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Martingale Strategie: Was sie ist und wie sie funktioniert

Die Martingale Strategie bringt man vor allem mit dem Glücksspiel Roulette in Verbindung. Doch wie ertragreich ist sie beim Trading von Aktien? Kryptoszene erklärt die Tradingmethode!
Author: Philip G.

Zuletzt Aktualisiert: 19. April 2020

Ursprünglich stammt die Martingale Strategie aus dem späten 18 Jahrhundert und bezeichnet eine Strategie beim Roulette und Pharo. Sie besagt, das man im Falle eines Verlustes den Einsatz in der nächsten Runde erhöht und weiterhin auf dieselbe Position setzt. Idealerweise verdoppelt man den Betrag für die nächste Runde. Gleichzeitig setzt man immer auf genau dieselbe Begebenheit, also etwa dieselbe Zahl oder Farbe. Diesen Vorgang wiederholt man so oft, bis man gewinnt.

Inhalt

    Die martingale Strategie anwenden: Das Trading beim Testsieger

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    Die martingale Strategie gibt es mittlerweile auch für das Trading, wobei sie immer häufig im Internet als eine perfekte Möglichkeit angepriesen wird. Doch was hat es mit der Strategie genau auf sich und ist sie wirklich so empfehlenswert, wie es so oft behauptet wird?

    Roulette als Beispiel

    Da die Strategie eigentlich aus den frühen Zeiten des Glücksspiels kommt macht ein Beispiel anhand von Roulette zu Beginn sicherlich am meisten Sinn, um das ganze einfach zu veranschaulichen. Beim Roulette kann man auf die Farbe Rot setzen. Als Spieler wettet man also, das die Kugel als nächstes in einem roten Feld stoppen wird. Hierbei setzt man nun 1€. Das Roulette dreht sich und bleibt auf „schwarz“ stehen. Für das nächste Spiel setzt man nun wieder auf rot und setzt statt einem Euro zwei. Dies geht solange weiter, bis man gewonnen hat.

    Leider funktionierte diese Strategie im Roulette auf lange Sicht nicht, da es neben den Farben Rot und Schwarz auch noch eine Grüne Null gibt, auf welche die Kugel fallen kann. Hierbei wird man für die nächste Runde gesperrt und muss den halben Einsatz abgeben. Hinzu kommen die Regeln an dem jeweiligen Tisch, die ein Maximum des Einsatzes vorgeben. Man kann als Spieler also nicht beliebig hoch gehen.

    Mathematisch liegt die Wahrscheinlichkeit für den Verlust bei 51,4%, während ein Gewinn zu 48,6% eintritt. Auf lange Sicht wird man als Spieler also verlieren, ganz egal welche Strategie man auch verfolgen mag. Dies gilt natürlich auch für Roulette bei Bitcoin Casinos.
    Es ist also wichtig zu verstehen, das die Martingale Strategie die eigene Wahrscheinlichkeit für einen Gewinn nicht erhöhen kann. Das einzige was unter Umständen passieren kann ist, das es länger dauert bist man zu dem Punkt kommt, an dem man Verlust macht.

    Die Martingale Strategie im heutigen Handel

    Roulette photoDas Prinzip ist der alten Strategie beim Roulette zum verwechseln ähnlich. Solange man Gewinne macht ist alles gut. Sollte man jedoch Verluste machen, so verdoppelt man in dieser Strategie für den nächsten „Durchgang“ den Einsatz. Für diese Strategie braucht man somit keine Vorbereitung und es gibt auch nichts, was man erst erlernen müsste. Das einzige was man braucht ist ausreichend Kapital, um die Strategie auch lange genug mitmachen zu können. Dabei setzt man auf die Kontinuität und darauf, das Chancen gleich verteilt sind. Durch viele kleine Gewinne soll man somit die wenigen großen Verluste leicht ausgleichen können
    Im Trading handelt es sich bei der Martingale Strategie um eine „Cost-averaging“ Strategie, welche mit jeder Verdoppelung der Positionsgröße den Kurs für den Einstieg verringert bzw. im Shortfall erhöht. Die Strategie verdoppelt also so lange die Postionsgröße, bis endlich der Gewinn eintritt. Klingt ziemlich riskant? Das ist es auch!

    Viele Broker untersagen jedoch die Anwendung solchen Systeme und es kann auch sein, dass deswegen das eigene Konto gesperrt wird. Es gibt einige Anbieter, bei denen man diese Strategie nutzen kann. Sollte man daran Interesse haben, so gilt es sich zu Beginn zu informieren wo dies möglich ist. Broker, die das Martingale anbieten, bewerten das Prinzip als sehr leicht und die Theorie als sehr sicher.

    Beispiel für Martingale beim Traden und im Forex

    Ein Trade hat eine Chance-Risiko Verhältnis von 1:1 für Ereignis A und B. Es ist also eine Wahrscheinlichkeit von 50%, das man gewinnt und 50% das man verliert. Hierbei tradet man nun 10€ auf Ereignis A und hofft das man gewinnt. Jedoch verliert man, da Ereignis B eintritt. Dieses mal setzt man 20 € und hofft wieder auf A. Dies wird solange gemacht, bis Ereignis B eintritt.

    Wenn man nun immer davon ausgeht, das die Trefferquote eines Traders immer bei 50% liegt, was auch exakt der Aussage von Eugene Fama 1965 in dem berühmten Artikel „Random Walks in Stock Market Prices“ gleichkommt, ist es auf lange Sicht immer ein Nullsummenspiel. Trotz allem ist davon auszugehen, das es unter diesen Vorraussetzungen irgendwann zum kompletten Verlust des Kapitals führt, da eine Chance von 50% für den Gewinn nicht realistisch ist. Es gibt zu viele Variablen, die sich mit der Zeit verändern. Auch herrscht ein großer Konkurrenzdruck durch andere Trader.
    Im besten Fall macht man einfach einen kleinen Profit, der den ursprünglichen Einsatz deckt. Dabei riskiert man aber viel größere Summen und setzt auf ein hohes Risiko.

    Die Martingale Strategie im Forex Trading

    Verlust und Profit eines Forex Trades sind immer variabel. Deswegen eigenen sich geradlinige Strategien in der Regel nicht für den Handel mit Fiat Währungen. Man kann Preisniveaus definieren, bei welchen ein Stopp Loss oder ein Take Profit gesetzt wird.
    Der Relative Strength Index (RSI) ist ein oszillierender Indikator, der 1987 von Welles Wilder entwickelt wurde. Er gehört auch heute noch zu den häufigsten Bestandteilen einer technischen Analyse. Er soll dabei helfen den optimalen Zeitpunkt für einen Kauf oder Verkauf zu finden.
    Dabei kann er Werte von 0 bis 100 Prozent annehmen. Aktien mit einem RSI von über 70% werden als „überkauft“ bewertet. Fällt der Wert jedoch auf unter 30%, so ist das Papier „überverkauft“.

    Martingale Strategie: Der Test

    Test photoIn diesem Beispiel geht es um den Handel mit Fiatwährungen, wobei mithilfe der Martingale Strategie ein Gewinn erzielt werden soll.
    Der RSI steigt in der technischen Analyse auf knapp 75%. Dies ist der Punkt für jeden Trader zum einsteigen. Im Beispiel verkauft man nun ein Lot EUR/USD bei 1.1290. Nun platziert man einen Take Profit 40 Pips unter dem vorherigen Kurs. Also bei 1.1250. Auch 40 darüber setzen wir einen Stop bei 1.1330. Leider steigt der Kurs in kurzer Zeit weiter und erreicht unseren Stop.

    Nun haben wir den Trade verloren. Wenn es nach der Matingale Strategie geht sollten wir nun für den nächsten Trade das Doppelte setzen und gleichzeitig alle anderen Parameter belassen.
    Nun eröffnen wir also einen neuen Trade in der gleichen Größe wie der erste, nur das wir jetzt das Doppelte setzen. Wir verkaufen jetzt ein weiteres LOT bei 1.1330 und setzen einen neuen Stop 40 Pips darüber fest. Nun wird die ursprüngliche Limit Order durch eine neue Order ersetzt, um die beiden Trades zu schließen. Diese wird 30 Pips unter dem neuen Trade bei 1.1290 gesetzt. Zu Beginn wurde 1 Lot bei 1.1290 und ein zweites bei 1.1330 verkauft.

    Im zweiten Anlauf des Beispiels liegt das Glück auf unserer Seite und der Kurs entwickelt sich nach unten und durchbricht damit auch unser gesetztes Limit. Somit schließen wir den Trade bei 1.1290 und damit 20 Pips unter unserem durchschnittlichen Entry Kurs. Ein Lot EUR/USD beläuft sich auf einen Pip-Wert von 10 USD. Somit liegt der Profit hierfür bei 10USD*20 was 200 USD ergibt. In diesem Forex Beispiel haben wir also einen Gewinn gemacht.

    Test erfolgreich, Strategie zweifelhaft

    Zum Schluss hatten wir also Glück, dass sich der Kurs zu unseren Gunsten entwickelt hat. Des Weiteren haben wir nur am Anfang bei einem Trade einen Verlust erleiden müssen. Wenn man jedoch über längere Zeit nur im Minus ist, wird man schnell anfangen zu zweifeln. Denn auch mehrere Trades ohne Gewinn wären in dieser Konstellation nicht unwahrscheinlich. In einem Markt, welcher ganz auf Trends achtet und nach diesen Funktioniert ist diese Methode mit einem sehr hohen Risiko verbunden. Und je höher die Verluste werden, desto wahrscheinlicher ist es auch, das man damit aus dem Markt gedrängt wird. Vielen Händler würde schlicht das Kapital ausgehen, bevor sie die Möglichkeit haben einen großen Gewinn zu machen.

    Das Demokonto zum Ausprobieren

    Viele Händler bieten mittlerweile kostenlose Demokontos an. Mittlerweile bekommt man diese Möglichkeit auch schon wenn man sich ganz frisch anmeldet und noch keinen Umsatz gemacht hat. Auch muss man hierfür kein teures Abo Konto eröffnen. Die meisten Broker stellen dem User nun zum Beispiel 10.000 USD an Spielgeld zur Verfügung. Welchen Broker man hierfür am besten nutzen sollte kann man aus unseren Tests und Bestenlisten entnehmen, die laufend aktualisiert werden. Somit kann man sich selber mit dem Forex Handel vertraut machen und kann dann auch einmal ohne schlechtes Gewissen besonders Risikoreiche Strategien wie das Marginale Trading System testen.

    Für den Börsenhandel nicht geeignet

    Bei der Martingale Strategie soll ein Gewinn die kompletten Verluste decken und das Profit-Ziel vom Beginn erreichen. Natürlich klingt dies erstmal toll und scheint auf den ersten Blick auch Sinn zu machen. Theoretisch könnte die Strategie funktionieren. Jedoch ging man, als die Theorie entstand, von Roulette aus. Hierbei ist bei jedem neuen Spiel die Chance für jede Farbe und Nummer wieder neu verteilt. Es gibt keine Trends oder anderen Einflüsse auf die man besonders acht geben muss. Gerade heutige Märkte tendieren zu sehr langen Trends auf der einen Seite und schnellen Kursgewinnen und Verlusten auf der anderen Seite.

    Wie sollte man unter diesen Voraussetzungen mit der Martingale Strategie Gewinn machen? Zudem bräuchte man für das korrekte Ausüben der Strategie eine sehr große Menge an Kapital. Nachdem man ein paar Mal verloren hat, wäre das gehandelte Kapital schon ein vielfaches von dem, was es zu Beginn einmal war.

    Zwar handelt man gerade im Forexhandel zumeist mit Leverage, sodass man nicht die gesamte Summe an Geld auf dem jeweiligen Brokerkonto haben muss, aber dennoch ist die Gefahr herbei zu groß und nicht zu kalkulieren. Die Martingale Strategie ist für die heutige Börsenlandschaft einfach nicht gemacht und ist unter keinen Umständen zu empfehlen. Sollte ein Händler diese Strategie bei sich auf der Seite anpreisen, so sollte man mit einer gesunden Skepsis an die Sache herangehen oder sich am besten gleich nach einer Alternative umschauen.

    Martingale Strategie: Die Psychologie dahinter

    psychology photoDas Martingale System ändert im Grundsatz nichts an dem persönlichen Erwartungswert, den man an das Spiel oder den Handel hat. Häufig wurde dies jedoch als Vorteil der Strategie angepriesen. Bei dem Martingale kommt es meist zu vielen kleinen Gewinnen gegen große Verluste, die jedoch seltener sind. Psychologisch wird dies anders wahrgenommen, aber die Zahlen, die am Ende herauskommen sind die gleichen. Jedoch ist jeder Mensch für Kontinuität empfänglich. Denn wer würde nicht gerne im Wissen über die zukünftigen Gewinne sein? Hierbei dürfte es keine Ausnahme geben, denn jeder hätte diese Planungssicherheit gerne.

    Martingale Strategie: Das Fazit

    Die Martingale Strategie klingt auf den ersten Blick für die meisten Trader sicherlich nicht uninteressant. Zum einen ist sie sehr leicht zu verstehen und scheint darüber hinaus auch noch Sinn zu machen. Auf den zweiten Blick merkt man jedoch schnell, um was es sich dabei wirklich handelt. Eine Strategie, die im 18 Jahrhundert schon nicht funktioniert hat wurde auf ein komplett anderes Feld übertragen.

    Wieso sollte sie dann im Handel auf einmal funktionieren? Natürlich tut sie das auch heute nicht und so bleibt uns nur, dass man alle Trader warnen sollte diese zu nutzen. Meist macht man damit nur kleine Gewinne und diese dann auch nur in unregelmäßigen Abständen. Auf der anderen Seite stehen jedoch große Verluste. Die Strategie bricht in sich selber zusammen, sobald man mehrere Verluste hintereinander erlitten hat.

    Exponentielle Steigerungen wachsen sehr schnell zu sehr großen Summen und so führt das ständige verdoppeln schnell zu einem großen Kapitalberg. In einem solchen Szenario ist es absolut suizidal weiter die Positionsgrüße zu erhöhen. Also immer einen großen Bogen um die Martingale Strategie machen. Außer wenn man mit Freunden einmal eine Runde Roulette spielt, bei dem es keine Einsätze gibt. Ein weiteren Test kann man in einem Demokonto eines Händlers wagen.

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    Hat dir der Ratgeber für die Martingale Strategie gefallen? Dieser Artikel ist Teil der Kryptoszene Serie „Online Trading Lernen!“

    Die Martingale Strategie: FAQs

    Was ist die Martingale Strategie?

    Diese Strategie ist vor allem im Roulette bei Anfängern beliebt. Hierbei setzt man im Falle eines Investitionsverlusts einen höheren Betrag im zweiten Investment, so dass im Falle eines Gewinns der vorherige Verlust egalisiert wird. Verliert man erneut, so setzt man im dritten Investment erneut einen höheren Betrag, so dass die vorherigen Verluste im Falle eines Gewinns ausgeglichen werden. Dies wiederholt man so oft, bis der erhoffte Gewinn tatsächlich eintritt.

    Lohnt sich die martingale Strategie?

    Im Casino verliert man mit dieser Strategie ebenso, wie im Online Handel. Das liegt daran, dass man nicht unendlich Kapital besitzt und man so Serien von Verlusten irgendwann nicht mehr mit dann sehr hohen Einsätzen konterkarieren kann.

    Welche Formen der martingalen Strategie gibt es?

    Es gibt verschiedene Methoden, die martingale Strategie einzusetzen. So kann man im Falle eines Verluste beim nächsten Investment das doppelte, das dreifache oder X-fache setzen. Durch mathematische Methoden kann man noch weiter verfeinern. Trotzdem bleibt die Unrentabilität von dieser Strategie unberührt.

    Wie lange gibt es die martingale Strategie schon?

    Diese Strategie wurde schon im späten 18. Jahrhundert beim Glücksspiel angewendet. Durch ihre oberflächliche Logik hat sie immer wieder Unterstützer gefunden.

    Gibt es bessere Strategien beim Aktienhandel?

    Ja, es gibt durchaus Tradingstrategien, deren Rentabilität durch Studien bewiesen wurde. Darunter fällt zum Beispiel die Momentum Strategie.

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    Philip ist ein wahrer Finanz-Enthusiast und berichtet seit Januar 2019 für Kryptoszene. Dabei umfasst sein Spektrum sowohl die neuesten Errungenschaften der Kryptowelt, als auch klassische Angebote wie Aktiendepots und ETFs.