Jack Mallers zählt zu den bekanntesten Unternehmern der Bitcoin-Branche. Er gründete Strike, eine Bitcoin-Plattform, die Zahlungen, Handel und inzwischen auch besicherte Kredite anbietet. Strike nutzt unter anderem das Lightning Network, um Bitcoin-Transaktionen schnell und kostengünstig abzuwickeln.
Parallel ist Mallers Mitgründer und CEO von Twenty One Capital, einem börsennotierten Bitcoin-Unternehmen mit dem Ticker XXI. Twenty One soll nicht nur Bitcoin in der Bilanz halten, sondern langfristig eigene Finanzprodukte, Kreditangebote und weitere Bitcoin-basierte Geschäftsmodelle entwickeln.
Mallers bleibt gleichzeitig für Strike verantwortlich und verfolgt damit über beide Unternehmen das Ziel, Bitcoin stärker im traditionellen Finanzsystem zu verankern.
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Strike erweitert sein Angebot für Bitcoin-besicherte Kredite
Bei einem Bitcoin-besicherten Kredit hinterlegt der Kunde seine BTC als Sicherheit und erhält dafür US-Dollar, ohne seine Bitcoin verkaufen zu müssen. Dadurch bleibt die langfristige Position grundsätzlich bestehen, während dennoch Liquidität für Investitionen, größere Ausgaben oder andere finanzielle Verpflichtungen verfügbar wird. Nach vollständiger Rückzahlung des Kredits erhält der Kreditnehmer die hinterlegten Bitcoin zurück.
Das reguläre Kreditprodukt von Strike läuft derzeit über zwölf Monate. Der maximale anfängliche Beleihungsauslauf, das sogenannte Loan-to-Value-Verhältnis, liegt bei 50 Prozent. Wer beispielsweise Bitcoin im Wert von 20.000 US-Dollar hinterlegt, kann damit grundsätzlich bis zu 10.000 US-Dollar aufnehmen. Die effektiven Jahreszinsen sind abhängig von Kreditart und Kreditsumme und beginnen laut Strike aktuell bei 7,49 Prozent. Kunden können mehrere Kredite eröffnen, bestehende Darlehen refinanzieren oder verschiedene Kredite konsolidieren.
Außerdem ist eine vorzeitige Rückzahlung ohne entsprechende Strafgebühr möglich. Strike erklärt zudem, dass die hinterlegten Bitcoin nicht weiterverliehen beziehungsweise mehrfach als Sicherheit verwendet werden sollen.
JUST IN: JACK MALLERS JUST COMPLETELY CHANGED #BITCOIN LENDING FOREVER
STRIKE INTRODUCED BTC LOANS THAT CAN NEVER LIQUIDATE NO MATTER HOW VOLATILE THE PRICE
"IF BTC FALLS, YOUR BTC DOESN'T MOVE"
"IF YOU ARE ON VACATION AND IF YOU ARE SLEEPING YOU WILL NOT GET LIQUIDATED"… pic.twitter.com/i7gxAnvtnU
— The Bitcoin Historian (@pete_rizzo_) July 10, 2026
Das klassische Modell besitzt allerdings ein entscheidendes Risiko: Fällt der Bitcoin-Kurs, steigt automatisch das LTV-Verhältnis. Bei Strike können bei 65 Prozent zunächst Warnungen folgen. Ab 70 Prozent ist unter bestimmten Bedingungen eine teilweise Liquidation möglich, während bei 85 Prozent eine sofortige Teilverwertung drohen kann. Dann verkauft der Anbieter einen Teil der hinterlegten Bitcoin, um das Verhältnis zwischen Kredit und Sicherheit wieder zu stabilisieren. Gerade während eines heftigen Crashs könnte ein langfristiger Anleger dadurch unfreiwillig BTC nahe einem Markttief verlieren.
Introducing volatility-proof loans.
Borrow against your bitcoin, and the price no longer has a say in what happens to your collateral. No margin calls. No price liquidations.
Bitcoin falls 80%? Your stack stays yours.
Make your payments. Keep your bitcoin. Ignore the price. https://t.co/yFIccHDy87 pic.twitter.com/Lz8AOxnLBt
— STRIKE (@Strike) July 7, 2026
Genau hier setzt Strikes neue Variante an. Kunden können beim Abschluss eines neuen Darlehens nun zwischen dem klassischen Modell und einem sogenannten „Volatility-Proof Loan“ wählen. Daneben ist die neue Struktur auch bei einer Refinanzierung oder der Zusammenführung bestehender Kredite verfügbar. Das Angebot gilt derzeit allerdings nur in ausgewählten US-Bundesstaaten und ausschließlich für befristete Kredite, nicht für flexible Kreditlinien.
Keine kursbedingten Margin Calls oder Bitcoin-Liquidationen
Die entscheidende Innovation der Volatility-Proof Loans besteht darin, dass sämtliche kursabhängigen LTV-Maßnahmen während der Kreditlaufzeit entfallen. Es gibt weder Warnungen bei einem bestimmten Beleihungsauslauf noch Margin Calls oder automatische Teilverkäufe, die allein durch einen fallenden Bitcoin-Kurs ausgelöst werden. Selbst wenn Bitcoin theoretisch um 80 Prozent einbricht, bleibt die hinterlegte BTC-Menge unangetastet – vorausgesetzt, der Kreditnehmer erfüllt seine vereinbarten Zahlungsverpflichtungen.
Damit nimmt Strike den Bitcoin-Preis als unmittelbaren Liquidationsfaktor aus dem Kredit heraus. Beim normalen Darlehen kann starke Volatilität dazu führen, dass ein eigentlich solventer Kunde zusätzliche Sicherheiten hinterlegen oder den Kredit teilweise zurückzahlen muss. Wer gerade schläft, verreist ist oder während eines schnellen Crashs nicht reagieren kann, riskiert andernfalls eine automatische Verwertung. Beim Volatility-Proof-Modell entscheidet dagegen nicht mehr der Marktpreis über den Bestand der Sicherheit, sondern primär die Vertragserfüllung des Kreditnehmers.
Introducing volatility-proof loans by @Strike: bitcoin-backed loans the price can never liquidate.
No margin calls. No price liquidations. No matter how far bitcoin falls, your bitcoin doesn't move.
Volatility is inevitable. Liquidation isn't. Borrow dollars. Keep the bitcoin. pic.twitter.com/U1DtEtt6Jm
— Jack Mallers (@jackmallers) July 7, 2026
Diese zusätzliche Sicherheit hat jedoch ihren Preis. Der maximale anfängliche LTV liegt bei 45 statt 50 Prozent. Für den gleichen Dollarbetrag müssen Kunden somit mehr Bitcoin hinterlegen. Die Laufzeit beträgt sechs statt zwölf Monate. Hinzu kommt nach den derzeit veröffentlichten Konditionen ein Aufschlag von 2,95 Prozentpunkten auf den jeweiligen effektiven Jahreszins des normalen Kredits. Außerdem können Kunden während der Laufzeit keine überschüssigen Sicherheiten entnehmen. Ein Wechsel vom normalen Kredit in die Volatility-Proof-Variante oder zurück ist ebenfalls nicht mitten in der Laufzeit möglich.
Vollständig ausgeschlossen sind Liquidationen dennoch nicht. Verpasst der Kreditnehmer eine Zins- oder Fälligkeitszahlung, beginnt eine zehntägige Nachfrist. Wird die offene Forderung anschließend weiterhin nicht beglichen, darf Strike einen Teil der hinterlegten Bitcoin verkaufen, um den überfälligen Betrag zu decken. Der Schutz bezieht sich daher ausschließlich auf preisbedingte Liquidationen, nicht auf Zahlungsausfälle.
Innovativ ist das Produkt vor allem für langfristig orientierte Bitcoin-Anleger. Sie können Dollar-Liquidität beschaffen, ohne befürchten zu müssen, dass ein kurzfristiger Kurseinbruch ihre BTC automatisch verkauft. Dafür akzeptieren sie eine niedrigere Beleihung, eine kürzere Laufzeit, höhere Finanzierungskosten und weniger Flexibilität beim Zugriff auf die Sicherheiten. Der Kredit verlagert das zentrale Risiko somit vom schwankenden Bitcoin-Preis hin zur eigenen Fähigkeit, Zinsen und Rückzahlung fristgerecht zu leisten.
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