Historische Widerstandslinie zeigt: Bitcoin könnte frühestens im Dezember 2022 auf 100.000 Dollar steigen

Vor dem Start des aktuellen Bullenzyklus gingen die Erwartungen für ein Preisziel von BTC/USD weit auseinander. Auf der einen Seite gab es die eher zurückhaltend eingestellten Analysten, die schon einen Kurs des zuletzt erzielten Allzeithochs von 65.000 Dollar als utopisch für den Bitcoin eingestuft haben. Immerhin notierte Bitcoin noch vor einem Jahr unterhalb von 10.000 Dollar und hat trotz der jüngsten Korrektur ein explosives Wachstum in 2020/2021 erzielt.

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So notiert BTC/USD mit einem Kurs von rund 34.000 Dollar zum Zeitpunkt der Veröffentlichung immer noch etwa 273 Prozent über dem Vorjahresniveau, wie Zahlen von coincodex.com zeigen. Gemessen am Allzeithoch haben Anleger von Bitcoin in der Spitze sogar einen Wertzuwachs von mehr als 550 Prozent binnen zwölf Monaten verzeichnet.

Der Bitcoin-Preis ist im Vergleich zum Dollar im Korrektur-Modus. Foto: Coincodex

Damit hat der Bitcoin einige Analysten-Erwartungen bereits weit übertroffen. Andere bezeichnen den aktuellen Bitcoin-Kurs, der rund 50 Prozent unter dem Allzeithoch notiert, als fairen Marktpreis und erwarten kurzfristig keine großen Preissteigerungen. Die US-Bank JP Morgan schreibt etwa in einer aktuellen Notiz an ihre Kunden:

„Das Bitcoin-Marktsituation verschlechtert sich weiter und deutet auf anhaltende Zurückhaltung institutioneller Investoren hin. Im letzten Monat erlebten die Bitcoin-Futures-Märkte ihre steilste und nachhaltigste Liquidation seit Beginn des Bitcoin-Aufstiegs im vergangenen Oktober.“

Derzeit kommt JP Morgan in ihrer Analyse auf einen „fairen Zeitwert“ von 35.000 Dollar für den Bitcoin. Das entspricht in etwa genau dem Preisbereich in dem BTC/USD sich aktuell bewegt.

Trotz der aktuell eher defensiven Haltung zum Bitcoin-Preis gehört JP Morgen langfristig dennoch eher zu den Bullen am Kryptomarkt. So wird ein Preis von 144.000 Dollar als realistisch betrachtet. Allerdings dürfte diese Marke nach den Einschätzungen der Großbank erst in einem längeren Anlagehorizont erreicht werden. JP Morgan begründet seinen Anlegern das Preisziel mit eine Korrelation zum Goldpreis:

„Dieser Preis von 140.000 Dollar sollte als langfristiges theoretisches Ziel betrachtet werden, vorausgesetzt, eine Konvergenz der Bitcoin-Volatilität zu der von Gold und eine Angleichung der Bitcoin-Zuteilungen an die von Gold in Investorenportfolios.“

Hingegen gibt es andere Stimmen aus dem bullischen Lager, die bereits in diesem Jahr mit sechsstelligen Kursen von 100.000 Dollar und mehr rechnen.

So schreibt etwa das Medienunternehmen Bloomberg in seinem „Crypto Outlook“ für 2021, dass es deutlich wahrscheinlicher ist, dass BTC/USD in 2021 die Marke von 100.000 Dollar erreichen wird als wieder auf 20.000 Dollar zurückzufallen.

Noch bullischer ist die Aussicht des bekannten Traders und Analysten Plan B, der mit seinem Stock-to-Flow-Modell ein vielzitiertes Prognosewerkzeug für den Bitcoin-Kurs erstellt hat. Er hält laut einem Tweet von 20. Juni einen Preis von 135.000 Dollar für Dezember 2021 für das Worst-Case-Szeneraio. Richtig gehört: Ein Kurs von 135.000 Dollar ist aus seiner Sicht das schlechte Niveau, dass BTC/USD bis Jahresende erreichen könnte.

Laut seinem Prognosemodell könnte BTC/USD aber im Dezember einen „Durchschnittspreis“ von 288.000 Dollar erreichen. Im besten Fall sind seiner Ansicht nach sogar Kurse von 450.000 Dollar in 2021 möglich, wie er in einem Tweet als Antwort auf ein paar Kommentare postet. Das wäre eine Steigerung von mehr als 1.220 Prozent gegenüber dem aktuellen BTC-Preis.

Mit seinen Kurszielen von 100.000 Dollar und mehr bis Jahresende steht Plan B nicht allein da. Auch bekannte Krypto-Influencer wie MMCrypto oder The Moon geben den Followern in ihren Videos und Tweets die Hoffnung auf Bitcoin-Kurse von mehreren hunderttausenden Dollar.

Auf lange Sicht hält The Moon sogar Bitcoin-Kurse von 1.000.000 Dollar für „unvermeidlich“, aufgrund eines riesigen Transfers von Vermögen aus Dollar in Digitalwährungen, der mit der Inflation und der Entwertung von Bargeld begründet wird.

Glaubt man den Influencern, wird jeder, der heute mindestens einen Bitcoin besitzt, früher oder später Millionär sein.

Historische Widerstandslinie: BTC/USD maximal bei 80.000 Dollar bis Ende 2021?

Doch sind diese bullischen Prognosen wirklich realistisch oder überzogen?

Betrachtet man die Bitcoin-Preisentwicklung etwas distanzierter und wertet nüchtern die Kurse mithilfe der technischen Analyse aus, könnte es noch ein weiter Weg für BTC/USD auf dem Weg zu 100.000 Dollar und mehr sein. Ein historisch bedeutender Indikator deutet daraufhin, dass der Bitcoin-Kurs frühestens Ende 2022 in sechsstellige Regionen vorstoßen könnte.

Gemeint ist eine historische Widerstandslinie, die sich bereits in den Anfängen des Bitcoin gebildet hat und die BTC/USD bislang niemals überwinden konnte. Dieser Langzeitwiderstand ist in Form einer Kurve im logarhythmischen Chart des Brave New Coin Liquid Index für den Bitcoin zu erkennen. Bereits im April 2021 berichtete kryptoszene.de genau über diese Widerstandslinie. Kurze Zeit später brach der Markt ein.

In jedem Bullenmarkt hat BTC/USD bislang diesen Widerstand getestet und ist daran abgeprallt. In der Folgezeit kam es in der Regel zu einer starken Korrektur und oftmals wurde der Bärenmarkt an diesem Punkt eingeleitet. Da es insgesamt vier Berührungspunkte mit dieser Widerstandslinie gibt, ist ihre Bedeutung aus charttechnischer Sicht nicht von der Hand zu weisen. Die Linie lässt sich aufgrund der Vielzahl der Berührungen nicht anders zeichnen und gilt damit als valider Widerstand für den Bitcoin-Kurs.

Historischer Widerstand: Auch in diesem Bullenmarkt unüberwindbar? Foto: Tradingview

Erstmals getestet wurde die Linie bereits im Juni 2011. Damals befand sich der Bitcoin-Preis noch in ganz anderen Sphären als heute. Bei einer Marke von knapp 32 Dollar wurde BTC/USD abgewiesen und korrigierte bis November 2011 auf 2 Dollar. Ein Rückgang von fast 94 Prozent!

Auch im November 2012 war bei diesem Widerstand wieder das Ende des Bullenmarktes erreicht. Von knapp 1.180 Dollar ging es hinunter auf 166 Dollar. Eine Korrektur von 86 Prozent.

Gleiches Bild im Dezember 2017. Wieder war an diesem historischen Widerstand Schluss mit dem Bullenmarkt. Von rund 19.800 Dollar korrigierte BTC/USD auf unter 4.000 Dollar. Ein Rückgang von 80 Prozent.

Bisher verhält sich Bitcoin auch im Bullenzyklus 2020/2021 genau wie in seiner bisherigen Geschichte und ist bei der historischen Widerstandslinie erneut abgewiesen worden. Von knapp 65.000 Dollar ging es in der Spitze bislang runter auf rund 28.800 Dollar. Damit beträgt die Korrektur aktuell in der Spitze rund 56 Prozent.

Vergleicht man die Zyklen miteinander ist die aktuelle Korrektur bislang verhältnismäßig gering ausgefallen. Doch ob der Bitcoin-Kurs noch tiefer fällt oder die Bullen bereits jetzt wieder eine Trendwende schaffen, muss sich erst noch in den nächsten Wochen zeigen.

In jedem Fall bleibt diese historische Widerstandslinie für den Bitcoin-Kurs die bislang unüberwindbare Hürde. Der Brave New Coin Liquid Index zeigt, dass BTC/USD bis Jahresende maximal in der Bereich von knapp 80.000 Dollar vorstoßen könnte, sofern es nicht gelingt diesen entscheidenden Widerstand zu knacken.

Zudem ist ersichtlich, dass diese stetig ansteigende Widerstandslinie sich erst im Dezember 2022 dem Bereich von 100.000 Dollar nähert. Sollte sich die Geschichte wiederholen, wäre also frühestens Ende nächsten Jahres mit sechsstelligen Kursen zu rechnen. Spannend dürfte es jedoch werden, wenn BTC/USD den historischen Widerstand knacken kann.

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Steffen Bösweich

Steffen hat Medien, Politik und Kulturwissenschaft studiert und nebenher bereits erste Erfahrungen im Print-, Radio- und Hörfunkjournalismus gesammelt. Nach seinem Studienabschluss hat er seine Journalistenausbildung in einem Verlag für Wirtschaft & Sport absolviert. Dem Wirtschaftsjournalismus ist er auch bei seinen weiteren Tätigkeiten als Redakteur stets treu geblieben und verfügt inzwischen über mehr als zehn Jahre Berufserfahrung. Er interessiert sich für Finanzthemen aller Art, Aktien und Kryptowährungen sind sein Steckenpferd.

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