Der Kryptomarkt steckt 2026 weiterhin in einer schwierigen Phase. Bitcoin notiert rund 50 Prozent unter seinem Allzeithoch, während zahlreiche Altcoins noch deutlich größere Verluste verkraften müssen. Frisches Momentum fehlt, nachhaltige Ausbrüche bleiben aus und der klassische Krypto-Bullenmarkt scheint weit entfernt.
Dennoch könnte das laufende Jahr später als historischer Wendepunkt gelten. Denn abseits der schwachen Kurse entsteht ein neuer Onchain-Markt für Aktien, Rohstoffe und Indizes. Circle-Chef Jeremy Allaire bezeichnet die Entwicklung bereits als Kipppunkt, an dem sich das traditionelle Finanzsystem endgültig in Richtung Internet und Blockchain bewegt.
Krypto Prognose bis 2030 – hier alles Wissenswerte
Dieser Krypto-Bullenmarkt findet bei Aktien und Rohstoffen statt
Ausgangspunkt der These ist die stark veränderte Handelsaktivität auf Hyperliquid. Die dezentrale Börse wurde ursprünglich vor allem für gehebelte Kryptowetten auf Bitcoin, Ethereum und Altcoins bekannt. Mittlerweile entfällt jedoch zeitweise der überwiegende Teil des Perpetual-Futures-Volumens auf sogenannte Real World Assets. Dazu zählen synthetische Kontrakte auf Aktien, Aktienindizes, Gold, Silber oder Öl. Laut den von Lorenzo Valente zitierten Blockworks-Daten erreichte der RWA-Anteil zuletzt in einzelnen Zeiträumen rund 75 Prozent, während Bitcoin nur noch ungefähr zehn Prozent des Volumens ausmachte.
Über einen längeren Wochenzeitraum fällt der Anteil etwas niedriger aus, bleibt aber bemerkenswert: Zwischen dem 13. und 19. Juli erzeugten RWA-Märkte rund 25,1 Milliarden US-Dollar beziehungsweise etwa 52 Prozent des gesamten Hyperliquid-Handelsvolumens. Damit übertrafen traditionelle Vermögenswerte erstmals alle anderen Kategorien zusammen. Die Grafik zeigt zugleich, wie der Bitcoin-Anteil seit Jahresbeginn kontinuierlich zurückging, während insbesondere Rohstoffe und Aktienprodukte stark zulegten.
This is absolutely a tipping point
It’s also reflective of the financial system fully making a move onto the Internet
We will look back at this time in 2026 as one of the biggest turning points in the history of our industry https://t.co/IJN6ZCkwUj
— Jeremy Allaire – jerallaire.arc (@jerallaire) July 31, 2026
Ermöglicht wird diese Entwicklung durch HIP-3. Das System erlaubt externen Entwicklern, eigene Perpetual-Märkte auf Hyperliquid bereitzustellen. Händler erhalten dadurch rund um die Uhr gehebeltes Engagement in Aktien, Indizes oder Rohstoffen, ohne den zugrunde liegenden Vermögenswert tatsächlich zu besitzen. Preise werden über externe Referenzdaten abgebildet, während Sicherheiten, Positionen und Abwicklung vollständig onchain verwaltet werden.
Der entscheidende Vorteil ist die permanente Verfügbarkeit. Während klassische Börsen nachts oder am Wochenende geschlossen sind, können entsprechende Kontrakte auf Hyperliquid jederzeit gehandelt werden. Gerade während geopolitischer Krisen sorgten Ölprodukte deshalb bereits für Milliardenumsätze, bevor traditionelle Terminbörsen wieder öffneten.
We're entering a seismic shift in crypto. This is a bull market just not the one you were expecting.
75% of perps volume on Hyperliquid is now RWAs, and climbing.
Who would have thought BTC would fall to 10% of perps volume on the biggest onchain DEX?
Crypto-native assets were… pic.twitter.com/LKNPQ0fQZH
— Lorenzo Valente (@LorenzoARK) July 31, 2026
Allaires Wendepunkt bezieht sich daher weniger auf steigende Tokenkurse. Gemeint ist der Übergang von einer reinen Kryptoindustrie zu einer globalen, internetbasierten Finanzinfrastruktur. Noch bestehen erhebliche Risiken durch Hebel, regulatorische Unsicherheit, Orakelabhängigkeit und fehlende Eigentumsrechte am Basiswert. Dennoch zeigt Hyperliquid, dass Blockchains zunehmend nicht nur Kryptowährungen, sondern den Handel mit dem gesamten traditionellen Finanzmarkt abbilden könnten. Genau dieser strukturelle Wandel könnte 2026 rückblickend historisch machen.
Neue Kryptowährungen in 2026 – das große Kryptoszene-Ranking
Ethereum dominiert den Markt tokenisierter Vermögenswerte
Bei der Verteilung tokenisierter Real-World-Assets zeigt sich aktuell eine klare Dominanz einzelner Netzwerke. Ethereum führt mit einem Network Asset Value von 17,1 Milliarden US-Dollar und vereint damit nahezu die Hälfte des gesamten Marktes auf sich. Mit deutlichem Abstand folgt die BNB Chain mit 5,9 Milliarden US-Dollar. Solana erreicht 3,7 Milliarden US-Dollar, während Stellar mit 3,1 Milliarden US-Dollar ebenfalls eine relevante Position einnimmt. Avalanche kommt auf 1,9 Milliarden US-Dollar. Kleinere, aber wachsende Anteile entfallen auf Liquid Network, ZKsync Era und Arbitrum. Insgesamt bleibt der Markt breit verteilt, Ethereum besitzt jedoch weiterhin den stärksten Netzwerkeffekt.
Doch Bitcoin könnte beim RWA-Boom bald aufholen
Die heutige Dominanz von Ethereum und anderen Smart-Contract-Netzwerken muss nicht dauerhaft bestehen bleiben. Mit leistungsfähigen Bitcoin-Layer-2-Lösungen könnten künftig auch tokenisierte Aktien, Anleihen oder Rohstoffe stärker in das Bitcoin-Ökosystem einziehen. Ein Projekt, das genau an dieser Schnittstelle ansetzt, ist Bitcoin Hyper. Die geplante Layer-2 verbindet nach Angaben des Projekts die hohe Bekanntheit und Liquidität von Bitcoin mit einer Ausführungsumgebung auf Basis der Solana Virtual Machine. Dadurch sollen schnelle und kostengünstige Transaktionen sowie programmierbare Anwendungen ermöglicht werden.
Bitcoin soll dabei über eine Bridge auf der Basisschicht hinterlegt und anschließend in der Layer-2-Umgebung nutzbar gemacht werden. Zero-Knowledge-Proofs sollen Transaktionen bündeln und ihre Gültigkeit kryptografisch absichern. Dieses Modell könnte grundsätzlich die technische Grundlage für DeFi-Anwendungen, dezentrale Börsen und langfristig auch RWA-Produkte schaffen. Bitcoin würde damit nicht mehr ausschließlich als passiver Wertspeicher dienen, sondern könnte stärker als liquides Fundament einer programmierbaren Onchain-Wirtschaft eingesetzt werden.
Relative Stärke zeigt Bitcoin Hyper derzeit vor allem im Presale. Trotz des schwachen Gesamtmarktes wurden nach veröffentlichten Angaben bereits knapp 33 Millionen US-Dollar eingesammelt. Die angebotene Staking-Rendite liegt aktuell bei rund 36 Prozent APY, wobei sich solche variablen Belohnungen mit zunehmender Zahl gestakter Token reduzieren können.
Das Momentum ist damit bemerkenswert, ersetzt jedoch noch keinen technischen Erfolgsnachweis. Sollte die geplante Infrastruktur jedoch funktionieren und Entwickler anziehen, könnte Bitcoin Hyper von zwei Trends zugleich profitieren: dem wachsenden Interesse an Bitcoin-Layer-2-Netzwerken und der zunehmenden Verlagerung traditioneller Vermögenswerte auf die Blockchain. Damit könnte sich die heutige RWA-Verteilung zugunsten des Bitcoin-Ökosystems verschieben.
Ihr Kapital ist im Risiko.
Folgen Sie uns auf Google News
