Kryptobörse QuadrigaCX: Verstorbener Gründer nimmt Passwort offenbar mit ins Grab

Kryptobörse QuadrigaCX: Verstorbener Gründer nimmt Passwort offenbar mit ins Grab
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Kunden der kanadischen Krypto-Börse QuadrigaCX blicken derzeit in die Röhre, oder besser: Ins Grab. Nach dem Tod ihres Gründers behauptet die Börse, die Guthaben der Kunden nicht auszahlen zu können. Der Grund: Der Verstorbene soll der einzige gewesen sein, der das Passwort zum Offline-Tresor des Unternehmens kannte. Das berichtete die Webseite Coindesk am 1. Februar.

Firmengründer Gerald Cotten hatte die Kryptowährungen in einer sogenannten Cold Wallet offline gesichert, um sie vor Hackerangriffen zu schützen. Cottens Witwe Jennifer Robertson behauptet in ihrem Antrag auf Gläubigerschutz, dass Cotten verstorben sei, und das Passwort für die Vermögen somit verloren.

Börse nahm bis noch vor wenigen Tagen weiterhin Einzahlungen entgegen

Um Anlagen im Wert von rund 166 Millionen Euro soll es sich dem Bericht zufolge handeln. Auf der Exchange lagern ungefähr 26.500 Bitcoin, 11.000 Bitcoin Cash, 11.000 Bitcoin SV, 35.000 Bitcoin Gold, rund 200.000 Litecoin sowie ungefähr 430.000 Ether. Die kanadische Börse verwaltet die Anlagen von rund 115.000 Kunden.

Laut Cottens Witwe Robertson sei Gerald Cotten bereits Anfang Dezember in Folge von Komplikationen seiner Morbus-Crohn-Erkrankung während einer Indienreise verstorben. Benachrichtigt wurden die Kunden von QuadrigaCX darüber aber erst Mitte Januar. Trotzdem nahm die Börse bis vor wenigen Tagen weiterhin Einzahlungen entgegen.

Angeblich soll sich das Cold Wallet auf einem verschlüsselten Laptop befinden, dessen Passwort Robertson nicht habe finden können. Die Firma QuadrigaCX behauptet auf ihrer Webseite, ein Sicherheitsexperte sei bereits damit beschäftigt, das verschlüsselte Laptop zu knacken – bislang ohne Erfolg.

Täuscht Cotten seinen Tod nur vor?

Eine Sterbeurkunde fügte die Witwe Roberston ihrer eidesstattlichen Erklärung inzwischen bei – zunächst hatte diese nicht vorgelegen. Darum waren Spekulationen über einen Betrug entstanden: Täuscht Cotten seinen Tod möglicherweise nur vor, um sich mit dem ergaunerten Geld aus dem Staub zu machen? Verschiedene Ungereimtheiten unterstützen diese Lesart; ein auf Medium erschienener Bericht listet sie auf. Der Bericht ist inzwischen nicht länger verfügbar.

In unseren Kaufanleitungen für Kryptowährungen weisen wir auf die damit verbundenen Gefahren hin, auf ein eigenes Wallet zu verzichten. Die obskure Geschichte um den Tod Gerald Cottens mag ein weiteres mal unterstreichen, wie wichtig es für Anleger ist, sich mit Sicherheitsfragen auseinanderzusetzen. In unserem Wallet-Test stellen wir dir verschiedene Wallets vor und zeigen dir ihre Vorzüge auf.

Alternativ bieten sich Investments in sogenannte CFD-Derivate an, bei denen der Anleger nicht in die Währung selbst investiert. Die Redaktion von Kryptoszene.de empfiehlt dafür ihren Testsieger eToro.

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