Lässt eine drohende Zinswende der Fed den Bitcoin-Kurs abstürzen?

Bitcoin miNING

Ist der Bitcoin-Kurs eine echte Währung oder doch in erster Linie eine Anlage bzw. ein Wertspeicher? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Und sie könnte für die weitere Entwicklung des Bitcoin-Kurses entscheidend werden, falls die US-Notenbank Fed bald eine Zinswende vollführt. Der Chef der regionalen US-Notenbank Fed von St. Louis, James Bullard, hat eine Leitzinserhöhung bereits für 2022 ins Spiel gebracht. Ein Überblick zur Währungsdebatte über den Bitcoin und mögliche Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs.

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Diese Gründen sprechen gegen Bitcoin als Welt-Währung

Kritiker bemängeln, dass der Bitcoin-Kurs aus vielerlei Gründen dem Anspruch an eine Währung nicht gerecht wird und somit keine ernsthafte Alternative zum US-Dollar darstellt.

Da wäre zum einen die massive Volatilität der Bitcoin-Kurse, die aus Sicht der Kritiker keinen stabilen Wechselkurs zu anderen Währungen wie etwa dem Dollar oder Euro bieten. So stand der Bitcoin-Kurs etwa noch vor einem Jahr unter 10.000 Dollar, vor zwei Monaten bei 65.000 Dollar und aktuell bei rund 33.000 Dollar.

Diese Schwankungsbreite könnte in der Tat ein Hindernis für den Bitcoin sein, sich als Währung zu etablieren. Nicht von ungefähr, transferieren viele Investoren ihre Bitcoins aufgrund der immensen Kurssprünge gerne in Stablecoins wie Tether, deren Wert direkt an den US-Dollar geknüpft sind. Inzwischen beträgt die Marktkapitalisierung von Tether knapp 61 Milliarden Dollar. Damit liegt der Stablecoin hinter Bitcoin und Ethereum direkt auf Platz 3 der wertvollsten Kryptowährungen.

Ein zweites gewichtiges Argument der Kritiker ist, dass der Bitcoin nicht überall auf der Welt von den Regierungen als Zahlungsmittel akzeptiert wird und immer wieder Verbote von Bitcoin im Raum stehen. Eine Weltwährung müsste nach Meinung der Skeptiker jedoch überall zugänglich und nutzbar sein.


Ist El Salvador der Grundstein für eine Bitcoin-Währungsrevolution?

Doch in diesem Punkt haben die Währungsbefürworter in letzter Zeit durchaus Rückenwind bekommen. So hatte etwa Indien zunächst ein Generalverbot für den Bitcoin angestrebt. Doch zuletzt waren die Töne aus Regierungskreisen deutlich milder. So berichtet die Zeitung The New Indian Express, dass in einem neuen Gesetz ein sehr ausdifferenzierter Umgang mit Bitcoin stattfinden soll. Anstatt eines grundsätzliches Verbotes könnte es zwar eine Regulierung geben, aber der Bitcoin wäre unter bestimmt Vorgaben weiter als Zahlungsmittel und Handelsinstrument nutzbar.

Und dann gibt es da noch diese kleine Sensation aus Mittelamerika, die viele Bitcoin-Anhänger sogar als große feiern, die für die Digitalwährung den Weg zum weltweiten Zahlungsmittel ebnen könnte. So hat das kleine Land El Salvador den Bitcoin vor kurzem zur offiziellen Währung erklärt. Ein Novum für die Kryptobranche.

Mit dem vom Parlament verabschiedeten Gesetz gilt der Bitcoin nun ganz offiziell als zweite Staatswährung neben dem US-Dollar. Das heißt in der Praxis, dass die Händler und Dienstleister in El Salvador künftig auch Bitcoin annehmen bzw. als Zahlungsmittel anbieten müssen. Zudem sollen die Bürger des Landes künftig auch ihre Steuern in Bitcoin bezahlen dürfen.

Treiber hinter diesem Meilenstein für den Kryptomarkt ist der Präsident des Landes höchstselbst. Nayib Bukele kündigte an, El Salvador in einen Bitcoin-Hub verwandeln zu wollen. Der erst 39-Jährige Präsident hat sich bei Twitter selbst als Bitcoin-Fan geoutet und präsentiert sich in den sozialen Netzwerken mit Laseraugen – dem aktuellen Meme der Krypto-Community.

Dass Bitcoin ein Zahlungsmittel mit Zukunft sein kann, glaubt offenbar auch PayPal. Der führende Anbieter seiner Branche verkündete im vergangenen Herbst Bitcoin, Ethereum, Bitcoin Cash und Litecoin als Zahlungsmittel zu integrieren. Die Nachricht löste einen echten Hype am Kryptomarkt aus. Kurz nach der Verkündung konnte sich Bitcoin aus der Seitwärtsbewegung um 10.000 Dollar befreien und einen massiven Anstieg zu neuen Allzeitrekorden verbuchen. Auch andere Firmen sind inzwischen auf den Zug aufgesprungen und bieten Bitcoin bereits an oder planen dies für die Zukunft.

Ist Bitcoin nicht vielmehr ein rares Gut wie Gold?

Auf der anderen Seite gibt es viele Investoren und institutionellen Anleger, die im Bitcoin kein Zahlungsmittel bzw. eine Währung wie Dollar sehen, aber dennoch eifrig BTC kaufen. Ihr Antrieb ist, Bitcoin als Wertspeicher zu nutzen. Während nämlich neue Dollar inflationär in den Umlauf kommen, ist die Bitcoin-Menge durch das Whitepaper von Satoshi Nakamoto eindeutig begrenzt. So beträgt die maximal verfügbare Menge 21 Millionen BTC.

Investoren argumentieren, dass Bitcoin allein schon durch die Begrenzung seines Angebotes über kurz oder lang an Wert gewinnen muss. Gerne wird Bitcoin mit Gold verglichen und entsprechend als digitales Gold bezeichnet. Aus Sicht der Befürworter hat der Bitcoin aber klare Vorteile gegenüber Gold. So muss der Bitcoin nicht in schweren Barren in großen Tresoren gelagert werden, sondern kann ganz einfach und digital Bitcoin über eine Hardware Wallet oder auch Software Wallets verwaltet und gesichert werden.

Auch gestaltet sich der Transport von Bitcoin wesentlich einfacher als jener von Gold. Bitcoin kann in sekundenschnelle über eine Blockchain-Transaktion versendet werden. Wer seine Goldreserven hingegen von A nach B transportieren möchte, braucht hierzu am besten einen einbruchsicheren Transporter. Das ist sehr aufwendig. Digital funktioniert es zumindest nicht.

Gefahr für Bitcoin? Zinsen könnten steigen und Dollar-Flut eindämmen

Gerade in der Corona-Krise hat der Bitcoin massiv an Wert gewonnen. Laut Experten ist dies kein Zufall, sondern hängt mit dem inflationären Gelddruck von US-Dollar zusammen. Wie die oben stehende Grafik zeigt hat sich die Zahl der Umlauf befindlichen Dollar 2020 nochmals rapide gesteigert. Dies hängt vor allem mit den Staathilfen in Billionen-Höhe zusammen, die die US-Regierung im Zuge der Pandemie zur Verfügung gestellt hat.

Dabei wurde auch schon in den Jahren davor massiv Dollar in Umlauf gebracht. Profitiert haben davon in den letzten Jahren Alternativen zum Bargeld. Neben Kryptowährungen haben auch die Aktienmärkte 2020/2021 neue Rekorde gefeiert.

Doch die Frage ist, wie lange das noch so weitergeht. Denn die US-Finanzpolitik könnte vor einer Zäsur stehen. Eine Zinswende und eine Abkehr vom inflationären Gelddruck schein immer wahrscheinlicher. „Ich schätze, dass wir Ende 2022 mit einer Leitzinserhöhung beginnen werden“, sagte James Bullard, Präsident der regionalen US-Notenbank Fed von St. Louis kürzlich gegenüber CNBC.

Zustimmung bekommen er von Janet Yellen, der US-Finanzministerin und früheren Zentralbankchefin. Sie sagte gegenüber der Nachrichtenagentur  Bloomberg kürzlich, dass es „keine schlechte Sache“ sei, wenn die Zinsen wieder steigen. Damit könne aus ihrer Sicht verhindert werden, dass die Preise weiter steigen und die Konjunktur überhitzt.

Sollte die Inflation des Dollars durch eine Zinssteigerung abgebremst werden, könnte die „Flucht aus dem Dollar“ in andere Anlageklassen einen Dämpfer bekommen. Noch ist das Zukunftsmusik. Aber die Anzeichen verdichten sich. Anleger von Bitcoin sollten die US-Geldpolitik deshalb genau im Auge behalten.

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Steffen Bösweich

Steffen hat Medien, Politik und Kulturwissenschaft studiert und nebenher bereits erste Erfahrungen im Print-, Radio- und Hörfunkjournalismus gesammelt. Nach seinem Studienabschluss hat er seine Journalistenausbildung in einem Verlag für Wirtschaft & Sport absolviert. Dem Wirtschaftsjournalismus ist er auch bei seinen weiteren Tätigkeiten als Redakteur stets treu geblieben und verfügt inzwischen über mehr als zehn Jahre Berufserfahrung. Er interessiert sich für Finanzthemen aller Art, Aktien und Kryptowährungen sind sein Steckenpferd.

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