Chef-Kryptoanalyst Geoffrey Kendrick behauptet, Bitcoin werde „nie wieder“ unter 100.000 US-Dollar fallen – vorausgesetzt, die Woche liefert Entspannung im US–China-Konflikt, eine dovishe Fed und weiter kräftige ETF-Zuflüsse. Der Kern der These: Strukturelles Kapital treibt den Markt, während politische Eskalationen oder ein hawkisher Fed-Ton einen neuen Boden sofort testen würden.
- Analyst der Großbank Standard Chartered stellt steile These auf: Bitcoin fällt „nie wieder“ unter 100.000 US-Dollar, sofern Geopolitik und Makro diese Woche stabil bleiben
- US–China-Gespräche, erwartete Fed-Zinssenkung um 25 bp, anhaltende ETF-Zuflüsse
- Rotation aus Gold-ETFs möglich
Kendricks These
Laut Kendrick verdichten sich immer mehrere kurzfristige Katalysatoren zu einer Einbahnstraße nach oben: Läuft die Woche „gut“, bleibe der Markt oberhalb der symbolischen 100.000-US-Dollar-Marke. Er verweist dabei in einem Gespräch explizit auf das Momentum aus Spot-Bitcoin-ETFs und auf die Normalisierung des Risikoappetits an den Märkten.
Vor wenigen Tagen hatte derselbe Analyst noch einen „unvermeidlichen“ Dip unter 100.000 US-Dollar ins Spiel gebracht – als potenziell letzte Gelegenheit, BTC fünfstellig zu kaufen.
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Kommende Handelsgespräche zwischen Washington und Peking
Der Rückenwind, auf den Kendrick setzt, kommt vor allem aus der Politik: So liegen in den Handelsgesprächen zwischen Washington und Peking einige Varianten auf dem Tisch, die Xi Jinping und Donald Trump in dieser Woche abnicken könnten – inklusive einer Pause geplanter US-Zölle sowie einer Verschiebung chinesischer Exportkontrollen für Seltene Erden und zusätzlicher US-Sojabohnenkäufe.
Parallel preisen Märkte eine weitere Zinssenkung der US-Notenbank um 25 Basispunkte zum Abschluss des FOMC-Meetings am 28./29. Oktober ein. Mehrere aktuelle Umfragen und Marktberichte sehen die Wahrscheinlichkeit als sehr hoch, was die Liquiditätsperspektive für Risikoanlagen zusätzlich aufhellt.
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ETF-Ströme und Bitcoin-Gold-Ratio
Kendrick stellt in seiner Note außerdem die These auf, ETF-Zuflüsse hätten den Halving-Zyklus als primären Kurstreiber verdrängt. Als harte Messlatte zieht er die Geldströme in Spot-Bitcoin-ETPs heran: Zunächst hatten die Mittelabflüsse rund um den „Tarif-Schock“ vom 10. Oktober belastet, inzwischen zeigen die wöchentlichen Fluss-Daten aber wieder deutliches Plus – zuletzt meldete CoinShares 931 Mio. US-Dollar Nettomittel für die Woche bis 27. Oktober, wobei Bitcoin klar dominierte.
In Kendricks Szenario wechseln Anleger Gelder aus Gold-ETFs in Bitcoin-Produkte um; dabei verweist er verweist auf mehr als 2 Mrd. US-Dollar Abflüsse aus US-Gold-ETFs gegen Ende der Vorwoche und wartet auf Bestätigung, indem zumindest ein Teil davon in BTC-ETFs zurückkehrt.
Ein weiteres Puzzlestück in Kendricks Argumentation ist das Bitcoin-Gold-Verhältnis – die Relation der Marktkapitalisierungen. Ist die Bitcoin-Gold-Ratio über 30, wertet er das als Ende der Angstphase und als Signal, dass Risikoappetit zurück ist. Je stärker BTC gegen Gold aufwertet, desto eher spiegeln die Cross-Flows eine Rotation in risikoreichere Anlagen wider.

Realitätscheck: Was gegen einen „ewigen“ 100K-Floor spricht
So attraktiv die Erzählung ist – „nie wieder“ ist ein großes Wort. Erstens hängt Kendricks These explizit an kurzfristigenWeichenstellungen: Kommt es bei den US–China-Gesprächen doch zu einem Bruch oder überrascht die Fed hawkisher, wäre die neue Unterkante schnell auf dem Prüfstand. Zweitens zeigen die jüngsten Fluss-Daten, wie volatil Kapitalströme bleiben: Eine Woche mit Milliarden-Zuflüssen folgte in diesem Monat auf massive Abflüsse – beides binnen weniger Tage. Das spricht eher für eine Breitseite von Event-Risiken als für eine abrupte, unumkehrbare Neubewertung.
Außerdem hatte der Analyst selbst vor wenigen Tagen noch einen Rutsch unter 100.000 US-Dollar als „wahrscheinlich“ vorausgesagt. Der Bitcoin-Kurs hält sich seither allerdings stabil über 100.000 US-Dollar und liegt zur Zeit des Schreibens bei rund 112.500 US-Dollar, die Marktkapitalisierung liegt bei ca. 2,24 Billionen US-Dollar.

Fazit
Sollte Geoffrey Kendrick mit seiner 100.000-US-Dollar-These recht behalten, dürfte der Aufschwung nicht nur Bitcoin erfassen. Erfahrungsgemäß wandert überschüssiges Kapital dann schnell in die großen Altcoins weiter – allen voran Ethereum (ETH), das mit seinen Spot-ETFs institutionelle Mittel anzieht (Kryptoszene.de – Ethereum-Prognose). Auch Solana (SOL) gilt aktuell als Favorit für eine Fortsetzungsrallye im DeFi-Sektor (Kryptoszene.de – Solana-Prognose).
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