwei Punkten wird durch das Momentum die absolute Preisdifferenz gemessen. Der Indikator entspricht also dem Differenzquotienten, der mit dem konstanten Faktor multipliziert wird.Dies bedeutet, dass man einfach den Schlusskurs von einem bestimmten Tag X vom aktuellen Schlusskurs subtrahieren muss.

    Innerhalb einer graphischen Analyse erhält man nun eine bildliche Darstellung eines um die Mittelwertlinie schwingenden Liniencharts. Wird hierbei nun ein positiver Oszillator sichtbar, so ist der Kurs der Aktie in den letzten Tage gestiegen. Auf der anderen Seite kam es zu einem Verlust, wenn das Momentum einen negativen Wert aufweist. Die Wahl der Periode ist dabei unterschiedlich und hängt von der Aktie ab.
    Eine sinnvolle Regel für die technische Analyse ist, das sich für die kurzfristige Kursanalyse eine Periodenlänge zwischen 12-20 Tagen anbietet. In der Regel werden hierbei genau 14 Tage genommen.

    Relative Stärke nach Robert Levy

    Bereits 1967 wurde der Mehrwert einer auf dem Momentum aufbauenden Anlagestrategie durch Robert Levy belegt. Anhand von 200 Aktien definierte er einen neuen Indikator, der heute als „Relative Stärke nach Levy“ (RSL) bekannt ist. Dieser wird als Quotienten aus dem aktuellen Kurs und dem Durchschnitt der letzten 26 Wochen berechnet. Diese Kennzahl gibt die relative Entfernung vom Mittelwert wieder und verdeutlicht damit, wie stark die Kursentwicklung in der Vergangenheit war. Die Strategie der „relativen Stärke“ nach Levy ist für Anleger mit einem Horizont von wenigen Wochen oder Monaten gut geeignet. Der Zeitaufwand hierfür ist relativ gering. Levy empfahl nur eine Berechnung pro Woche. Die wenigen Daten die damals noch ein Problem darstellen konnten sind heute schnell besorgt und errechnet.

    Die Computer hatten damals nur einen Bruchteil der Leistung von heute und es war teuer gute Maschinen zu mieten oder gar selber zu kaufen. Heute ist dies jedoch kein Problem mehr und so hat sich mittlerweile der 130 Tage Durchschnitt etabliert. Im Gegensatz zu der Berechnung mit nur 26 Wochen ergibt sich so eine ruhigere Kurve der Kursentwicklung in der Vergangenheit, die weniger auf kurze Ausreisser nach oben, oder unten, reagiert.
    Auch wenn der RSL schon über 50 Jahre alt ist, leistet er auch heute noch einen Beitrag und kann als Instrument für die Suche nach einer passenden Aktie genutzt werden.

    Anwendung auf den DAX

    DAX Aktien PotentialAls Beispiel wollen wir nun eine Momentum Strategie auf den deutschen Aktienindex anwenden. Der Dax misst die Wertentwicklung der 30 größten Unternehmen in Deutschland. Mit Unterstützung unseres Computers berechnen wir nun die RSL und wenden den Durchschnitt von 130 Tagen an. Nun sortieren wir die Aktien der Größe nach. Die Aktie, die sich in dem Zeitraum am besten entwickelt hat steht ganz oben. Jetzt verteilen wir das Kapital, welches wir investieren wollen, gleichmäßig auf die zehn besten Aktien. Wenn das Kapital in gleichen Größen auf maximal zehn Positionen verteilt wird, kann es unter Umständen vorkommen, das sämtliche Positionen schon besetzt sind und ein neues Wertpapier auf einen Platz vorrückt. In diesem Fall sollte man abwarten und bis eine Aktie aus dem eigenen Portfolio die Top 20 verlässt, um diese dann zu verkaufen. Danach kann eine neue Aktie aus den Top 10 nachrücken.

    Natürlich kann man hierbei auch anders gewichten, jedoch erscheint eine gleichmäßige Verteilung durchaus sinnvoll. Diesen Vorgang sollte man nun in regelmäßigen Abständen wiederholen. Die Abstände richten sich hierbei nach dem subjektiven Empfinden. Zu kurze Abstände machen jedoch keinen Sinn, da es zumeist Zeit braucht, bis signifikante Änderungen stattfinden können.

    Umsetzung und Hilfe

    Es gibt eine Vielzahl an geeigneter Software, die genau auf die Börse spezialisiert ist. Mit dieser Hilfe kann man sich die Rangliste berechnen lassen. Alternativ gibt es auch Newsletter und andere Verteiler, die einem die Angaben zukommen lassen, ohne das man selber etwas rechnen oder eingeben muss. Grundsätzlich lohnt es sich jedoch so viel wie möglich selber zu machen, da man hierbei nicht nur etwas über die Abläufe lernt, sondern auch alle Zahlen selber im Blick hat.

    Für den MDax, welcher aus DAX, MDAX und TecDAX besteht, gibt es die „Top-Momentum-Aktien“. Diese lassen sich direkt auf der Internetseite finden. Die Rubrik aktualisiert sich jede Woche und bietet die zehn besten Kandidaten für einen Kauf an.

    Relatives Momentum

    Hat man nun eine Aktie gekauft und diese rutscht aus den Top 10 Bewertungen heraus, so sollte man diese nicht gleich in Panik verkaufen. Hierdurch würden zu viele Transaktionen auf einmal ausgelöst werden. Sinnvoller ist es abzuwarten bis die Aktie aus den Top 20 oder Top 30 gefallen ist, um sie dann zu verkaufen. Hierfür reicht es, einmal in der Woche zu prüfen auf welchem Platz sich das Wertpapier nun befindet.

    Mit der Strategie des Kaufens der Top10 Aktien und Verkaufens aller Aktien, die aus den Top 20 fallen, hat man eine gute Grundlage. Die Rendite dieser Strategie hat den DAX bereits deutlich abgehängt. Somit investiert man immer in die stärksten Aktien und lässt selber kaum schwächen zu. Diese Herangehensweise nennt man auch „relatives Momentum“.

    Absolutes Momentum

    An der Börse gibt es immer wieder Phasen, in denen so gut wie alle Papiere verlieren. Eine Aktie mag somit nur noch besser als die andere dastehen, weil sie absolut weniger verloren hat. Jedoch sind beide im Minus. Um in dieser Situation passend zu handeln kann man ebenfalls auf die RSL Methode zurückgreifen. Nun wird der Kurs der einzelnen Aktie nicht mehr mit dem anderer Teilnehmer verglichen, sondern es wird nur noch auf die jeweilige Kursentwicklung der Vergangenheit geachtet. Verkaufen sollte man nun, wenn der RSL Wert einer Aktie unter 1 liegen sollte. Dementsprechend lohnt sich ein Kauf, wenn der Wert über 1 liegt. Im besten Fall sollte der Wert hierfür sogar bei über 1,1 liegen.

    Was leistet das Momentum als Strategie?

    Hierfür lohnt es sich, auf den letzten Jahre zu schauen. Natürlich kann man hieraus keine genaue Aussage für die Zukunft treffen. Eine Garantie dafür bietet aber keine Strategie. Aber wenn eine Strategie in der Vergangenheit gut funktioniert hat, ist es wahrscheinlich, das dies auch für die Zukunft gilt. Voraussetzung ist, das die sonstigen Parameter gleich bleiben.

    Momentum Strategie vs. DAX

    In der Berechnung des Beispiels hätten wir im Jahr 2000 mit der Strategie des „relativen Momentums“ begonnen. Jeden Freitag hätten wir die Aktien überprüft und uns die neusten News zukommen lassen. Besonders ist hierbei welches Papier aus den TOP 10 gefallen ist und welches neu dazu gekommen ist. Jeden Montag wären die Käufe und Verkäufe abgewickelt worden. Mit einem Startkapital von 1000€ im Jahr 2000 hätten wir bis heute (Februar 2020) knapp 25.000 € Gewinn gemacht. Die Kursverläufe der Aktien wurden hierfür über den gesamten Zeitraum betrachtet und die Verluste mit einberechnet.

    Die Rendite pro Jahr belief sich hierbei auf fast 20%, aber auch nur wenn alles optimal gelaufen wäre und immer auf die richtigen Aktien gesetzt worden wäre. Hätten wir in der selben Zeit ganz einfach auf eine passive Aktie im DAX gesetzt, so kämen wir auf etwa 2000€. Die jährliche Rendite liegt dabei bei 3,5%, was immer noch eine gute Ausbeute ist.
    Mit den Zahlen der Momentum Strategie kann sie in diesem Fall jedoch nicht mithalten.
    Auch beim Risiko scheint die Momentum Strategie besser abzuschneiden. Der größte Verlust in der gesamten Periode ist nur halb so groß, als wenn wir nur passiv auf eine DAX Aktie gesetzt hätten. Auch ist die Periode, in der wir in den Roten Zahlen waren, nur knapp halb so lange.

    Dieses Beispiel setzt jedoch voraus, dass alle Entscheidungen immer richtig getroffen wurden und das keine Zeit verloren gegangen ist. In der Realität dürfte dies wohl kaum der Fall sein. Nichts desto trotz sind die Zahlen sehr beeindruckend und bestärken, das es sich bei der Strategie und Kennzahl um eine gute Möglichkeit handelt.

    Reicht die Momentum Strategie aus?

    analyze photoBei der Auswahl nach der passenden Aktie kann die Momentum Strategie eine geeignete Kennzahl darstellen. Jedoch scheint es auch hier sinnvoll zu sein, das man sich nicht nur auf einen Faktor verlässt, sondern auch noch andere Berechnungen mit einfließen lässt. Diese können dann das Ergebnis des Momentum bestätigen oder aber widerlegen. So ist die Fundamentalanalyse eine Möglichkeit für eine sinnvolle Erweiterung.

    Des Weiteren bieten sich technische Analysen an. Besonders, da man hierbei auf eine bildliche Darstellung zurückgreifen kann. Wichtig ist auch der langfristige Trend und die News rund um die Firma hinter der Aktie. Hierfür gibt es viele gute (Fach-) Zeitschriften und Webseiten, die hierfür die nötigen Informationen liefern. Welche Analyse man im Endeffekt nimmt bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Ein einheitliches Rezept für eine gute Aktienanalyse gibt es so nicht. Neben der Strategie ist auch ein umfassendes Basiswissen vonnöten.

    Fazit

    Der „Momentum-Effekt“ wurde bereits mehrfach empirisch untersucht. Hierbei fand sich eine positive Korrelation zwischen dem Momentum und dem späteren Gewinn. Vor einigen Jahren hat der Lehrstuhl BWL der Mannheimer Uni den Effekt in einer neuen Studie abermals bestätigt.
    Sollte der Aufwand für die Berechnungen privat zu groß sein, so gibt es mittlerweile ein große Vielzahl an Alternativen, wodurch man das Momentum auch privat nutzen kann. Die Strategie muss jedoch konsequent durchgesetzt werden. Besonders wichtiges ist die Aktien auch wirklich zum passenden Zeitpunkt zu verkaufen – also auch dann wenn man selber Verluste macht. Wer dies nicht kann und dann lieber abwarten möchte, sollte diese Strategie nicht nutzen.
    Für alle anderen Trader stellt sie eine interessante Basis dar. Am besten kombiniert man das Momentum jedoch mit weiteren Strategien, um so das beste Ergebnis zu erzielen.

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    Hat dir der Ratgeber zum Thema Momentum gefallen? Dieser Artikel ist Teil der Kryptoszene Serie „Online Trading Lernen!“

    Momentum Strategie: FAQs

    Was heißt Momentum?

    Das Momentum bezeichnet die Schwungkraft, die eine Aktie momentan innehat. Stehen die Chancen gut, dass die gewählte Aktie bald hohe Kursgewinne macht, dann verfügt sie über ein hohes Momentum.

    Was macht ein Momentum Trader?

    Ein Momentum Trader hält nach Aktien Ausschau, welche ein hohes Momentum besitzen. Die Kriterien der Auswahl sind hierbei flexibel. Diese werden dann gekauft, um von Kursgewinnen zu profitieren.

    Was ist der Unterschied zwischen absolutem und relativen Momentum?

    Beim absolutem Momentum stellt man den aktuellen Wert der Aktie ausschließlich seiner Kursvergangenheit gegenüber. Beim relativen Momentum vergleicht man den aktuellen Trend der Aktie mit den Trends von anderen gleichartigen Aktien.

    Lohnt sich das Momentum Trading?

    Die Rentabilität der Momentum Strategie wurde untersucht und es konnte bestätigt werden, dass sie tatsächlich ertragbringend ist. Um diese erfolgreich umzusetzen erfordert es aber neben dem Know How auch Selbstdisziplin.

    Kann ich die Momentum Strategie über einen Online Broker verwirklichen?

    Ja, die meisten großen Online Broker, darunter unser Testsieger, stellen zahlreiche Tools zur Verfügung, mit denen sich das Momentum einer Aktie untersuchen lässt. Wer sich noch nicht sicher ist, ob die gewählte Strategie tatsächlich rentabel ist, kann diese mithilfe eines kostenlosen Demokontos zunächst risikolos überprüfen.

    Jeder Handel ist riskant. Keine Gewinngarantie .Jeglicher Inhalt unserer Webseite dient ausschließlich dem Zwecke der Information und stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Dies gilt sowohl für Assets, als auch für Produkte, Dienstleistungen oder anderweitige Investments. Die Meinungen, welche auf dieser Seite kommuniziert werden, stellen keine Investment Beratung dar und unabhängiger finanzieller Rat sollte, immer wenn möglich, eingeholt werden. Diese Website steht Ihnen kostenlos zur Verfügung, wir erhalten jedoch möglicherweise Provisionen von den Unternehmen, die wir auf dieser Website anbieten.

    Philip ist ein wahrer Finanz-Enthusiast und berichtet seit Januar 2019 für Kryptoszene. Dabei umfasst sein Spektrum sowohl die neuesten Errungenschaften der Kryptowelt, als auch klassische Angebote wie Aktiendepots und ETFs.