Ein Mann in gelbem Anzug blickt nachdenklich zur Seite. Neben ihm ist ein großes Bitcoin-Symbol zu sehen, im Hintergrund verläuft eine gelbe Kurslinie, die in eine gestrichelte Linie übergeht – grün aufwärts und rot abwärts. Das Motiv symbolisiert die Unsicherheit über die nächste Bewegung des Bitcoin-Kurses.

Bitcoin steckt in einer Phase maximaler Verunsicherung: Gut ein Viertel unter Allzeithoch, aggressive Liquidationen und ein Fear-and-Greed-Index, der auf Extremer Angst steht. Zwischen „gesunder Korrektur im Superzyklus“ und Warnungen vor einem neuen Krypto-Winter gießt nun Bloomberg-Analyst Mike McGlone Öl ins Feuer: Bitcoin bei 10.000 US-Dollar.

  • Bitcoin liegt rund 25 % unter seinem Allzeithoch – der Markt ringt um eine Bodenbildung
  • Bloomberg-Stratege Mike McGlone skizziert im TV ein Szenario mit Kursen bis 10.000 US-Dollar
  • Historische Daten zeigen: Rückgänge bis 30 % sind für Bitcoin noch nichts Ungewöhnliches innerhalb eines intakten Bullenzyklus

Laut Bloomberg-Analyst wird der Bitcoin-Kurs auf 10.000 US-Dollar fallen

Während Bitcoin nach seinem jüngsten Allzeithoch klar den Rückwärtsgang eingelegt hat, schießen die Einschätzungen der Analysten weit auseinander: Die einen sprechen von „gesunder Abkühlung“ im Superzyklus, andere von der Vorstufe des neuen Bärenmarkts. In diese ohnehin aufgeheizte Debatte platzt nun eine besonders drastische Prognose:

In einer aktuellen Bloomberg-Sendung äußert sich Bloomberg Stratege Mike McGlone äußerst negativ gegenüber dem Bitcoin-Kurs: Bitcoin habe einen klassischen Spätzyklus-Exzess hinter sich – getrieben von Spot-ETFs, Trump-Rally, Memecoins und einem allgemein euphorischen Risikoumfeld. Aus dieser Überhitzung leitet er ein drastisches Szenario ab: Bitcoin könne bis in die Region um 10.000 US-Dollar“ zurückfallen – begleitet von einer größeren Korrektur am Aktienmarkt.

McGlones Logik für die 10.000 US-Dollar-Theorie

Auf den ersten Blick hört sich die These von McGlone wie ein provokanter Clickbait an. Nach seiner Logik reiht sich das Szenario jedoch einfach in ein größeres Narrativ ein.

Zum einen verweist der Bloomberg-Stratege darauf, dass sich Bitcoin im aktuellen Zyklus schon starkt vervielfacht hat und damit aus statistischer Sicht anfällig für eine Rückkehr in Richtung langfristiger Durchschnittswerte wie der 200er-EMA sei.

Zum anderen zieht er Parallelen zu historischen Übertreibungsphasen – etwa der Dotcom-Blase Ende der 1990er-Jahre oder den überladenen Hochzinsmärkten vor der Finanzkrise –, in denen zu viel Kapital zu schnell in denselben Trade gedrängt wurde.

Wie wahrscheinlich ist dieses Szenario?

Die große Frage: Wie extrem wäre ein solcher Absturz im Kontext der Bitcoin-Historie wirklich?

Seit 2017 hat Bitcoin mehrfach Rückgänge von 25 % und mehr in laufenden Bullenphasen verkraftet. Ebenso gab es immer wieder Crash-Episoden von 40–60 %, etwa während des Corona-Schocks 2020 oder nach dem China-Mining-Ban 2021. Die wirklich tiefen Drawdowns von 70–80 % waren bisher fast immer mit klar identifizierbaren Bärenmärkten verbunden – 2014 nach der Mt.Gox-Pleite, 2018 nach dem ICO-Crash und 2022 im Gefolge von Terra/Luna und FTX.

Ein Rückgang von den jüngsten Allzeithochs im Bereich um 126.000 US-Dollar auf 10.000 US-Dollar entspräche einem Drawdown von mehr als 90 % – also deutlich mehr, als selbst die bisherigen Krypto-Winter verzeichnet haben.

Das heißt nicht, dass ein solches Szenario absolut unmöglich wäre. Aber das wäre dann ein Extremfall, der strukturell eher zu einem Kollaps des gesamten Ökosystems als zu einer „normalen“ Zykluskorrektur passen würde.

Aktuell pendelt der Bitcoin-Kurs im Bereich um die Marke von 90.000 US-Dollar. Zwischenzeitlich rutscht er immer wieder kurz darunter, konnte sich zuletzt jedoch erneut leicht darüber stabilisieren und handelt zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels bei rund 90.600 US-Dollar. Entscheidend wird nun, wo die Wochenkerze schließt: Gelingt eine Rückeroberung und Verteidigung des 50er-EMAs, könnte sich das Sentiment zumindest etwas entspannen. Fällt die Kerze dagegen deutlich darunter aus, dürfte sich der Druck auf den Markt und den ohnehin angeschlagenen Fear-and-Greed-Index weiter verschärfen.

Altcoins leiden natürlich wie immer besonders heftig: Bis auf wenige Ausnahmen wie Aster reißt Bitcoin die Altcoins massiv mit nach unten. Der Markt blutet.

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Pia pro-investor-shield

Pia ist fasziniert von Web3 und Künstlicher Intelligenz. Mit ihrem geisteswissenschaftlichen Hintergrund liebt sie es, gesellschaftliche Trends aufzuspüren und den Zeitgeist zu hinterfragen. Früher war sie im Think Tank und Forschungszentrum der Frankfurt School of Finance tätig und hat dort als Bitcoin- und NFT-Talent am Frankfurt Blockchain Center mitgewirkt. Wenn sie nicht gerade schreibt oder über neue Technologien nachdenkt, ist sie gerne am Atlantik – am liebsten auf ihrem Surfbrett.

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