Die Diskussion um eine mögliche Bitcoin-Reserve der USA bleibt seit Monaten ein spannendes Thema, obgleich es zuletzt eher ruhig wurde. Donald Trump hatte bereits im Wahlkampf signalisiert, dass die Vereinigten Staaten strategisch Bitcoin anhäufen sollten – allerdings ohne neue staatliche Ausgaben zu verursachen. Zentral ist daher das Prinzip des budgetneutralen Erwerbs: Statt BTC am Markt zu kaufen und damit Steuergelder zu belasten, soll die Reserve ausschließlich durch bestehende Zahlungsströme, Umschichtungen oder alternative Finanzierungswege aufgebaut werden.
Das formulierte Ziel ist es, die nationale Vermögensbasis zu diversifizieren, ohne das Haushaltsdefizit zu erhöhen. Schließlich steigen die US-Schulden bereits in einem unvorstellbaren Tempo.
Nun könnte die strategische Reserve der USA auch durch ein neues Gesetz vorangetrieben werden. Denn hier sollen Steuerzahler endlich in den Genuss kommen, ihren Verpflichtungen gegenüber dem Fiskus mit Bitcoin nachzukommen.
Neues US-Gesetz: Steuern zahlen mit Bitcoin?
Mit dem „Bitcoin for America Act“ hat der republikanische Abgeordnete Warren Davidson einen neuen Gesetzesentwurf zur Integration von Bitcoin in das Finanzsystem der USA vorgelegt. Der Entwurf sieht vor, dass Bundessteuern künftig direkt in Bitcoin bezahlt werden können, und dass sämtliche BTC-Einnahmen vollständig in eine neu geschaffene Strategic Bitcoin Reserve fließen. Damit würde der Staat Teile seiner Vermögensbasis von der US-Dollar-Entwicklung entkoppeln und auf ein deflationäres, digital knappes Asset stützen.
https://twitter.com/WatcherGuru/status/1991529896129228820
Davidson argumentiert, die USA müssten im globalen Wettbewerb um monetäre Souveränität mit China, Russland und anderen Nationen Schritt halten, die bereits aktiv Bitcoin akkumulieren. Eine staatliche Reserve soll finanzielle Stabilität erhöhen, langfristige Inflationsrisiken abfedern und den nationalen Wohlstand in einem zunehmend digitalen Währungsumfeld sichern.
Die gesetzliche Grundlage umfasst technische Leitplanken für die steuerliche Abwicklung, etwa Regelungen zur Valuation, Non-Recognition-Regeln für Steuerzahler sowie sonstige Vorgaben.
Zentral ist zudem die Entscheidung, die Reserve langfristig nahezu unantastbar zu halten: Verkäufe wären erst nach 20 Jahren und nur in begrenztem Umfang möglich. Damit würde der Staat Bitcoin nicht taktisch handeln, sondern strategisch horten.
US-Senat treibt Bitcoin-Reserve voran
Derweil liegt in der US-Legislative bereits ein deutlich umfassenderer Entwurf auf Senatsebene: der „BITCOIN Act of 2025“, eingebracht von Senatorin Cynthia Lummis gemeinsam mit mehreren republikanischen Mitinitiatoren. Das Vorhaben zielt auf den systematischen Aufbau einer staatlichen Strategic Bitcoin Reserve und schafft dafür ein umfassendes Gerüst. Vorgesehen ist ein offizielles Kaufprogramm, das über fünf Jahre hinweg jährlich 200.000 BTC erwerben soll, insgesamt also bis zu 1 Million Bitcoin.
https://twitter.com/RepNickBegich/status/1899548601782833524
Neben dem Erwerb regelt der Entwurf die Verwahrung in einem dezentral verteilten Cold-Storage-Netzwerk innerhalb der USA, flankiert von Sicherheitsstandards in Abstimmung mit Verteidigungs- und Heimatschutzbehörden. Hinzu kommt ein „Proof-of-Reserve“-System mit quartalsweisen öffentlichen Nachweisen und unabhängigen Audits. Finanzierung und Kostenneutralität sollen über Fed-Überschüsse sowie die Neubewertung von Goldzertifikaten abgesichert werden.
Auch wenn eine nationale Bitcoin-Reserve 2025 sicher nicht zu den politischen Prioritäten der USA zählt, angesichts zahlreicher wirtschaftlicher und geopolitischer Baustellen, zeigt die aktuelle Gesetzesarbeit dennoch einen Wandel. Bitcoin wird inzwischen nicht mehr als Randphänomen betrachtet, sondern als potenziell strategisches Asset diskutiert. Kurzfristige Käufe wirken zwar unwahrscheinlich, doch allein eine klare, konstruktive Krypto-Regulierung wird dem Markt langfristig weit mehr Stabilität und Akzeptanz verleihen.
Der folgende Analyst beschreibt derweil ein mögliches geld- und fiskalpolitisches Szenario für die USA ab 2026, das erhebliche Folgen für reale Vermögenswerte haben könnte. Grundlage ist nämlich die geplante Neubewertung der staatlichen Goldreserven, die laut dem Strategic Bitcoin Reserve Act vorgesehen ist. Da die US-Regierung ihre Goldbestände derzeit zu historischen, extrem niedrigen Buchwerten führt, würde eine Neubewertung rechnerisch rund eine Billion US-Dollar zusätzlichen fiskalischen Spielraums schaffen.
The US is preparing to revalue its gold holdings in 2026, according to the Strategic Bitcoin Reserve Act.
That move alone would give the government around $1 trillion in new spending power.
Combine that with:
– Trump’s remark that “you grow your way out of debt”
– Powell’s… pic.twitter.com/VvpgcYRZt5— Lukas Ekwueme (@ekwufinance) November 20, 2025
In Kombination mit politischen Signalen – etwa Trumps Haltung, Wachstum statt Sparen als Weg aus der Verschuldung zu nutzen, sowie dem Ende von Jerome Powells Amtszeit 2026 – deutet der Analyst auf eine Phase der lockeren Geldpolitik hin.
Profiteur wäre davon abermals Bitcoin. Wenn die USA vorher Exposure aufbauen würde, könnte sie selbst starker Nutznießer der eigenen Politik werden.
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