Krypto Forecast  720

Ethereum steht massiv unter Druck. Der Kurs ist inzwischen unter die Marke von 1.800 US-Dollar gefallen und markiert damit neue Tiefs im laufenden Bärenmarkt. Vom Allzeithoch ist ETH mittlerweile fast 70 Prozent entfernt, während die Stimmung am Kryptomarkt auf einem Tiefpunkt angekommen ist. Käufer bleiben aus, das Momentum ist klar negativ und die Kapitalabflüsse setzen sich fort.

Kurzfristig spricht wenig für eine schnelle Trendwende. Dennoch sorgt genau diese Schwäche dafür, dass Ethereum aus Bewertungssicht zunehmend günstiger erscheint. Historisch waren Phasen extremer Angst oft die Grundlage für spätere Erholungen – auch wenn kurzfristig weitere Verluste nicht ausgeschlossen werden können.

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Ethereum erreicht historischen RSI-Tiefstand

Ein aktueller Indikator sorgt nun für Aufmerksamkeit unter Marktbeobachtern. Laut dem bekannten Krypto-Analysten Michaël van de Poppe hat Ethereum auf Tagesbasis den niedrigsten RSI-Wert seiner Geschichte erreicht. Der Relative Strength Index (RSI) misst die Stärke einer Kursbewegung und zeigt an, ob ein Vermögenswert überkauft oder überverkauft ist. Werte unter 30 gelten klassischerweise als stark überverkauft.

Dass Ethereum nun den niedrigsten täglichen RSI seit Beginn der Kursaufzeichnungen erreicht, verdeutlicht die außergewöhnliche Schwäche des aktuellen Marktes.

Historisch traten derart extreme Werte nur selten auf. In vielen Fällen folgten anschließend zumindest technische Gegenbewegungen, da Verkäufer zunehmend erschöpft sind und neue Käufer günstige Einstiegsgelegenheiten suchen.

Allerdings ist ein niedriger RSI allein kein Garant für eine unmittelbare Erholung. Gerade in ausgeprägten Bärenmärkten können Assets über längere Zeit überverkauft bleiben. Genau das zeigte sich beispielsweise auch während früherer Krypto-Crashs. Dennoch signalisiert die Kennzahl, dass Ethereum inzwischen stärker verkauft wurde als jemals zuvor.

Für langfristig orientierte Anleger wird die aktuelle Situation daher zunehmend interessant. Während das kurzfristige Chartbild weiterhin schwach bleibt und weitere Rücksetzer möglich erscheinen, deutet der historische RSI darauf hin, dass ein erheblicher Teil der negativen Stimmung bereits eingepreist sein könnte. Sollte sich der Gesamtmarkt stabilisieren, könnte Ethereum von diesen extremen Überverkauft-Signalen überdurchschnittlich profitieren. Aktuell dominiert zwar weiterhin der Bärenmarkt, doch gleichzeitig steigt mit jedem weiteren Rückgang das Potenzial für eine spätere Erholung.

Ethereum vor dem nächsten Ausverkauf? Analyst sieht 1.500 US-Dollar als Ziel

Die technische Lage bei Ethereum bleibt angespannt. Nach dem Bruch wichtiger Unterstützungen hat ETH ein neues Jahrestief markiert und notiert inzwischen deutlich unter früheren Schlüsselzonen. Der Analyst Ted Pillows verweist darauf, dass insbesondere der Bereich um 1.500 US-Dollar nun als nächstes relevantes Kursziel in den Fokus rückt. Dort befindet sich eine starke historische Nachfragezone, in der Käufer in der Vergangenheit wiederholt aktiv wurden.

Aus charttechnischer Sicht wäre ein Rückgang in diesen Bereich keine Überraschung. Ethereum hat zuletzt mehrere Unterstützungen ohne nennenswerte Gegenwehr verloren, was die Schwäche des aktuellen Bärenmarktes unterstreicht. Gleichzeitig zeigt die Analyse verschiedene mögliche Szenarien auf. Denkbar wäre zunächst eine technische Erholung zurück in den Bereich von 1.800 bis 1.950 US-Dollar, bevor eine weitere Abwärtsbewegung folgt. Ebenso könnte der Verkaufsdruck unmittelbar anhalten und ETH direkt in Richtung der grünen Unterstützungszonen zwischen 1.400 und 1.550 US-Dollar drücken.

Für langfristig orientierte Investoren könnte genau dieser Bereich interessant werden. Dort sehen viele Marktteilnehmer attraktive Bewertungsniveaus, insbesondere nachdem Ethereum bereits rund 70 Prozent unter seinem Allzeithoch notiert. Kurzfristig dominiert jedoch weiterhin der Abwärtstrend. Solange keine klare Trendwende und kein neues Momentum entstehen, bleibt das Risiko weiterer Kursverluste bestehen. Die Marke von 1.500 US-Dollar entwickelt sich damit zunehmend zu einer entscheidenden Zone für die kommenden Wochen.

Exchange Net Position Change deutet auf erste Entspannung hin

Ein weiterer wichtiger On-Chain-Indikator ist die sogenannte Exchange Net Position Change. Diese Kennzahl misst, ob Ethereum auf Kryptobörsen ein- oder ausgezahlt wird. Positive Werte deuten auf Zuflüsse hin, was häufig mit potenziellem Verkaufsdruck verbunden ist. Negative Werte zeigen hingegen Abflüsse von Börsen an. In diesem Fall transferieren Anleger ihre Coins in eigene Wallets oder langfristige Verwahrungslösungen, was das unmittelbar verfügbare Angebot reduziert.

Genau hier gibt es aktuell einen kleinen Hoffnungsschimmer für Ethereum. In den vergangenen drei Tagen haben sich die Abflüsse von den Kryptobörsen wieder deutlich beschleunigt. Die roten Balken im Chart zeigen, dass zunehmend ETH von Handelsplattformen abgezogen wird. Das spricht dafür, dass zumindest ein Teil der Marktteilnehmer die aktuellen Kurse bereits für attraktiv hält und nicht unmittelbar verkaufen möchte.

eth

Zwar reicht dieses Signal allein nicht aus, um den Bärenmarkt für beendet zu erklären. Die Kursentwicklung bleibt weiterhin schwach und Ethereum notiert nahe wichtiger Tiefstände. Dennoch könnten die jüngsten Börsenabflüsse ein erstes Indiz dafür sein, dass sich die Verkaufsdynamik langsam abschwächt. Sollte sich dieser Trend in den kommenden Tagen fortsetzen, würde das die Grundlage für eine erste Stabilisierung schaffen und den Druck auf der Angebotsseite reduzieren. Gerade nach dem massiven Kursrückgang wäre dies ein wichtiges Signal für eine mögliche Bodenbildung.

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Christian Becker pro-investor-shield

Christian Becker ist Journalist von Beruf, seit ein paar Jahren ist er aber spezialisiert auf Kryptowährungen und Kursanalysen von Aktien bei Kryptoszene.de tätig. Er hat hauptberuflich bei IsarGold GmbH als Journalist und Analyst gearbeitet und schrieb auch regelmäßig für Kryptoszene.de, indem er Charts von Kryptowährungen und Aktien analysierte. Im März 2020 entschloss er sich weiterhin freiberuflich aber in Vollzeit bei Kryptoszene.de anzufangen und ist bis jetzt als einer der Hauptautoren und Redakteuren hier tätig.

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