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Turtle Strategie: Was sie ist und wie sie funktioniert

Die Finanzwelt ist voll von bunten Begriffen. Die Turtle Strategie geht auf zwei experimentierfreudige Investoren zurück. Doch lohnt sie sich auch? Kryptoszene hat die wichtigsten Informationen zur der Schildkrötenmethode gesammelt.
Author: Philip G.

Zuletzt Aktualisiert: 23. Februar 2020

Die Einarbeitung und Umsetzung einer Handelsstrategie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen nachhaltigen Erfolg beim Trading. Zu Beginn fällt es durchaus schwer zu erkennen, ob die Turtle Strategie für den Leser geeignet sein kann. Das Turtle Trading geht zurück auf bekannte Börsenhändler, die ihre Entscheidungen in eindeutige Regeln einteilen konnten und diese zu jeder Zeit komplett befolgten. Dabei geht die Strategie davon aus, das jeder an der Börse erfolgreich sein kann – unabhängig davon ob es sich um einen Anfänger oder einen Profi handelt.

Inhalt

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    Wer denkt, dass er oder sie für das Traden komplett ungeeignet sei, sollte sich die Turtle Strategie genauer anschauen. Aber auch Fortgeschrittene User können von ihr noch das ein oder andere Detail lernen.

    Der Beginn des Turtle Tradings

    Turtle Trading stammt aus den USA und geht auf ein Experiment von zwei Freunden aus New York zurück. Mitte der 1980er Jahre schlossen Richard Dennis und William Eckhardt eine Wette ab. Richard Dennis sagte damals: „Gute Märkte lassen sich wie Schildkröten züchten“. Die Märkte seien im Endeffekt nichts anderes als ein Monopoly Spiel, dessen Regeln und Ziele für jeden erlernbar seien. Sein Freund William Eckhard verneinte dies und behauptete, dass nicht jeder das Wissen haben kann und es auch nicht für jede Person möglich ist, sich dieses anzueignen. Manche Menschen haben schlicht nicht den Intellekt um das System zu verstehen. Erfolgreiche Trader lassen sich laut Eckhardt nicht einfach wie Schildkröten züchten.

    Um dies zu testen, führten die beiden ein 14-tägiges Experiment im Jahr 1983 durch. Hierfür wurden aus den über 1000 Bewerbern 13 Personen ausgewählt, die über keine Erfahrung im Trading verfügten. Während des Experiments wurde allen Teilnehmern die Regeln des Tradings beigebracht. Die Gruppe bekam den Spitznamen „Turtles“ also Schildkröten, die man, ebenso wie diese, einfach züchten könne. Nach den zwei Wochen begannen die Teilnehmer mit eigenen Geschäften an der Börse in New York. Dort handelten sie vorwiegend Rohstoff-Futures. Dazu erhielten sie von Dennis ein Startkapital von bis zu 2 Millionen Dollar.

    In den darauffolgenden 5 Jahren machte die Gruppe einen Gewinn von 80% im Durchschnitt. Einige von ihnen blieben sogar an der Börse und waren für lange Zeit erfolgreich. Die Strategie wurde danach mehrmals wiederholt, wobei die Renditen zumeist gut waren. Eine absolute Erfolgsstory mit Happy End.

    Die Turtle Strategie im Detail

    turtle money photoBei der Turtle Strategie handelt es sich um Positions-Trading, also einem Einstieg in eine Position oder das Aufstocken beim Erreichen bestimmter vorher definierter Punkte. Ein übergeordneter Trend muss bestehen, um das Turtle Trading erfolgreich umsetzen zu können.
    Hintergrund ist es, dass Trends konsequent verfolgt werden und dann auch richtig genutzt werden sollten. Ganz gleich, ob ein Aufwärts- oder Abwärtstrend vorliegt. Für alle Szenarien gibt es ein Herangehensweise. So können Trader nicht nur aus steigenden Kursen eine gute Rendite erwirtschaften, sondern auch aus sinkenden.

    Ist der Markt im Aufwind kaufen Turtle Trader eine Call Position. Eine Call Option gibt dem Trader die Möglichkeit, einen Basiswert (in diesem Fall eine Aktie) zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen. Diesen nennt man auch Ausübungspreis. Der Verkäufer ist bei Ausübung der Call Option verpflichtet, diesen Basiswert dann auch wirklich zu verkaufen.
    Sollte es zu einem neuen Monatstief der Aktie kommen so wendet der Trader einen Put an. Durch den Kauf einer Put Option erwirbt der Trader das Recht, den Basiswert bis zu dem in der Put Option festgelegten Datum zu dem zuvor festgelegten Put Preises zu verkaufen. Der Trader gewinnt mit dieser Option also vor allem dann, wenn der Basiswert der Aktie an Wert einbüßt.

    Die genaue Dauer ist hierbei grundsätzlich beliebig wählbar. Sie kann etwa eine Woche betragen. Zu Beginn wurde die Dauer in nur zwei Zeitfenster unterteilt. Im nächsten Punkt werden die beiden Abläufe erläutert.
    Dem liegt zugrunde, dass sich der Aktienmarkt in Trends bewegt, die in bestimmten Zyklen ablaufen und sich wiederholen. Es geht also nur um den Zeitpunkt und die Analyse von Aufwärts- und Abwärtstrends.
    Hierfür muss für den Trader der aktuelle Trend klar sein. Sollte dieser nicht klar sein oder der Markt trendlos erscheinen, so sollte besser nicht gehandelt werden.

    Verschiedene Zeitfenster für unterschiedliche Bedürfnisse

    Die Trader der Turtle Strategie handelten in zwei Zeitfenstern. Hierbei handelt es sich um eine kurzfristige Strategie, die auf einem 20-tägigem Breakout basiert – bei der langfristigen Planung sind es 55 Tage.

    Donchian-Indikatoren (2 Linien, welche die Schwankungsbreite des Kurses darstellen) liefern die Signale für den Start der Periode. Ausgehend vom aktuellen Handelstag werden die Höchst- und Tiefpunkte der letzten 20 Tage (oder 55 Tage bei der langfristigen Strategie) mit einer geraden Linie verbunden. Der Start einer neuen Position fällt, wenn der Kurs des Basiswerts die Donchian-Linien überschreitet. Nun eröffnen die Händler ihre Position mit Kauf- und Verkaufsorder.

    Die Wahl des Händlers ist entscheidend

    Um Trends möglichst früh zu erkennen, ist es wichtig, dass es sich bei den Kursen der Handelsplattformen um Realtime-Kurse handelt. Nicht jeder Händler bietet dieses Feature für alle seine Kunden an. Sollte dies nicht der Fall sein, so können sich für den Trader Nachteile ergeben. Unsere Vergleiche und Tests der bekanntesten und besten Aktienbroker können dabei helfen, den für sich besten Anbieter zu finden. Neben dem Händler ist es auch wichtig, alle technischen Möglichkeiten für sich zu nutzen, da der Verzicht auch zu einem Nachteil führen würde.

    Risikomanagement ist eine Schlüsselfunktion

    Des Weiteren ist ein gutes Risikomanagement wichtig. Analyse und genaue Beobachtung sind der Weg zum Ziel. Einfache Entscheidungen, die aus dem Bauch heraus gefällt wurden, sollten vermieden werden. Rationales Handeln ist wichtig. Vorausschauende Ziele sollten realistisch betrachtet werden. Kurzfristige Änderungen sollten immer vermieden werden. Selbst, wenn sich der Markt im Moment ganz anders verhält, als es in der Planung vorausgesagt wurde. Mit kurzfristigen Änderungen macht man zumeist nichts besser.

    Wenn man wirklich mit der Turtle Strategie arbeiten will, so gilt es in diesem Fall einen kühlen Kopf zu bewahren und sich genau an den Plan zu halten.
    Dieses Prinzip von damals gilt heute natürlich immer noch genauso.

    Die Turtle Strategie heute

    modern photoSicherlich gehört die Turtle Strategie auch heute noch zu den bekannteren Handelsstrategien. Hierbei stellt sich jedoch schnell die Frage, ob es an der bekannten Wette liegt, die auch heute noch viele Anleger kennen oder daran, dass die Strategie immer noch gerne verwendet wird. Die Antwort dürfte irgendwo in der Mitte liegen. Die Strategie hat einige Schlüsselpunkte, die universell gelten und die man immer beachten sollte.
    Nach wie vor bestimmen unter anderem Angebot und Nachfrage den Kurs des Basiswerts. Die Turtle Strategie punktet mit relativ simplen und zuvor definierten Regeln. Als Trader weiss man also immer genau, was zu tun ist. Ganz egal wie die Situation dann an der Börse aussieht.

    Jedoch sind 37 Jahre eine lange Zeit und der Aktienmarkt hat sich stark gewandelt und ist in großen Teilen viel schnelllebiger geworden. Die damalige Wette hatte gezeigt, dass das Konzept durchaus Potential hat. Jedoch kann auch durch die konsequente Einhaltung aller Regeln kein Gewinn versprochen werden. Es scheint auf der anderen Seite aber auch nicht so zu sein, dass die Wette nur aufgrund von Glück gewonnen wurde.

    Grundsätzlich spricht nichts dagegen, dass die Strategie auch heute noch funktionieren könnte. Wichtig ist, dass eine Analyse die aktuellen Trends beleuchtet. Durch den technischen Fortschritt kann man von überall, beispielsweise über den eigenen Forex Broker,  die Kursänderungen abrufen und dann direkt handeln.
    Sind die Regeln definiert, so kann man loslegen.

    Für Anfänger nur bedingt geeignet

    Die Positionen werden beim Turtle Trading schrittweise ausgebaut und können in relativ kurzer Zeit hohe Summen erreichen. Die meisten Beginner werden wohl eher mit kleinen Beträgen starten wollen und diese nicht gleich vergrößern. Vielmehr will man sehen, was passiert und wie der Markt reagiert. Auf der anderen Seite hat die Wette 1983 gezeigt, dass auch Anfänger mit der Strategie schnell Geld verdienen können. Jedoch hinkt der Vergleich zu den meisten Anlegern, da die Versuchspersonen in der Wette über genügend Kapital verfügten. So hatten sie jeweils zwischen 0,5 – 2 Millionen Dollar zur Verfügung. Ein Großteil der Amateure, die heute mit dem Handel starten möchten werden nicht annähernd soviel Kapital haben.

    Anfänger die jedoch bereit sind, die Regeln zu befolgen und über das nötige Geld verfügen, können loslegen. Denn, wie uns die Geschichte lehrte, ist es auch aus Amateur möglich Rendite zu erzielen. Wichtig hierfür ist es ebenfalls, die eigenen Emotionen unter Kontrolle zu halten und nicht nur an das schnelle Geld zu denken. Auch Angst oder Frust können ein Problem darstellen.

    Im Jahr 2020 gibt es jedoch gerade für Anfänger deutlich bessere Strategien, bei denen man weniger Kapital investieren muss und auch kein so hohes Risiko trägt.

    Was ist zu beachten?

    Hat man sich für das Turtle Trading entschieden, so sollten die folgenden drei Punkte beachtet werden:

    1. Es macht Sinn, das Szenario gleichzeitig bei mehreren Basiswerten zu nutzen. Die Streuung des Risikos steht hierbei im Vordergrund.

    2. Um wirkliche Rendite zu machen, muss der Trend auch wirklich stark sein. Denn viele Trends bringen kaum große Gewinne mit sich. Des Weiteren sind über die Zeit auch öfters kleine Verluste möglich. Hiervon sollte man sich dabei nicht abbringen lassen.

    3. Trotz klarer Regeln und dem Gebot, dass man sich immer daran halten sollte, ist es auch für das Turtle Trading nicht möglich die Psyche des Traders auszutricksen. Emotionen und Erwartungen laufen im Hintergrund weiter und machen es schwer, bei einer Strategie zu bleiben wenn es einmal nicht so gut laufen sollte.

     

    Kritik an der Turtle Strategie

    Kritiker geben vor allem zu bedenken, dass die Marktdynamik und Struktur nicht mehr mit damals zu vergleichen ist. Handel wird heute, dank der Digitalisierung, in sehr viel kürzerer Zeit betrieben. Auch haben viel mehr Menschen zugriff, wodurch die Konkurrenz deutlich größer ausfallen dürfte als noch vor 37 Jahren.

    Zu Beginn der Turtle Strategie ist es darüber hinaus wichtig, dass das Grundkonzept und damit auch das Regelwerk der bekannten Aktien überhaupt erstmal verstanden wird. Soll das Turtle Trading umgesetzt werden, so ist zum Anfang genügend Kapital nötig. So kann es während der Umsetzung passieren, dass der Käufer nicht mehr genügend Geld zur Verfügung hat. Die Strategie kann somit nicht mehr nach den zuvor definierten Regeln umgesetzt werden. Während der Wette damals stand allen Teilnehmer zu jederzeit genug Kapital zu verfügung, wodurch die Wette gerne suggeriert, das es alles viel einfach wäre, als es in Wirklichkeit der Fall ist.

    Fazit

    Die Turtle Strategie hat es durch die Wette von Richard und Eckhardt schnell zu großer Bekanntheit gebracht. Hierdurch schien es für jeden Bürger möglich zu sein Rendite zu erzielen und das eigene Kapital zu mehren. Und tatsächlich – die Wette zeigt, dass Richard recht hatte. Alle 13 Teilnehmer konnte dank der Strategie einen Gewinn erzielen. Und das durch einen Crash Kurs, der nur 2 Wochen dauerte. Spätere Versuche brauchten zumeist ein ähnliches Ergebnis und untermauerten die Bedeutung der Turtle Strategie. Auch heute spielt sie noch eine untergeordnete Rolle bei den Tradern. Nicht nur, da sie ein Mythos ist. Vielmehr kann sie auch heute noch angewendet werden. Viele Parameter haben sich über die Jahre geändert. Jedoch gilt der Kern der Strategie auch noch heute. Es ist wichtig sich an die eigenen Regeln zu halten und es ist es ebenso notwendig, dass man den Markt im Blick hat und weiss, was gerade passiert.

    Nichts desto trotz ist die Turtle Strategie nicht für jeden Trader ein gute Möglichkeit. So muss man zu Beginn über genügend Kapital verfügen. Auch muss man über ein Mindestmaß an Wissen verfügen. Denn bei der Wette von damals vergisst man oft die Details. Die Teilnehmer hatten 2 Wochen Zeit und wurden gut vorbereitet. Darüber hinaus wurden sie mit ausreichend Kapital ausgestattet.
    Wer diese Grundvoraussetzungen erfüllt kann jedoch auch heute noch Gewinne mit Hilfe der Turtle Strategie erzielen.

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    Turtle Strategie lernen: FAQs

    Was ist die Turtle Strategie?

    Bei der Turtle Strategie handelt es sich um eine spezielle Vorgehensweise beim Positionshandel. Der Begriff geht auf ein Experiment zweier Investoren, die Anfängern innerhalb von 2 Wochen diese Strategie beibrachten. Diese Anfänger wurden damals als Turtles betitelt.

    Lohnt sich die Turtle Strategie?

    Bei dem Turtle Experiment konnten sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Aber natürlich ist auch diese Strategie nicht unanfällig für Verluste. Trotzdem haben schon viele Investoren erfolgreich mit der Methode gearbeitet.

    Welche Assets eignen sich für die Turtle Trading Methode?

    Jede Anlageform mit Kursverläufen kann für das Turtle Trading in Frage kommen. Es muss aber ein Positionshandel möglich sein.

    Wie kann ich selbst zum Turtle Trader werden?

    Hierzu meldet man sich einfach bei einem Online Broker seiner Wahl an und verfolgt die Währungspaare oder Positionen, auf die man spekulieren möchte.

    Wie hoch fallen die Gewinne im Schnitt aus?

    Das lässt sich nicht pauschal beantworten, da die Höhe der Gewinne sowohl vom eingesetzten Kapital, als auch von der Trefferquote abhängt. Wie bei allen Formen des Handels muss aber auch mit Verlusten gerechnet werden. Man kann aber sagen, dass sich beim Turtle Trading häufig Gewinne realisieren lassen.

    Jeder Handel ist riskant. Keine Gewinngarantie .Jeglicher Inhalt unserer Webseite dient ausschließlich dem Zwecke der Information und stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Dies gilt sowohl für Assets, als auch für Produkte, Dienstleistungen oder anderweitige Investments. Die Meinungen, welche auf dieser Seite kommuniziert werden, stellen keine Investment Beratung dar und unabhängiger finanzieller Rat sollte, immer wenn möglich, eingeholt werden. Diese Website steht Ihnen kostenlos zur Verfügung, wir erhalten jedoch möglicherweise Provisionen von den Unternehmen, die wir auf dieser Website anbieten.

    Philip ist ein wahrer Finanz-Enthusiast und berichtet seit Januar 2019 für Kryptoszene. Dabei umfasst sein Spektrum sowohl die neuesten Errungenschaften der Kryptowelt, als auch klassische Angebote wie Aktiendepots und ETFs.