Die größten Krypto-Hackerangriffe in der Geschichte von Bitcoin & Co.

Kryptowährungen sind aktuell wieder in aller Munde. Allerdings nicht in positiver Hinsicht. Die Schlagzeilen werden von dem erfolgreichen Hackerangriff auf das Polygon-Network bestimmt. Wie kryposzene.de berichtete, wurden Digitalwährungen in Höhe von umgerechnet 600 Millionen Dollar von den Kriminellen gestohlen.

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Von dem Angriff auf das Chain-übergreifende Protokoll wurden sowohl die Binance Chain, die Ethereum-Blockchain und das Polygon-Netzwerk betroffen. Der größten Schaden entstand dabei mit 273 Millionen Dollar über die Ethereum-Blockchain. Aus der Binance Smart Chain wurden Token im Wert von 253 Millionen Dollar entwendet und im Polygon-Netzwerk hat das Diebesgut einen Wert von 85 Millionen Dollar.

Angreifer geben Teil der Beute zurück, Imageschaden bleibt

Auch wenn die Angreifer inzwischen bereits 258 Millionen Dollar zurückgegeben haben sollen, geht es nicht nur um den wirtschaftlichen Schaden. Schwerer wiegt der Imageschaden für den gesamten Kryptomarkt. Denn der erfolgreiche Angriff ist Wasser auf die Mühlen aller Kritiker, die immer wieder argumentieren, dass der Markt mit vielen Unsicherheiten behaftet ist. Sie raten Investoren einen großen Bogen um den Kryptomarkt zu machen und verweisen dabei auf viel kriminelle Energie und technische Sicherheitslücken.

Ob die Kritiker nun mit ihrer Argumentation im Recht sind, oder ob die Betrachtung zu pauschal ist, sei dahingestellt. Schließlich gibt es auch viele seriöse Kryptobörsen, wie dieser Vergleich zeigt. Fakt ist jedoch, dass der neuerliche Angriff viele Anleger erneut verunsichern wird. Und es ist längst nicht das erste Mal, dass Hacker auf dem Kryptomarkt erfolgreiche Beute gemacht haben. Die größten Hackerangriffe in der Geschichte von Bitcoin & Co. im Überblick.

Mt. Gox: Milliarden Dollar in BTC verloren

Mit einer Schadenssumme von 600 Millionen Dollar scheint der aktuelle Hackerangriff kaum zu überbieten. Doch die Bitcoin-Geschichte kennt noch größere Angriffe.

Im negativen Sinne unvergesslich bleibt der Hackerangriff auf den japanischen Handelsplatz Mt.Gox. Ursprünglich wurde Mt.Gox 2009 als Tauschbörse für Sammelkarten des Spiels Magic: The Gathering gegründet. Ein Jahr später entschieden sich die Gründer jedoch aus Mt. Gox eine Bitcoin-Börse zu machen. Mit dem schnellen Aufstieg des Bitcoin wurde auch Mt.Gox in kürzester Zeit zu einer der einflussreichsten Plattformen im Kryptomarkt. So sollen in der Spitze mehr als 60 Prozent des weltweiten Bitcoin-Handelsvolumens über Mt.Gox abgewickelt worden sein.

Mit seiner Größe war Mt.Gox ein sehr lukratives Ziel für Kriminelle. Doch schon in den Anfängen, im Jahr 2011, kam es zu einem ersten Diebstahl. Dabei sollen 25.000 BTC entwendet worden sein. Damals waren das „nur“ rund 500.000 US-Dollar. Heute würde sich die Schadensumme beim aktuellen Bitcoin-Kurs von 45.000 Dollar jedoch auf 1,125 Milliarden US-Dollar belaufen. Damit ist allein dieser Angriff hinsichtlich des Schadens schon fast doppelt so heftig ausgefallen, wie der jüngste Angriff auf das Poly Network.

Schon kurze Zeit später ließ eine erneute Sicherheitslücke den Bitcoin-Preis für kurze Zeit auf einen Kurs von einem Dollar-Cent abstürzen. Betroffen waren bei diesem Angriff Konten mit Digitalwährungen im Wert von damals insgesamt knapp 9 Millionen Dollar.

Im Zuge des stärker werdenden Hypes um Bitcoin entschloss sich Mt.Gox 2013 den Handel vorübergehend auszusetzen, damit der Markt sich beruhige. Doch bei der Aktion wurde der Bitcoin-Preis fast halbiert und fiel auf Tiefstände von rund 55 Dollar, bevor er kurze Zeit später wieder auf mehr als 100 Dollar kletterte.

Die Negativschlagzeilen rund um die Krypto-Plattform häuften sich in der Folgezeit. So wurden etwa im Sommer 2013 für mehrere Wochen die Auszahlungen von Kundengeldern vorübergehend ausgesetzt. Zudem wurde die Plattform mit Klagen überzogen. So forderte etwa das Unternehmen CoinLab 75 Millionen Dollar ein.

Auch mit den Behörden kam es zu Ärger. Das US-Ministerium für Innere Sicherheit beschlagnahmte Konten von Mt. Gox, da das Unternehmen sich nicht als Zahlungsdienstleister in den USA angemeldet hatte.

Anfang 2014 war es für die Nutzer von Mt.Gox dann erneut nicht möglich Abhebungen vorzunehmen. Kurze Zeit später war die ganze Handelsplattform nicht mehr erreichbar und der damalige Chef des Unternehmens, Mark Karpelès, trat von seinem Amt zurück.

Das ganze Ausmaß des Schadens für die Kunden von Mt. Gox zeigte sich immer mehr. So gab das Unternehmen bekannt, dass Kundeneinlagen im Wert von 750.000 Bitcoin verloren gegangen seien. Schon in der damaligen Zeit bezifferte sich der Schaden auf 350 Millionen Dollar. Rechnet man die Summe jedoch zum heutigen Bitcoin-Kurs von mehr als 45.000 Dollar um, ergibt sich eine astronomische Schadensumme von 33,75 Milliarden Dollar.

Zudem teilte Mt. Gox mit, dass weitere 100.000 Bitcoin des Unternehmens verloren sein. Ein zusätzlicher Schaden von heute umgerechnet 4,5 Milliarden Dollar. Kurze Zeit später korrigierte Mt.Gox die Schadenssumme nach unten. Demnach seien 200.000 BTC wieder aufgetaucht.

Später wurde bekannt, dass laut Polizeiermittlungen jedoch nur ein kleiner Teil des Schadens durch Hackerangriffe entstanden sein soll. Die weitaus größere Summe sei durch einen Insider unterschlagen worden. 2015 wurde der frühere Börsen-Chef schließlich festgenommen.

Bitfinex: 120.000 BTC gestohlen

Unvergessen bleibt leider auch der Hackerangriff auf die Bitcoin-Börse Bitfinex. Dabei nutzten die Kriminellen eine technische Schwachstelle aus, um insgesamt 120.000 BTC zu stehlen. Rechnet man den Betrag zum heutigen Wechselkurs um, ist die Rede von 5,4 Milliarden Dollar. Für Kunden war der Zugang zur Börse und Abhebungen teilweise eingeschränkt. Die Nutzer von Bitfinex wurden damals mit dem BFX-Token im Verhältnis zu ihren Verlusten kompensiert.

Zudem wurde das Unternehmen 2016 von der U.S. Commodity Futures Trading Commission zu einer Geldstrafe von 75.000 US-Dollar für das Angebot illegaler Rohstofftransaktionen verurteilt.

Auch in der Folgezeit blieb Bitfinex nicht ohne Schlagzeilen. So kam es etwa im April 2017 zu Verzögerungen bei der Bearbeitung von USD-Auszahlungen , nachdem Wells Fargo seine Überweisungen gestoppt hatte.

Im Firmenkonglomerat iFinex besteht Bitfinex bis heute weiter als Kryptobörse. Bekannt ist daneben vor allem der herausgegebene Stablecoin Tether. Für die undurchsichtigen Geschäftsstrukturen rund um die Abdeckung von Tether mit echten US-Dollar steht das Unternehmen ebenfalls in der Kritik und sah sich bereits mit Ermittlungen der Behörden konfrontiert.

Coincheck: NEM Token im Wert von 500 Millionen Dollar weg

Auch die japanische Kryptobörse Coin-Check ist durch einen Hackerangriff in die Schlagzeilen geraten, 2018 gelang es den Kriminellen, den Token NEM im Wert von 500 Millionen Dollar aus der Hot Wallet des Unternehmens zu entwenden. Dabei wurde der Token über insgesamt neunzehn Konten übertragen. 31 Hacker sollen in diesem Zusammenhang bis heute von der Staatsanwaltschaft angeklagt worden sein.

Nachdem Coincheck zunächst mittelte, nicht sicher zu sein, ob alle betroffenen Nutzer entschädigt werden könnten, teilte dass Unternehmen schließlich mit, dass der Schaden der 260.000 Betroffenen durch Eigenkapital in Form von Yen kompensiert wird. Trotz der Ermittlungen der Finanzaufsicht konnte Coincheck seinen Betrieb fortsetzen und verpflichtete sich die Sicherheitslücken zu schließen.

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Steffen Bösweich

Steffen hat Medien, Politik und Kulturwissenschaft studiert und nebenher bereits erste Erfahrungen im Print-, Radio- und Hörfunkjournalismus gesammelt. Nach seinem Studienabschluss hat er seine Journalistenausbildung in einem Verlag für Wirtschaft & Sport absolviert. Dem Wirtschaftsjournalismus ist er auch bei seinen weiteren Tätigkeiten als Redakteur stets treu geblieben und verfügt inzwischen über mehr als zehn Jahre Berufserfahrung. Er interessiert sich für Finanzthemen aller Art, Aktien und Kryptowährungen sind sein Steckenpferd.

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