Erst Pump, dann Dump. Der Bitcoin-Kurs springt kurzfristig über 90.000 US-Dollar, nur um wenig später wieder in Richtung 85.000 US-Dollar abzutauchen. Auslöser ist eine angekündigte Primetime-Ansprache aus dem Weißen Haus, allerdings ohne Thema. Diese Leerstelle füllt der Markt mit Gerüchten, Hebel und Liquidationen. Die Hintergründe.
- Trump hält am Mittwoch um 21 Uhr EST eine Ansprache im Weißen Haus – Thema bislang offen.
- Der Bitcoin-Kurs schoss intraday über 90.000 US-Dollar und rutschte anschließend bis in den Bereich um 86.000 US-Dollar.
- Trader sprechen von „Manipulation“ – rund 200 Millionen US-Dollar Long-Liquidationen binnen gut einer Stunde.
Was heute im Markt passiert ist
Der Kursverlauf heute war äußert volatil: Bitcoin markierte im Tageshoch über 90.000 US-Dollar, drehte dann scharf ab und fiel im Tagestief bis knapp über 86.000 US-Dollar zurück. Parallel flog ordentlich Hebel aus dem Markt. Die Long-Liquidationen binnen etwas mehr als einer Stunde auf über 200 Millionen US-Dollar.
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Der Auslöser: Trump kündigt Primetime-Rede an, aber ohne Thema
US-Präsident Donald Trump will am Mittwoch um 21 Uhr EST (das ist Donnerstag, 03:00 Uhr MEZ) eine Ansprache aus dem Weißen Haus halten. Worum es geht, ließ er offen, was der Treibstoff für die Gerüchteküche war.
Auf X griffen Macro-Accounts die Ankündigung auf, etwa The Kobeissi Letter, der weiter Feuer ins Gas kippte.
BREAKING: President Trump says he will be giving an address to the nation tomorrow night at 9 PM EST. pic.twitter.com/zABjx1ImRM
— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) December 16, 2025
„Pure Manipulation“: Vorwurf laut, Beweis schwierig
Der Mechanismus ist altbekannt: Wenn ein „Big Event“ im Raum steht, ziehen Trader Liquidität aus dem Orderbuch, parken Risiko und zocken gleichzeitig mit Hebel auf den Move. Kommt dann ein plötzlicher Impuls (egal ob durch Gerücht, große Market-Orders oder Algo-Spikes), kippt das Domino: erst Short-Squeeze nach oben, dann Long-Cascade nach unten.
In sozialen Netzwerken kochte schnell der Manipulationsvorwurf hoch. Der On-Chain-Account DeFiTracer behauptete, Binance und Wintermute würden „Millionen“ an BTC abladen und so Liquidationen triggern.
Wichtig: Solche Posts sind vorerst Stimmungsmache, längst kein gerichtsfester Nachweis. Selbst wenn große Player verkaufen, ist die saubere Kausalität schwer zu belegen: Wallet-Zuordnungen sind fehleranfällig, Market Making ist komplex, und Liquidationen passieren automatisch über die Börsenmechanik.
🚨 BREAKING:
BINANCE AND WINTERMUTE DUMPING MILLIONS OF $BTC
THEY LIQUIDATED OVER $100M LONG POSITIONS IN 5 MINUTES
THIS IS PURE MANIPULATION!! 👀 pic.twitter.com/0dliky4ypv
— ᴛʀᴀᴄᴇʀ (@DeFiTracer) December 15, 2025
Strategische Bitcoin-Reserve
Ein Teil der Spekulation dreht sich wieder um die strategische Bitcoin Reserve. Nur: Die gibt es in den USA bereits seit März 2025 – per Executive Order. Wenn Trump also heute Abend (US-Zeit) wirklich etwas „Krypto-Großes“ sagt, wäre eher denkbar: Details zur Verwaltung, Ankauf-Strategien, regulatorische Leitplanken – oder etwas völlig anderes. Bis dahin heißt es weiter: Thema unbekannt.
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