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Der Krypto-Bärenmarkt bleibt unübersehbar. Bitcoin notiert mittlerweile mehr als 50 Prozent unter seinem Allzeithoch, Ethereum hat über 60 Prozent verloren und Solana sogar mehr als 70 Prozent. Während klassische Kryptowährungen kaum nachhaltige Nachfrage entwickeln, wächst jedoch ein anderer Bereich des Marktes rasant.

Auf dezentralen Handelsplattformen verlagert sich das Volumen zunehmend auf Aktien, Rohstoffe und weitere reale Vermögenswerte. Erleben wir also möglicherweise längst einen neuen Bullenmarkt – nur eben nicht bei Bitcoin, Ethereum und den bekannten Altcoins? Genau diese provokante These vertritt ARK-Experte Lorenzo Valente mit Blick auf die jüngsten Daten von Hyperliquid.

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Lorenzo Valente spricht von einer „seismischen Verschiebung“ innerhalb des Kryptomarktes. Grundlage seiner These ist die Zusammensetzung des Handelsvolumens auf Hyperliquid, einer der weltweit größten dezentralen Börsen für unbefristete Terminkontrakte. Nach den von ihm veröffentlichten Blockworks-Daten entfallen inzwischen rund 75 Prozent des Perpetual-Volumens auf sogenannte Real-World Assets, kurz RWAs. Bitcoin kommt dagegen nur noch auf ungefähr zehn Prozent.

Zu diesen RWAs zählen unter anderem synthetisch oder tokenisiert abgebildete Aktien, Aktienindizes, Gold, Silber, Öl und Devisen. Händler können somit rund um die Uhr auf traditionelle Finanzmärkte spekulieren, ohne dafür eine klassische Börse oder einen zentralisierten Broker zu benötigen. Bereits in der Woche vom 13. bis 19. Juli erreichten RWAs auf Hyperliquid ein Volumen von 25,1 Milliarden US-Dollar. Damit stellten sie 52 Prozent des gesamten Wochenvolumens und übertrafen erstmals alle übrigen Kategorien zusammen.

Valentes These lautet deshalb: Der Bullenmarkt findet möglicherweise nicht mehr primär bei Krypto-Assets statt, sondern bei der zugrunde liegenden Blockchain-Infrastruktur. Kryptowährungen waren demnach lediglich die erste Anwendung, mit der dezentrale Börsen, Stablecoins und Onchain-Abwicklung erprobt wurden. Nun beginnt dieselbe Technologie, den wesentlich größeren traditionellen Finanzmarkt zu erschließen.

Besonders bedeutend ist dabei der globale Aktienmarkt, dessen Volumen Valente auf rund 65 Billionen US-Dollar beziffert. Sobald Aktien jederzeit, weltweit und ohne klassische Handelszeiten onchain gehandelt werden können, könnte dies eine erheblich größere Nachfrage erzeugen als der bisherige Handel mit Altcoins.

Allerdings bedeutet ein wachsender RWA-Markt nicht automatisch steigende Kurse für Bitcoin oder Ethereum. Der eigentliche Gewinner könnte vielmehr die Infrastruktur sein: Plattformen wie Hyperliquid, Stablecoin-Anbieter, Oracle-Netzwerke und Projekte, die traditionelle Vermögenswerte zuverlässig auf die Blockchain bringen. Der neue Krypto-Bullenmarkt wäre damit kein Coin-Boom, sondern ein struktureller Wandel des gesamten Finanzhandels.

RWA-Boom nimmt Fahrt auf: Diese Daten zeigen das enorme Wachstum

Die aktuellen Daten von RWA.xyz verdeutlichen, warum tokenisierte Real-World Assets derzeit als einer der wichtigsten Wachstumstreiber des Kryptomarktes gelten. Der Wert tatsächlich auf Blockchains verteilter Vermögenswerte liegt inzwischen bei rund 37,28 Milliarden US-Dollar. Innerhalb von nur 30 Tagen entspricht dies einem Plus von knapp zwei Prozent. Noch aussagekräftiger ist der sogenannte „Represented Asset Value“: Insgesamt werden bereits traditionelle Vermögenswerte im Umfang von rund 411,5 Milliarden US-Dollar durch Blockchain-Infrastrukturen repräsentiert. Dieser Wert stieg zuletzt sogar um mehr als fünf Prozent.

rwa

Besonders dynamisch wächst jedoch die Nutzerbasis. RWA.xyz zählt mehr als 1,53 Millionen Halter tokenisierter Vermögenswerte – rund 48 Prozent mehr als noch einen Monat zuvor. Damit zeigt sich, dass die Tokenisierung nicht mehr ausschließlich ein institutionelles Experiment ist. Immer mehr Marktteilnehmer erhalten über digitale Wallets Zugang zu Staatsanleihen, Krediten, Rohstoffen, Immobilienprodukten oder strukturierten Finanzanlagen.

Der Blick auf die Netzwerke zeigt zugleich, wo sich die Aktivität konzentriert. Ethereum dominiert mit einem RWA-Volumen von rund 17,1 Milliarden US-Dollar deutlich. Dahinter folgen die BNB Chain mit 5,9 Milliarden, Solana mit 3,7 Milliarden und Stellar mit 3,1 Milliarden US-Dollar. Auch Avalanche, Liquid Network, ZKsync Era und Arbitrum erreichen bereits relevante Marktanteile. Die Entwicklung verteilt sich somit zunehmend auf mehrere spezialisierte Blockchain-Ökosysteme.

Auf Plattformebene ist der Markt ebenfalls diversifiziert. Securitize führt mit rund 4,9 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Ondo Finance mit 3,5 Milliarden und Circle mit drei Milliarden US-Dollar. Franklin Templeton, Tether, Spiko, Paxos und Centrifuge verwalten jeweils weitere Milliardenbeträge.

Der Hype basiert damit auf realem Wachstum: Kapital, Nutzer und etablierte Finanzunternehmen bewegen sich gleichzeitig in Richtung Blockchain. RWAs verbinden die Effizienz dezentraler Infrastruktur mit den Erträgen und Sicherheiten traditioneller Vermögenswerte – und könnten dadurch den nächsten großen Onchain-Markt schaffen.

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Christian Becker pro-investor-shield

Christian Becker ist Journalist von Beruf, seit ein paar Jahren ist er aber spezialisiert auf Kryptowährungen und Kursanalysen von Aktien bei Kryptoszene.de tätig. Er hat hauptberuflich bei IsarGold GmbH als Journalist und Analyst gearbeitet und schrieb auch regelmäßig für Kryptoszene.de, indem er Charts von Kryptowährungen und Aktien analysierte. Im März 2020 entschloss er sich weiterhin freiberuflich aber in Vollzeit bei Kryptoszene.de anzufangen und ist bis jetzt als einer der Hauptautoren und Redakteuren hier tätig.

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