Changpeng Zhao, Gründer und CEO von Binance, gibt sich seit dem FTX-Zusammenbruch als Wohltäter und legte einen milliardenschweren Hilfsfonds zur Rettung der Krypto-Industrie auf. Zudem spricht er sich regelmäßig für eine strenge Regulierung des Kryptomarktes aus. Ein kürzlich erschienener Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zeichnet ein anderes Bild und könnte die größte aller Kryptobörsen ins Wanken bringen.

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Die wichtigsten Punkte des Reuters-Berichts

Als Beobachter der Krypto-Branche kann man sich in diesen Tagen vorkommen, wie Phil Connors alias Bill Murray im Film “Und täglich grüßt das Murmeltier”. Nach dem Fall der Kryptobörse FTX und wiederholten Berichten über massenweise Abhebungen bei Börse X und Börse Y kämpft Binance gegen das Abfließen von Kundengeldern.

Changpeng Zhao (CZ) muss als CEO verhindern, dass sein Unternehmen einen ähnlichen Vertrauensverlust erlebt, wie den, der FTX zu Fall brachte. Binance selbst berichtete in der vergangenen Woche von Nettoabflüssen in Höhe von rund 6 Mrd. US-Dollar innerhalb von 72 Stunden. Derartige Meldungen erinnern stark an die Nachrichtenlage bezüglich FTX Anfang November.

Zhao Changpeng, Binance CEO

Nach dem Zusammenbruch der konkurrierenden Börse versprach der Binance-Gründer, sein Unternehmen werde bei der Transparenz mit gutem Beispiel vorangehen. Die kürzlich erschienene Analyse der Nachrichtenagentur Reuters zeichnet jedoch ein ganz anderes Bild.

Laut dem Medienbericht ist Zhao’s Krypto-Plattform, die größte Börse für Kryptowährungen, eine “Black Box”, die allein in diesem Jahr Transaktionen in Höhe von rund 22 Billionen US-Dollar abgewickelt hat, ohne dass diese durch die Öffentlichkeit nachvollzogen werden können.

Auch, wo sich der steuerrechtliche Hauptsitz des Krypto-Handelsplatzes befindet, wurde bis heute nicht bekannt gegeben. Die Unternehmensführung weigert sich, die Information zu veröffentlichen. Gleiches gilt für betriebswirtschaftliche Kennzahlen wie Umsatz oder Gewinn.

Ein weiterer bemerkenswerter Punkt aus dem Bericht bezieht sich auf den Treiber von Binance, den BNB-Coin. Die Rolle des nativen Tokens für die Unternehmensbilanz ist ebenfalls vollkommen schleierhaft. Zudem ist unklar, inwieweit der Margin-Handel, also Transaktionen, für die Binance seinen Kunden Geld leiht, durch Rücklagen abgesichert sind und wie hoch das Risiko ist, dass die Börse – und damit auch indirekt die Händler – dabei eingehen.

Zur Einordnung gehört zwar, dass CZ’s Kryptobörse nicht den Regeln einer börsennotierten Aktiengesellschaft unterliegt, und daher beispielsweise auch keine Jahresabschlüsse öffentlich machen muss, aber das Unternehmen entzieht sich wohl aktiv der Regulierung.

Zhao hat der Nachrichtenagentur zufolge einen Plan zur Einrichtung einer neuen amerikanischen Kryptobörse genehmigt, die vor der Kontrolle durch die US-Regulierungsbehörden zu „isolieren“ sei. So geht es, laut Reuters, aus internen Mails und Interviews mit ehemaligen Binance-Mitarbeitern, Beratern und Geschäftspartnern hervor.

Kryptobörsen sind niemals “too big to fail”

Wollte man den Einfluss und die Größe von Binance auf die traditionelle Finanzwelt übertragen, taugt maximal die New York Stock Exchange mit einem Handelsvolumen von 29 Billionen US-Dollar für einen Vergleich. Sowohl beim Volumen als auch beim Anteil am Gesamtmarkt unterliegt die NYSE allerdings.

Binance verzeichnete im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben ein Handelsvolumen von 34 Billionen US-Dollar, was rund der Hälfte des gesamten Handelsvolumens aller Kryptobörsen entspricht.

Nun ist Deregulierung für einen Krypto-Enthusiasten grundsätzlich erstrebenswert und auch die Größe der führenden Kryptobörse ist eher ein positives Zeichen für den Kryptomarkt und die Beliebtheit von Krypto-Assets. Aber ein Monopol in einem idealerweise dezentralisierten Markt, ist sicher nicht im Sinne jedes Krypto-Befürworters.

Zhao’s Börse übertrifft in ihren gigantischen Ausmaßen und ihrer Marktstellung jede noch so große internationale Bank. Letztere wurden allerdings in der Vergangenheit mit Fiatgeld gerettet, wenn deren Liquidität versiegte oder ein Bank Run drohte. Im Falle der größten Kryptobörse der Welt wird wohl kein staatlich finanzierter Feuerwehrschlauch ausgerollt werden, der sie wieder flüssig macht.

Nach dem FTX-Crash sollte laut CZ doch Binance selbst die Feuerwehr für die Krypto-Industrie sein. Aber das von ihm gegründete Unternehmen sieht sich einer Kapitalflucht ausgesetzt und wird zusätzlich zu den aktuellen Berichten noch immer vom US-Justizministerium wegen möglicher Geldwäsche und Verstößen gegen Sanktionen untersucht.

Kapitalflucht, Ermittlungen und Intransparenz

Laut Reuters glauben einige der involvierten Staatsanwälte, dass die vorliegenden Beweise ausreichend für die Anklage von Top-Managern der Krypto-Plattform seien. Diese Annahme wird durch die jüngste Reuters-Recherche bekräftigt.

Beim Versuch, Einblick in die Bücher zu bekommen, untersuchte Reuters Unterlagen, die Zweigstellen in insgesamt 14 verschiedenen Ländern bei den dortigen Behörden eingereicht hatten. Diese Einreichungen bei Finanzbehörden in der EU, in Kanada und Dubai enthalten nur spärliche Informationen über den Geldfluss zwischen den Ländereinheiten und der Hauptbörse.

Laut den Informationen, die die Niederlassungen mit den Behörden geteilt haben, sind die Auslandseinheiten der Börse offenbar wenig aktiv. Reuters liegen Aussagen von ehemaligen Mitarbeitern von Regulierungsbehörden und Ex-Binance-Führungskräften vor, in denen die Filialen als Schaufenster für die unregulierte Hauptbörse bezeichnet werden.

Der rasante Anstieg von Kundenabhebungen weckt nicht nur die Erinnerungen an den Beginn des FTX-Zusammenbruchs, sondern führt auch zu einer zunehmenden Sorge über den allgemeinen Umgang von Kryptobörsen mit Kundengeldern.

Die Börse stoppte in der vergangenen Woche Abhebungen von einigen Krypto-Token. Versuche des Unternehmens, die Anleger zu beruhigen, schlugen fehl, als eine für die Überprüfung der Unternehmens-Reserven beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die Arbeit einstellte.

Welche Daten kommuniziert Binance selbst?

Aus Aussagen des Gründers, Tweets und öffentlichen Bekanntmachungen sind folgende Daten über Binance bekannt:

  • 120 Millionen Menschen nutzten die Börse im Jahr 2021
  • 34 Billionen US-Dollar beträgt das Handelsvolumen
  • Etwa 90 Prozent der Einnahmen werden mit dem Kryptohandel erwirtschaftet
  • Seit 2018 hat das Unternehmen rund 1,9 Milliarden US-Dollar in über 150 Ventures investiert.
  • Für den Branchen-Rettungsfonds hat Binance 1 Milliarde US-Dollar bereitgestellt

Die von CZ gegründete Plattform finanziert sich aus den Transaktionsgebühren, die die Börse erhebt. Die Gebührenstruktur ist relativ komplex. Legt man aber die 0,1 Prozent an, die auf Spot-Trades erhoben werden, hätte die Handelsplattform bis Oktober dieses Jahres 4,6 Milliarden US-Dollar eingenommen, bei einem Trading-Volumen von 4,6 Billionen US-Dollar. In Bezug auf Derivate kann eine Gebühr von 0,04 Prozent zugrunde gelegt werden, wodurch sich bei einem Derivat-Volumen von 16 Billionen US-Dollar Einnahmen in Höhe von 6,4 Milliarden US-Dollar ergeben.

Die Zahlen sind durchaus beeindruckend, weshalb sich einige Beobachter fragen dürften, warum Zhao, der in den vergangenen Wochen nach mehr Regulierung ruft, sich diese nicht beispielsweise durch ein großes Audit bestätigen lässt.

Bisher setzte der CEO auf die Veröffentlichung von „Proof-of-Reserves”, die aber lediglich Momentaufnahmen sind und einem Audit, wie es Wirtschaftsprüfer durchführen, nicht gleichzusetzen sind. Es ist fraglich, ob Binance mit dem aktuellen Kurs einen weiteren Vertrauensverlust verhindern kann. Aktuell wirkt es so, als beschwöre CZ die Geister herauf, die den ehemaligen Mitbewerber FTX ins Jenseits beförderten.

Die jüngsten Berichte werden den Trend zur Selbstverwahrung von Krypto-Werten wohl weiter beschleunigen. Die Profiteure der Entwicklung sind selbstverwaltete Börsen und auch Anbieter wie Trust Wallet könnten zu den Gewinnern der Vertrauenskrise der großen Kryptobörsen zählen.

Auch mit TWT hat Zhao eine eigene Geschichte. Er hat nicht nur einen Anteil am Open-Source-Projekt, sondern hatte dem Wallet-eigenen Token Mitte November auch zu einem neuen Allzeithoch verholfen, indem er Selbstverwahrung von “Keys and Coins“ anpries.

Der TWT-Coin gab zwischenzeitlich wieder nach, liegt aber noch immer rund 0,40 US-Dollar über dem Niveau vor dem FTX-Crash. Anleger, die ein Auge auf die jüngsten Entwicklungen rund um Binance behalten möchten, sind gut beraten, auch Trust Wallet im Blick zu behalten.

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Sebastian Schuster

Sebastian Schuster ist spezialisiert auf Kryptowährungen und Kursanalysen von Aktien. Schon früh beschäftigte er sich mit Finanzmarketing und entschloss sich darauf, sein Hobby zum Beruf zu machen, indem er Banking und Financing studierte. Neben seinem Hauptberuf als Analyst bei einer einflussreichen Finanzberatungsfirma schreibt er regelmäßig für Kryptoszene.de und analysiert Charts von Aktien und Kryptowährungen.

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