Die jüngste Erholung am Kryptomarkt verliert vorerst an Dynamik. Bitcoin notiert wieder im Bereich von 65.000 US-Dollar, während Ethereum deutlich unter die Marke von 1.900 US-Dollar zurückgefallen ist. Damit zeigt sich nach dem vorherigen Rebound erneut eine erhöhte kurzfristige Volatilität. Abseits der Kursentwicklung schreitet der Ausbau der dezentralen Finanzinfrastruktur jedoch weiter voran.
Mehrere etablierte DeFi-Projekte haben in den vergangenen Tagen neue Produkte oder umfangreiche Protokoll-Upgrades veröffentlicht. Im Fokus stehen dabei eine effizientere Nutzung vorhandener Liquidität, neue Dienstleistungen für Token-Emittenten, die institutionelle Ausgabe tokenisierter Vermögenswerte sowie eine Überarbeitung der zentralen Staking-Infrastruktur von Lido.
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1inch startet Aqua als gemeinsame Liquiditätsschicht für DeFi
1inch hat Aqua öffentlich gestartet. Dabei handelt es sich um eine selbstverwahrte Shared-Liquidity-Infrastruktur, über die derselbe Token-Bestand gleichzeitig mehrere Liquiditätspositionen unterstützen kann. Bei klassischen DeFi-Modellen müssen Liquiditätsanbieter ihre Vermögenswerte normalerweise auf verschiedene Pools und Strategien aufteilen. Aqua lässt die Token dagegen grundsätzlich im persönlichen Wallet. Sie werden erst dann innerhalb einer atomaren Transaktion bewegt, wenn die zuvor festgelegten Bedingungen einer Position erfüllt sind.
THE STARTING BLOCK: @1inch co-founder @deacix unpacks the launch of 1inch Aqua and how shared liquidity brings new functionality to the DeFi ecosystem. pic.twitter.com/qfWeuTfcnb
— The Block (@TheBlockCo) July 30, 2026
Der öffentliche Start folgt auf eine Entwicklerversion, die 1inch bereits im November 2025 vorgestellt hatte. Aqua ist zunächst auf 13 EVM-kompatiblen Netzwerken verfügbar. Entwickler können die offene Architektur verwenden, um eigene Market-Making-Modelle, Handelsstrategien und Liquiditätsanwendungen aufzubauen.
Begleitend zum Start wurde ein über Merkl abgewickeltes Anreizprogramm angekündigt. Dafür stellen die 1inch Foundation und die 1inch DAO insgesamt zehn Millionen 1INCH-Token sowie 500.000 USDC zur Verfügung. Die Belohnungen sollen über einen Zeitraum von drei Monaten verteilt werden.
Fluid bietet Liquidität als Dienstleistung an
Fluid hat mit „Liquidity as a Service“, kurz LaaS, eine neue Dienstleistung für Emittenten von Onchain-Vermögenswerten eingeführt. Das Angebot richtet sich insbesondere an Anbieter von Stablecoins, verzinslichen Stablecoins und tokenisierten Real-World Assets. Fluid übernimmt dabei den Aufbau, die Bereitstellung und die laufende Verwaltung der benötigten Liquidität auf dezentralen Handelsplattformen.
Building deep DEX liquidity is one of the hardest operational challenges for asset issuers onchain.
Fluid Liquidity as a Service (LaaS) is built for stablecoins, yield-bearing assets and RWAs.
Now powering @USDai_Official's sUSDai with $100M. https://t.co/yOwW5HFY4l pic.twitter.com/W9h28X8xbE
— Fluid 🌊 (@0xfluid) June 29, 2026
Die dafür eingesetzten Mittel stammen nach Angaben des Protokolls aus dem USDC Lite Vault. Partnerunternehmen müssen somit nicht zwangsläufig selbst zusätzliche Vermögenswerte als Liquidität bereitstellen oder eigene Positionen auf dezentralen Börsen verwalten. Auch das mit klassischen Liquiditätspools verbundene Risiko vorübergehender Verluste soll nicht unmittelbar beim jeweiligen Emittenten liegen.
Die Zusammenarbeit basiert auf festgelegten Gebühren und vertraglichen Vereinbarungen. Fluid positioniert LaaS als Erweiterung seiner bestehenden Infrastruktur, die bereits eine dezentrale Börse, Kreditmärkte und verschiedene Liquiditätsprodukte umfasst. Das Angebot soll insbesondere den anfänglichen Aufbau liquider Handelsmärkte für neu ausgegebene Onchain-Assets vereinfachen.
Injective Mint ermöglicht die Ausgabe institutioneller RWA-Token
Injective hat mit Injective Mint eine Plattform zur Erstellung und Verwaltung tokenisierter Vermögenswerte vorgestellt. Das Produkt befindet sich zunächst in einer privaten Betaphase und soll die Ausgabe von Stablecoins, tokenisierten Staatsanleihen, Fondsanteilen und weiteren Real-World Assets ohne eigene Programmierung ermöglichen.
Every week, @injective keeps giving us another reason to be excited.
Look at what has happened recently:
✅ SEC Transfer Agent License application filed.
✅ MiCA whitepaper published in Europe.
✅ Injective Mint Alpha launched to help bring real-world assets on-chain.
✅ Two… pic.twitter.com/J4yqlpFTcF— BOB JR (@mahii07s) July 29, 2026
Über eine grafische Benutzeroberfläche können Emittenten verschiedene technische und regulatorische Parameter eines Assets festlegen. Dazu gehören unter anderem Zugriffsrechte, Rollenverteilungen, Übertragungsbeschränkungen sowie Funktionen zum Einfrieren bestimmter Adressen. Auch die nachträgliche Anpassung dieser Einstellungen soll direkt über die Plattform möglich sein, ohne dafür neue Smart Contracts entwickeln zu müssen.
Injective Mint fasst damit mehrere Prozesse zusammen, die bislang häufig über unterschiedliche technische Systeme abgewickelt wurden. Neben der eigentlichen Token-Erstellung betrifft dies beispielsweise Berechtigungen für Investoren, administrative Kontrollen und die laufende Verwaltung eines Assets. Die Infrastruktur kann laut Injective von institutionellen Emittenten, einzelnen Nutzern sowie automatisierten KI-Agenten verwendet werden.
Lido veröffentlicht Curated Module v2
Lido hat mit dem Curated Module v2 ein umfangreiches Upgrade seiner zentralen Ethereum-Staking-Infrastruktur veröffentlicht. Das bisherige Curated Module besteht seit dem Start des Protokolls im Jahr 2020 und verwaltet nach Angaben von Lido rund 90 Prozent der innerhalb von Lido Core gestakten ETH. Die neue Version soll das bestehende Modul schrittweise ersetzen.
Lido consolidating 8.2M staked ETH as Curated Module v2 launches, requiring operator bonds for first time. pic.twitter.com/f9yzmfZm0b
— MSB Intel (@MSBIntel) July 29, 2026
Zu den Änderungen gehört die native Unterstützung sogenannter 0x02 Withdrawal Credentials. Diese wurden mit dem Pectra-Upgrade von Ethereum eingeführt und ermöglichen es Validatoren, eine effektive Balance von bis zu 2.048 ETH zu verwalten. Mehr als 265.000 bestehende Lido-Validatoren können dadurch von älteren 0x01-Credentials auf das neue System migriert und teilweise zusammengeführt werden.
Zusätzlich führt das Upgrade unterschiedliche Kategorien für Node Operator, ETH-basierte Sicherheitsleistungen und neue Strafmechanismen ein. Diese sollen bei Ausfallzeiten, schwacher Performance, Slashing oder Verstößen im Umgang mit Ausführungs-Layer-Erträgen greifen. In einer zweiten Phase sind flexiblere Mechanismen zur Stake-Verteilung, individuelle Gebührenmodelle und ein Strike-System vorgesehen. Für normale stETH-Nutzer sind keine eigenen Schritte erforderlich.
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