In Trumps Primetime-Ansprache aus dem Weißen Haus bleibt der große Krypto-Moment aus. Trotzdem liefert Donald Trump zwei Signale, die für den Kryptomarkt wichtig sind.
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Keine Krypto-Ansage: Trumps Primetime-Rede aus dem Weißen Haus liefert keinen direkten Bitcoin-/Krypto-Plan, setzt aber Makro-Signale.
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„Warrior Dividend“: Trump kündigt 1.776 US-Dollar pro Kopf für rund 1,45 Millionen US-Militärangehörige „vor Weihnachten“ an.
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Zins-Story: Trump will „bald“ den nächsten Fed-Vorsitzenden benennen – mit dem Ziel deutlich niedrigerer Zinsen(„by a lot“).
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Bitcoin-Marktlage: Der BTC-Kurs notiert zum Zeitpunkt des Schreibens bei rund 85.400 US-Dollar und reagiert bisher verhalten auf Trumps Makro-Ankündigungen.
Die Rede in einem Satz: Optimismus verkaufen, Gegner beschuldigen, Fed unter Druck setzen
Trump nutzte die Ansprache, um Kritik an seiner Wirtschaftspolitik abzuwehren und das Bild eines kommenden „historischen Booms“ zu zeichnen. Gleichzeitig streute er wie so oft eine Mischung aus Selbstlob, Angriffen auf politische Gegner und großen Versprechen, ohne in vielen Bereichen konkrete neue Gesetze oder Maßnahmen zu präsentieren.
Trump sagte in seiner Rede, er habe ein Chaos geerbt und „repariere“ es jetzt, inklusive Inflationsbekämpfung und sinkender Lebenshaltungskosten. Außerdem kündigte er einen einmaligen „Warrior Dividend“ an: 1.776 US-Dollar pro Kopf für rund 1,45 Millionen US-Militärangehörige, noch „vor Weihnachten“. Das ist keine Kleinigkeit, sondern ein Programm in der Größenordnung von rund 2,6 Milliarden US-Dollar.
Die Begründung ist gewollt oder nicht bedeutungsschwanger: 1.776 als Anspielung auf das Gründungsjahr der USA. Trump will Kaufkraft und Stimmung erzeugen. Aber das liefert auch Sprengstoff: Angeblich soll das Geld nicht, wie Trump es andeutete, einfach „aus Tarifen“ fließen, sondern aus umgewidmeten Mitteln, die ursprünglich für Militär-Wohnungsprogramme vorgesehen waren.
In an address to the Nation, US President Donald Trump says, „Tonight, I am also proud to announce that more than 1,450,000 military service members will receive a special warrior dividend before Christmas. In honour of our nation’s founding in 1776, we are sending every soldier… pic.twitter.com/giMc5vbcjJ
— ANI (@ANI) December 18, 2025
Der wahre Markt-Treiber: „Der nächste Fed-Chef glaubt an niedrige Zinsen – by a lot“
Der Satz, den Trader hören wollten, fiel beim Thema Notenbank: Trump sagte, er werde „bald“ den nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve benennen – und dieser werde an deutlich niedrigere Zinsen glauben („by a lot“). Er koppelte das direkt an ein Versprechen: Hypothekenzahlungen sollen weiter sinken.
Mögliche Nachfolger aktuell sind Kevin Hassett und Kevin Warsh – er betont, dass keiner von ihnen unbedingt so extreme Cuts vertreten müsse, wie Trump sie öffentlich andeutet. Gleichzeitig sagte Trump, der Fed-Chef solle sich mit dem Präsidenten bei Zinsentscheidungen abstimmen; das wäre jedoch ein Frontalangriff auf die traditionelle Unabhängigkeit der Fed.
Auch die Hypotheken sollen runter. Nur, so verführerisch Trumps Botschaft auch klingt: Hypothekenzinsen hängen in der Praxis stark an der Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe, nicht nur am Leitzins.
Übersetzt für den Kryptomarkt: Selbst wenn Trump die „Zins-Story“ gewinnt, muss der Bondmarkt sie mitkaufen. Wenn Renditen steigen (Inflationsangst, Defizitangst), dann wird aus „Risk-on“ sehr schnell wieder „Risk-off“. Und dann knallt es erfahrungsgemäß zuerst bei hoch gehebelten Assets – also auch bei Bitcoin.
Bitcoin-Marktlage
Trump sprach in seiner Rede eher von „Erfolgen“ welcher Art auch immer statt explizit über Krypto-Regulierung oder Bitcoin-Politik. Und trotzdem ist das Ganze für Bitcoin hochrelevant, weil Risiko-Assets besonders auch an Makrodaten hängen wie Zinsen, Liquidität, Steuern, Staatsausgaben.
Passend dazu lobte Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett am Donnerstag aktuelle Inflationsdaten als „besser als erwartet“, sprach von Löhnen, die Inflation überholen, und deutete „viel Raum“ für Zinssenkungen an. Auch das füttert kurzfristig den Trade: Zinsen runter = Risikoassets rauf.
Noch am Mittwoch vor der Rede hat die Ankündigung einen kleinen Pump bei Bitcoin auf 90.000 US-Dollar ausgelöst. Doch schnell musste der Kurs wieder Federn lassen. Über die positiven Makroaussichten hat der Kurs bisher nicht besonders stark reagiert: Der Bitcoin-Kurs notiert zur Zeit des Schreibens bei rund 85.400 US-Dollar.

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