Frau mit besorgtem Blick steht neben einer gebrochenen goldenen Bitcoin-Münze auf rotem Hintergrund, Symbol für fallende Kryptowerte oder Marktunsicherheit.

Der Schock kam in wenigen Kerzen: Nachdem Bitcoin Anfang der Woche noch über 106.000 US-Dollar notierte, fällt der Kurs am heutigen Freitagnachmittag 95.000 US-Dollar und durchbrach damit deutlich die psychologisch zentrale 100.000er-Marke. Laut Daten von Coinglass summierten sich die Derivate-Liquidationen im 24-Stunden-Fenster auf rund eine Milliarde US-Dollar, wobei Long-Positionen den Löwenanteil ausmachten.

  • Bitcoin-Kurs rutscht in einem schnellen Abverkauf auf aktuell rund 95.000 US-Dollar, Derivate-Liquidationen summieren sich binnen 24 Stunden auf rund 1 Mrd. US-Dollar.
  • Der Fear-&-Greed-Index fällt auf 22 Punkte – tiefster Stand seit Monaten
  • Analyst warnt: Möglicher weiterer Dip in die 90.000er-Zone, bevor ein Rebound einsetzt
  • On-Chain-Daten und Struktur bleiben trotz Panik intakt

Flashcrash lässt Bitcoin-Kurs deutlich unter 100.000 US-Dollar rutschen

Anfang dieser Woche markierte Bitcoin auf CoinGecko noch Tageshochs jenseits von 106.000 US-Dollar. Im Laufe dieser Woche musste der Kurs deutlich Federn lassen: Zum Zeitpunkt des Schreibens pendelt der Bitcoin-Kurs um 95.000 US-Dollar und liegt damit gut 24 Prozent unter dem Allzeithoch von 126.080 US-Dollar, das CoinGecko Anfang Oktober verzeichnet hat – ein Kursrückgang von alleine 6,6 Prozent innerhalb der letzten 24 Stunden.

Longs fliegen nacheinander aus dem Markt, Market Maker ziehen Liquidität, der Spot-Kurs rauscht durch Orderbücher, in denen zu diesen Levels kaum Kaufinteresse liegt. Die Dynamik erinnert an ähnliche Flashcrashes, in denen vor allem überhebelte Positionen abgestraft wurden, während der reine Spotmarkt deutlich ruhiger blieb.

In unserem Live-Ticker „Extreme Angst, fallende Indikatoren und dennoch hält Bitcoin die langfristige Struktur“begleiten wir die Lage seit den ersten Ausschlägen: Fear-&-Greed-Index sowie On-Chain-Signale, die eher für eine Konsolidierung als für einen strukturellen Bärenmarkt sprechen.

Liquidationen, Zinsen, ETFs: Ein perfekter Sturm

Makroökonomisch passiert aktuell viel: Mehrere Mitglieder des Federal Open Market Committee (FOMC) betonten zuletzt wieder stärker die Inflationsrisiken, während die Hoffnung auf eine schnelle Zinssenkung im Dezember schwindet. Parallel belastet der anhaltende US-Government-Shutdown die Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten – inklusive Arbeitsmarkt- und Inflationsstatistiken.

Auch auf der ETF-Seite sieht es nach einem institutioneller Risk-Off-Move aus: Daten von Farside Investors zeigen, dass die US-Spot-Bitcoin-ETFs am 13. November Nettomittelabflüsse von zusammen 866,7 Mio. US-Dollar verzeichneten, angeführt vom Grayscale-Fonds mit über 300 Mio. US-Dollar Abfluss an einem Tag.

Extreme Angst, aber intakte Struktur

Spannend ist der Blick auf die Stimmungslage. Der Crypto Fear & Greed Index auf CoinmarketCap zeigt mittlerweile nur noch 22 Punkte und rutschst damit gefährlich nahe an die Extreme Angst.

Kyle Reidhead (Milk Road) reagiert via X mit einer deutlich vorsichtigeren Einschätzung. Seiner Ansicht nach könnte der anhaltende Druck aus negativer Marktstimmung Bitcoin kurzzeitig gar bis in die 90.000-US-Dollar-Zone drücken, bevor eine starke Gegenbewegung einsetzt.

Sein Argument: Der Markt sei noch nicht bearish genug, um einen nachhaltigen Boden auszubilden.

Er warnte: Eine weitere, große Liquidationswelle könnte fehlen – und genau diese würde dann paradoxerweise den Startschuss für eine kräftige Erholung geben. Denn im Bereich zwischen 90.000 und 95.000 US-Dollar ortet er massive Nachfrage.

Was der Flashcrash für Anleger bedeutet

Für kurzfristig handelnde Trader ist der jüngste Rutsch eine schmerzhafte Erinnerung daran, wie gnadenlos der Kryptomarkt Hebelpositionen auspreist – insbesondere nahe runder Marken wie 100.000 US-Dollar, an denen sich Liquidität und Stops ballen. Wer mit Futures oder Margin-Produkten arbeitet, kommt an einem professionellen Risikomanagement nicht vorbei: konservative Hebel, klare Liquidationsabstände, konsequent platzierte Stops und der Verzicht auf All-In-Positionen gehören dazu.

Langfristig orientierte Investorinnen und Investoren sollten sich dagegen weniger vom Intraday-Lärm als vom strukturellen Bild leiten lassen: Steigende Bitcoin-Adoption durch Staaten und Institutionelle, eine weiterhin knappe Angebotsseite und makroökonomische Faktoren haben sich durch den Flashcrash erstmal nicht verändert.

Wer jetzt über Einstiege oder Nachkäufe nachdenkt, sollte sich zunächst mit den Basics beschäftigen – von der Wahl der Börse bis zur sicheren Verwahrung. Einen kompakten Einstieg bietet der Ratgeber Bitcoin kaufen, der Schritt für Schritt durch den Kaufprozess führt. Auch ein Vergleich für die besten Bitcoin-Wallets kannst du hier finden sowie unsere aktuelle Bitcoin-Prognose 2025, die unterschiedliche Szenarien durchspielt.

Ob die aktuelle Bewegung schon der Start in einen echten Bärenmarkt ist oder „nur“ ein tiefer Luftholer im übergeordneten Aufwärtstrend, wird sich erst in den kommenden Wochen entscheiden. Bis dahin gilt mehr denn je: Emotionen runterdrehen und keine übereilten Entscheidungen treffen.

Kryptowährungen sind ein sehr volatiles, unreguliertes Investmentprodukt. Ihr Kapital ist im Risiko.

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Pia pro-investor-shield

Pia ist fasziniert von Web3 und Künstlicher Intelligenz. Mit ihrem geisteswissenschaftlichen Hintergrund liebt sie es, gesellschaftliche Trends aufzuspüren und den Zeitgeist zu hinterfragen. Früher war sie im Think Tank und Forschungszentrum der Frankfurt School of Finance tätig und hat dort als Bitcoin- und NFT-Talent am Frankfurt Blockchain Center mitgewirkt. Wenn sie nicht gerade schreibt oder über neue Technologien nachdenkt, ist sie gerne am Atlantik – am liebsten auf ihrem Surfbrett.

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