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Noch immer haben dezentrale Exchanges wie EtherDelta mit immer raffinierteren Attacken und Scamversuchen zu kämpfen. Eine neue Studie der Cornell Tech und diverser anderer Universitäten zeigt jetzt, dass sogenannte „Flash Boys“ auf bestimmten Krypto-Börsen weit verbreitet sind. Das meldet die WELT in einem Beitrag vom Mittwoch Nachmittag.

Flash Boys sind autonome Handelsprogramme bzw. Bots, die sich über die Zahlung von höheren Gebühren Priorität bei den Orders verschaffen, um eigene Orders zuerst platzieren zu können.

Ausmaß der Vergehen nicht bekannt

„Wir wissen nicht, in welchem Ausmaß es solche Vergehen an zentralen Börsen gibt“, sagte Ari Juels, Professor der Cornell Tech University, vergangene Woche auf einer Blockchain-Konferenz in New York. „Wenn wir von dem Ausmaß ausgehen, das wir bei DEXes gesehen haben, könnte sich das durchaus in der Größenordnung von Milliarden von Dollar bewegen“, zitiert ihn die WELT.

Laut des Professors könnte der Bot dafür eingesetzt werden, eine 51-Prozent-Attacke auf eine Kryptowährung zu starten. Mit einer solchen Attacke könnten Angreifer die Blockchain einer Kryptowährung übernehmen. Laut der Studie machten die Bots sich Sicherheitslücken in der Architektur der großen dezentralen Krypto-Börsen zunutze. Dabei setzten sie auf Strategien wie das Frontrunning, aggressive Latenzoptimierung und andere, die der Schriftsteller Michael Lewis in seinem Buch Flash Boys zeigte.

Appell an die Entwickler-Communities

Für die Studie verfolgten Forscher seit Oktober 2018 sechs ausgewählte Krypto-Börsen in Echtzeit. Dabei hätten sie mehr als 500 Bots entdeckt, die täglich bis zu 20.000 US-Dollar verdienten. Das sagte Studienautor Philip Daian in einem Telefoninterview zu der WELT. Zu den beobachteten dezentralen Börsen zählen EtherDelta und Bancor.

Die Forscher sehen ihre Arbeit auch als Appell an die Entwickler-Communities, dezentrale Exchanges weiterzuentwickeln und Gefahren gezielt zu bekämpfen. Wie das gehen kann, machte zum Beispiel die Börse Bancor vor. Dort gibt es laut Bancor mittlerweile eine maximale Transaktionsgebühr, die verhindern soll, dass sich Frontrunner vordrängeln können.

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Sebastian Schuster

Sebastian Schuster ist spezialisiert auf Kryptowährungen und Kursanalysen von Aktien. Schon früh beschäftigte er sich mit Finanzmarketing und entschloss sich darauf, sein Hobby zum Beruf zu machen, indem er Banking und Financing studierte. Neben seinem Hauptberuf als Analyst bei einer einflussreichen Finanzberatungsfirma schreibt er regelmäßig für Kryptoszene.de und analysiert Charts von Aktien und Kryptowährungen.

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