In den vergangenen Monaten hat sich ein ungewöhnliches Bild an den Finanzmärkten gezeigt: Während Bitcoin und Ethereum deutlich unter Druck standen, entwickelten sich klassische Edelmetalle wie Gold und Silver überraschend stark.
Insbesondere im Rohstoffsektor war ein klarer Bullenmarkt zu beobachten – teils mit nahezu parabolischen Bewegungen. Kapital floss massiv in vermeintlich sichere Häfen, während Kryptowährungen und teilweise auch Aktienmärkte hinterherhinkten.
Diese ausgeprägte relative Stärke von Gold und Silber wirkt historisch betrachtet ungewöhnlich – und könnte laut einigen Analysten ein Vorläufer für eine nachgelagerte Aufholbewegung im Kryptomarkt sein.
Zyklischer Tiefpunkt als Sprungbrett für Krypto?
Der bekannte Analyst Michaël van de Poppe argumentiert, dass die Märkte aktuell kein Hoch, sondern vielmehr ein strukturelles Tief ausbilden. Besonders auffällig sei, dass sich das Verhältnis von Bitcoin zu Gold auf dem niedrigsten RSI-Niveau aller Zeiten befindet. Dies spreche für eine bullische Bitcoin Prognose.
Ähnlich verhält es sich bei Ethereum im Vergleich zu Silber – sowohl auf Wochen- als auch auf Zwei-Wochen-Basis wurden hier historische Bewertungs-Tiefs markiert. Für ihn ist das kein Warnsignal, sondern ein klassisches antizyklisches Kaufsignal.
The markets are flashing a bottom signal on #Bitcoin, not a peak signal
The business cycle is at its lowest point in 15 years.
The valuation of #Bitcoin vs. Gold is the lowest on the RSI it has ever been.
The valuation of #Ethereum vs. Silver is the lowest on the weekly and… pic.twitter.com/QQoJdScYS7
— Michaël van de Poppe (@CryptoMichNL) February 4, 2026
Van de Poppe verweist zudem auf den schwächsten Punkt des Konjunkturzyklus seit 15 Jahren. Entlassungswellen, Zurückhaltung bei Investitionen und der massive Fokus auf das Thema Künstliche Intelligenz seien typische Symptome einer späten Phase – nicht eines neuen Aufschwungs. Genau in solchen Momenten, in denen das Interesse an einer Assetklasse minimal sei, entstünden langfristig attraktive Einstiegschancen.
Fundamental sieht er mehrere Rückenwinde für 2026: eine potenziell lockerere Geldpolitik, neue regulatorische Klarheit in den USA, das mögliche Ende fiskalischer Unsicherheiten sowie eine erneute Ausweitung der Liquidität. Historisch habe sich zudem gezeigt, dass Bitcoin nach einer starken Gold-Phase häufig zeitversetzt nach oben dreht.
Sein Fazit: Die Märkte erreichten ihr Hoch im Dezember 2024 – und könnten im ersten Quartal 2026 ihren Boden finden.
Bitcoin/Gold-Ratio sendet ein Warnsignal
Nicht alle Analysten teilen jedoch den optimistischen Blick auf eine zyklische Bodenbildung. Jesse Olson verweist auf die Bitcoin/Gold-Ratio – also das Verhältnis von Bitcoin zu Gold – und erkennt darin ein deutlich bärischeres Bild.
Aus technischer Sicht notiert die Ratio unterhalb der 200-Wochen-SMA, einem langfristigen Trendindikator, der in früheren Zyklen häufig als solide Unterstützung fungierte. Hinzu komme eine bearishe Divergenz, die auf nachlassende relative Stärke hindeutet.
Besonders kritisch bewertet Olson jedoch zwei bislang beispiellose Entwicklungen: Erstmals in der Geschichte fällt die 200-Wochen-SMA selbst nach unten – ein Zeichen struktureller Schwäche. Zudem liegt der monatliche RSI bei nur 35 Punkten, so tief wie noch nie zuvor.
The #Bitcoin/Gold ratio is telling a story most aren't reading.
The familiar:
• Price below the 200-week SMA
• Bearish divergenceUnprecedented:
• First time in history the 200-week SMA is sloping downward
• Monthly RSI at 35 (lowest ever)48. 47. 46. That's not a… https://t.co/8LYXM8rmrB pic.twitter.com/SiyUs9RQtF
— Jesse Olson (@JesseOlson) February 19, 2026
Die relative Unterperformance gegenüber Gold könnte sich weiter verschärfen, bevor eine nachhaltige Trendwende einsetzt, was kurzfristige Krypto Prognosen eher pessimistisch aussehen lässt.
Bleibt also die entscheidende Frage: Markiert die historische Unterbewertung von Bitcoin und Ethereum gegenüber Gold und Silber tatsächlich einen zyklischen Tiefpunkt – oder stehen wir erst am Anfang einer längeren Phase struktureller Schwäche, in der klassische Sachwerte weiterhin Kapital aus dem Kryptomarkt abziehen?
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