Hardware Wallet Vergleich

Eine der sichersten Möglichkeiten eure Krypto Guthaben aufzubewahren ist mit einem Hardware Wallet. Wir haben hier für euch die beiden Marktführer Ledger und Trezor mit ihren beliebtesten Wallets getestet. Das meistverkaufte Hardware Wallet weltweit ist der Ledger Nano S. Darüber hinaus hat Ledger aber mit dem Ledger Blue noch ein weiteres Hardware Wallet im Programm, dass durch den größeren Bildschirm, der dadrüber hinaus auch farbig und Touchscreen fähig ist, etwas leichter zu bedienen ist. Der größte Wettbewerber von dem französischen Unternehmen Ledger ist Trezor. Auch das Unternehmen hat 2 Varianten im Angebot mit dem Trezor Model One und dem etwas teureren Trezor Model T. Auch hier ist der größere Farbbildschirm das größte Unterscheidungskriterium zwischen den beiden Varianten.

Wichtig bei den Hardware Wallets zu verstehen ist, dass sie, egal ob Ledger oder Trezor, alle sicher sind. Egal welche der 4 Varianten ihr euch letztendlich zulegt alle 4 sind etwa gleich sicher um eure Kryptowährungen aufzubewahren. Ihr könnt also beim Kauf keinen Fehler machen. Lediglich in der Bedienung, beim Preis und bei den speicherbaren Kryptowährungen unterscheiden sich die Modelle etwas.

Ledger Nano S
Aufbewahrung von 71 Kryptowährungen unter anderem von BTC, ETH, TRX, NEO, XLM, XMR, XRP, LTC, DOGE und allen ERC-20 Tokens.
Positiv
+ Mehr Tokens speicherbar als beim Trezor (z.B. Ripples XRP).
+ Mit der neuen Ledger Live Software sehr einfach zu bedienen.
+ Das meistverkaufte Hardware Wallet weltweit.
 
Negativ
- Teurer als der Trezor.
- Schwieriger zu verstehen als ein Software Wallet.
- Kleineres Display als beim Trezor.
Preis: 99,99 Euro
Bewertung 5/5
Trezor Model One
Aufbewahrung von 22 Kryptowährungen unter anderem von BTC, ETH, BCH, LTC, DASH, ETC und allen ERC-20 Tokens
Positiv
+ Günstiger als der Ledger Nano S
+ Das Unternehmen Trezor war das erste Unternehmen, dass ein Hardware Wallet auf den Markt gebracht hat.
+ Für den Trezor ist auch eine Android App verfügbar.
 
Negativ
- Weniger Tokens speicherbar als bei Ledger Nano S
- Wirkt weniger gut verarbeitet im Vergleich zum Ledger Nano S
- Leicht komplizierter zu bedienen als der Ledger Nano S
 
Preis: 83,49 Euro
Bewertung 4/5
Ledger Blue
Aufbewahrung der meisten großen Kryptowährungen unter anderem von BTC, ETH, TRX, NEO, XLM, XRP, LTC, DOGE und allen ERC-20 Tokens.
Positiv
+ Mehr Tokens speicherbar als beim Trezor (z.B. Ripples XRP).
+ Leichter zu bedienen als der Ledger Nano S.
+ Großes Display für eine einfache Bedienung
 
Negativ
- Teurer als der Trezor und der Ledger Nano S ohne dabei sicherer zu sein
- Weniger Tokens speicherbar als beim Ledger Nano S
- Kaum mehr Funktionen als der Ledger Nano S
 
Preis: 279,99 Euro
Bewertung 4/5
Trezor Model T
Aufbewahrung der meisten großen Kryptowährungen unter anderem von BTC, ETH, BCH, LTC, DASH, ETC und allen ERC-20 Tokens
Positiv
+ Speichert ein paar mehr Kryptowährungen als der Trezor Model One
+ Größeres und farbiges Display im Vergleich zum Trezor Model One
+ Touchscreen
 
Negativ
- Wesentlich teurer als der Ledger Nano S und der Trezor One ohne dabei vielmehr Funktionen zu haben.
- Weitere Kryptowährungen kommen langsamer hinzu als bei den Ledger Varianten
- Leicht komplizierter zu bedienen als die Wettbewerber von Ledger
 
Preis: 180,29 Euro
Bewertung 4/5

 

Ausführlicher Test der Ledger und Trezor Varianten

Nachfolgend wollen wir uns einmal anschauen was ihr alles bekommt wenn ihr eines der Hardware Wallets bestellt, wie die Bedienung ist und worin sie sich unterscheiden.

Lieferumfang

Egal ob ihr ein Hardware Wallet von Ledger oder von Trezor bestellt, der Lieferumfang ist bei allen Modellen etwa immer gleich. In der Packung habt ihr das Hardware Wallet, einen Zettel auf dem ihr die Recovery Seed notieren könnt, ein Kabel um das Hardware Wallet mit dem USB Anschluss zu verbinden und eine kurze Anleitung. Hier seht ihr den Lieferumfang vom Ledger Nano S, der in einer kleinen weißen Box kommt.

Lieferumfang Ledger Nano S

Ganz ähnlich sieht auch der Inhalt der Box bei Trezor aus. Im Gegensatz zum Ledger ist die Trezor Box nicht ganz so hoch aber dafür etwas größer in der Ausdehnung.

Trezor Lieferumfang

Wenn ihr euer Hardware Wallet bekommt solltet ihr auf jeden Fall darauf achten, dass die Verpackung noch ungeöffnet ist und der Zettel mit der Recovery Phrase noch nicht ausgefüllt ist. Trezor hat auf der Verpackung und am Gerät sogar noch ein Hologramm angebracht. Um die Verpackung zu öffnen muss das Siegel beschädigt werden.

Hologram auf der Trezor Box

In der Vergangenheit gab es immer wieder Betrugsfälle, bei denen Kunden ein Ledger oder auch Trezor Hardware Wallet bei ebay gekauft haben und die Recovery Phrase schon ausgefüllt war. Überflüssig zu erwähnen, dass die Kunden dann dadurch später ihre Guthaben komplett verloren haben. Denn wer im Besitz der Recovery Phrase ist kann die Guthaben beliebig wiederherstellen. Also auch wenn ihr eines der Hardware Wallets verliert sind eure Guthaben damit nicht weg. Mit der Recovery Phrase könnt ihr sie jederzeit wiederherstellen entweder auf einem neuen Hardware Wallet (Ledger oder Trezor) oder auf einem Software Wallet wie Electrum. Ihr müsst euch also darüber bewusst sein, dass ihr die Recovery Phrase sehr sicher aufbewahren müsst um euch vor Diebstahl zu schützen.

Wir empfehlen euch also die Hardware Wallets direkt bei den Herstellern Trezor oder Ledger auf der Webseite zu bestellen.

Installation

Die Installation bei den beiden Ledger Varianten und dem Trezors ist recht ähnlich. Ihr müsst euch zunächst die jeweilige Software herunterladen. Die Ledgers werden mit der Ledger Live Software bedient, die komplett eigenständig ist. Die Software ist für Windows, Mac und Linux verfügbar. Ihr könnt Ledger Live ganz einfach über die Webseite herunterladen.

Ledger Live App

Die beiden Trezors werden über den Google Chrome Browser bedient. Allerdings müsst ihr euch dafür eine sogenannte Bridge herunterladen, mit der es möglich wird den Ledger mit dem Computer zu verbinden.

Während der ersten Installation (egal ob beim Ledger oder Trezor) bekommt ihr eine Recovery Seed angezeigt. Beide Hersteller verwenden hier ein ähnliches System. Die Recovery Seed besteht aus 24 englischen Wörtern, mit denen ihr eure Guthaben jederzeit wiederherstellen könnt, wenn ihr euer Hardware Wallet verliert oder es anderweitig abhanden kommt.

Generell nimmt die Installation bei beiden Herstellern gerade für Einsteiger etwas Zeit in Anspruch, da man sich erst mit allem vertraut machen muss. Ich persönlich habe zunächst einen Ledger Nano S aufgesetzt. Bis ich allerdings fertig war und verstanden habe wie dort Guthaben gespeichert werden können sind fast 2 Stunden vergangen. Die Installation des Trezor Model One hat anschließend nur noch 20 Minuten gedauert, da der Prozess recht ähnlich ist im Vergleich zum Wettbewerber von Ledger.

Abschließend bleibt aber festzuhalten, dass die Installation des Ledger mit der neuen Ledger Live Software aber etwas besser und einfacher funktioniert als der gleiche Vorgang bei Trezor. Aufgrund des größeren Displays ist die Installation des Ledger Blue sogar noch leichter als die Installation des Ledger Nano S.

Pro Tipp: Trezor bietet eine sogenannte Crypto Steel Karte an. Wie der Name schon erahnen lässt handelt es sich dabei um eine dünne Metallschachtel, in der ihr eure Recovery Seed in den mitgelieferten Metallbuchstaben setzen könnt. Wichtig dabei zu beachten ist, dass ihr jeweils nur die ersten 4 Buchstaben jedes Wortes setzen müsst. Die restlichen Buchstaben des jeweiligen Wortes ergeben sich dann automatisch. Zwar ist die Metallkarte mit 131 Euro sehr teuer allerdings kann auch ein Hausbrand eure Recovery Phrase nicht beschädigen. Wer also sehr hohe Guthaben auf dem Hardware Wallet hat, sollte sich dringend überlegen auch die Metall Karte dazu zu kaufen.

Crypto Steel zur Aufbewahrung der Recovery Phrase

Kryptowährungen

Sowohl die Ledger Varianten als auch die Trezors können die meisten der großen Kryptowährungen speichern. Es ist also problemlos möglich Bitcoin, Ethereum, Bitcoin Cash oder Litecoin auf einem der aufgeführten Hardware Wallets zu speichern.

Der größte Unterschied dürfte aktuell sein, dass ihr Ripple zwar auf den beiden Ledgers speichern könnt aber nicht auf den Trezors. Zwar ist die Implementation für den Trezor Model T geplant, befindet sich aber aktuell noch in der Umsetzung. Kryptowährungen, die beide Hersteller aktuell noch nicht speichern können sind Cardano und IOTA. Allerdings ist auch hier die Implementation geplant zumindest beim Ledger.

Tendenziell können bei den beiden Ledgers mehr unterschiedliche Kryptowährungen gespeichert werden also bei den Trezor Varianten. Darüber hinaus ist auch Ledger etwas schneller was die implementation neuer Kryptowährungen angeht.

Während bei Ledger der Ledger Nano S ein paar mehr Kryptowährungen speichern kann als der Ledger Blue ist es bei Trezor genau andersrum. Hier werden neue Kryptowährungen immer zuerst auf dem teureren Model T implementiert.

Was ebenfalls beide Hersteller gut können ist das speichern von ERC-20 Tokens, die auf der Ethereum Blockchain basieren. Hierfür müsst ihr den Ledger oder Trezor einfach mit MyEtherWallet.com verbinden und anschließend könnt ihr mit Hilfe der Webseite alle möglichen ERC-20 Token empfangen und versenden. Wichtig dabei zu verstehen ist, dass ihr dabei auch Ethereum Guthaben auf eurem Hardware Wallet braucht um die Transaktionsgebühren zu bezahlen.

Wer sich ein Hardware Wallet kaufen möchte sollte sich vorher gut überlegen welche Tokens er darauf speichern möchte und dann überprüfen ob diese auch vom jeweiligen Hersteller unterstützt werden. Am meisten unterschiedliche Tokens speichern kann der Ledger Nano S. Dies wird nicht zuletzt daran liegen, dass es sich dabei auch um den Marktführer handelt und die Entwicklerteams der Coins natürlich möchten, dass die jeweiligen Guthaben auch auf dem Ledger Nano S gespeichert werden können.

Bedienung

Bei der Bedienung haben die teuren Exemplare von Ledger (Ledger Blue) und Trezor (Model T) etwas die Nase vorn. Das liegt vor allem daran, dass sowohl der Ledger Blue also auch der Trezor Model T einen etwas größeren Bildschirm haben. Darüber hinaus sind die Bildschirme der beiden Hardware Wallets auch noch Touchscreen fähig und in Farbe.

Ledger Blue Display

Durch das große Display und den Touchscreen ist es wesentlich einfacher sich im Menü zurechtzufinden. Daher ist es etwas leichter den Ledger Blue oder auch den Trezor Model T zu bedienen. Generell bieten die günstigen Modelle zwar ähnliche Möglichkeiten in den Einstellungen und im Menü allerdings ist es etwas umständlicher durch das Menü zu navigieren.

Trezor Display

Beim Ledger Nano S und beim Trezor One sind jeweils 2 Knöpfe am Gehäuse angebracht. Mit diesen können Nutzer durch das Menü navigieren und auch Eingaben bestätigen, in dem sie beide Knöpfe gleichzeitig drücken.

Button am Ledger Nano S

Was die Bedienung der Software auf dem Computer angeht hat Ledger hier klar die Nase vorn. Die Ledger Live App ist aktuell wesentlich intuitiver aufgebaut als die Anwendung des Wettbewerbers Trezor.

Letztendlich führt es dazu, dass im Test der Ledger Blue am einfachsten zu bedienen ist. Das liegt zum einen an der guten Ledger Live App und darüber hinaus an dem Bildschirm, der es einfach macht durch das Menü zu navigieren.

Sicherheit

Was die Sicherheit angeht gibt es hier keine Verlierer. Alle 4 Modelle sind etwa gleich sicher und basieren auf dem gleichen Prinzip. Auf dem Hardware Wallet werden ja keine Guthaben an sich gespeichert, sondern nur die Private Keys. Diese Private Keys lassen sich auch nicht exportieren. Also auch wenn ihr im Besitz der Kryptowährung seid, könnt ihr trotzdem nicht die Private Keys sehen, dafür müsstet ihr die Guthaben schon auf ein Software Wallet transferieren.

Dadurch, dass die Private Keys das Hardware Wallet nie verlassen, können die Private Keys auch nie gestohlen werden. Wenn ihr eine Transaktion macht und Guthaben versendet, dann signiert das Hardware Wallet nur die Transaktion, wodurch sie dann anschließend ausgeführt werden kann.

Ähnlich ist es wenn ihr den Ledger oder Trezor nutzt um Transaktionen mit Hilfe von MyEtherWallet.com auszuführen. Auch dabei verlassen die Private Keys nie das Hardware Wallet und sind dadurch nicht von der Webseite MyEtherWallet.com auslesbar, sondern es wird lediglich die Transaktion signiert.

Letztendlich sind die Hardware Wallets dadurch sehr sicher. Es gibt allerdings ein paar Nachteile. Wenn es zu einer Hard Fork kommt, kann es passieren, dass ihr nicht an die neuen Tokens kommt, da ihr durch das Hardware Wallet nicht an die Private Keys kommt.

Als positiv einzuordnen ist, dass ihr auch im Falle eines Verlustes des Hardware Wallets eure Guthaben jederzeit wiederherstellen könnt. Ihr braucht dazu lediglich die Recovery Seed. Es ist daher wichtig, dass ihr die Recoverys Seed sicher aufbewahrt, denn wenn sie gestohlen wird können damit auch eure Guthaben weg sein.

Festzuhalten bleibt, dass es kaum eine Möglichkeit gibt Krypto Guthaben sicherer aufzubewahren als mit einem Hardware Wallet. Bisher ist auch kein richtiger Fall bekannt, bei dem Guthaben von einem der genannten Hardware Wallets durch einen Hackerangriff entwendet wurden. Die Investition in ein Hardware Wallet lohnt sich also.

Preis

Die zwei günstigsten Hardware Wallets im Test sind aktuell für knapp unter 100 Euro zu bekommen. Das ist zwar erst einmal eine ganze Menge Geld aber in Anbetracht der Tatsache, dass viele damit Guthaben im Wert von mehreren Zehntausend oder auch Hunderttausend Euro aufbewahren ist der Preis sicherlich fair. Denn letztendlich ist das Hardware Wallet eine der sichersten Aufbewahrungsmethoden für Krypto Guthaben und ist damit noch einmal wesentlich besser als ein Software Wallet.

Sicherlich keinen Sinn machen Hardware Wallets wenn ihr nur Guthaben von Eintausend Euro oder weniger aufbewahren wollt. Für alle die aber mehr aufbewahren ist es durchaus eine Investition, die sich lohnt. Denn die Hardware Wallets erhöhen die Sicherheit eurer Guthaben noch einmal deutlich. Ab welcher Summe sich ein Hardware Wallet lohnt muss jeder für sich selbst entscheiden. Es kann aber durchaus schon bei Guthaben im Wert von 2.000 Euro sinnvoll sein.

Die teuren Exemplare. Ledger Blue und Trezor Model T, haben vorallem den Vorteil, dass sie durch die besseren Displays leichter zu bedienen sind.

Fazit

Für Privatanleger sind Hardware Wallets die sicherste und beste Variante ihr Krypto Guthaben aufzubewahren. Wer sich ein Hardware Wallet kauft sollte immer entweder auf ein Modell von Trezor oder Ledger zurückgreifen. Diese sind schon seit mehreren Jahren am Markt und haben sich mittlerweile bewährt. Wirklich schlechte Modelle gibt es dabei nicht von den beiden Herstellern. Auch gibt es keine wirklichen Unterschiede beim Thema Sicherheit. Vielmehr sind alle der 4 getesteten Hardware Wallets etwa gleich sicher und auch empfehlenswert.

Vielmehr unterscheiden sich die Hardware Walllets darin wie gut sie zu bedienen sind. Die etwas teureren Modelle, also der Ledger Blue und der Trezor Model T, glänzen dabei mit ihren größeren Touchscreen Farbdisplays. Darüber hinaus haben sie aber kaum mehr Funktionen als der Ledger Nano S oder der Trezor Model One.

Unser Testsieger ist am Ende der Ledger Nano S, dass liegt vor allem daran, dass er von allen Hardware Wallets die meisten Coins unterstützt. Als Marktführer ist auch gewährleistet, dass die Entwickler von Kryptowährungen immer versuchen werden auch eine Software für den Ledger Nano S bereitzustellen. Darüber hinaus hat der Ledger Nano S einfach ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Am Ende könnt ihr euch aber auch eines der anderen Hardware Wallets kaufen, wenn euch die bessere Bedienbarkeit wichtig ist. Bei der Sicherheit geht ihr mit keinem der Geräte einen Kompromiss ein.