Eine der größten US-Banken der USA öffnet ihr Online-Banking für Bitcoin – und zwar nicht über Umwege wie ETFs oder externe Broker, sondern direkt im eigenen Interface: Die PNC Bank lässt ausgewählte Private-Banking-Kunden ab sofort Spot-Bitcoin kaufen, halten und verkaufen, technisch komplett gestützt auf die Crypto-as-a-Service-Infrastruktur von Coinbase. Angesichts von rund 440 Milliarden US-Dollar, die in der Private-Bank- und Asset-Management-Sparte verwaltet werden und eines Angebots, das zunächst bewusst auf Bitcoin-only zugeschnitten ist, bekommt der Schritt ein besonderes Gewicht: Hier testet erstmals eine große US-Bank, wie sich digitales Geld nahtlos in das klassische Vermögensmanagement integrieren lässt.
- PNC Bank startet direkten Spot-Bitcoin-Handel für Kunden der PNC Private Bank über Coinbase’ Crypto-as-a-Service-Infrastruktur.
- PNC bezeichnet sich selbst als „erste große US-Bank“, die Bitcoin-Käufe, -Verkäufe und -Verwahrung direkt im eigenen Digitalbanking anbietet.
- Die Private-Bank- und Asset-Management-Sparte verwaltet rund 440 Milliarden US-Dollar an Kundengeldern – schon kleine Allokationen könnten Milliarden in Bitcoin bewegen.
- Die Lösung ist zunächst auf Bitcoin beschränkt, soll aber perspektivisch erweitert werden.
PNC macht’s möglich: Im eigenen Online-Banking Bitcoin kaufen
Dass US-Großbanken mit Krypto liebäugeln, ist seit Jahren Thema – aber meist blieb es bei Custody-Piloten, ETF-Orderrouting oder eher trockenen Infrastrukturprojekten. Jetzt ist eine Grenze überschritten:
Die PNC Bank hat am 9. Dezember 2025 offiziell bekanntgegeben, dass Kunden der PNC Private Bank direkt im gewohnten Digitalbanking Spot-Bitcoin kaufen, halten und verkaufen können. Technisch läuft das Angebot über die Crypto-as-a-Service-Plattform von Coinbase, die Liquidität, Handel und Verwahrung im Hintergrund bereitstellt.
In der Pressemitteilung formuliert PNC offensiv: Man sei die erste große US-Bank, bei der man im eigenen Online-Banking Bitcoin kaufen könne; und zwar nicht über externe Broker-Frontends oder reine ETF-Lösungen, sondern mit nativ integrierter Bitcoin-Funktionalität. PNC betont dabei, dass der Service in die bestehende Vermögensplanung eingebettet werden soll und nicht als „Zocker-Feature“ gedacht ist.
Das Angebot gilt zunächst nur für qualifizierte Private-Banking-Kunden, nicht für das komplette Retailgeschäft; also vermögende Privatkunden mit hohen Kontogrößen.
Today marks a major milestone for institutional crypto adoption.@Coinbase’s Crypto-as-a-Service platform is now powering @PNCBank’s launch of direct bitcoin trading for PNC Private Bank clients – the first to market with such an offering among the major U.S. banks. pic.twitter.com/wwuOIRuBfK
— Coinbase Institutional 🛡️ (@CoinbaseInsto) December 9, 2025
Coinbase als Motor
Bereits am 22. Juli 2025 hatten PNC und Coinbase eine strategische Partnerschaft angekündigt, um „sichere, innovative Digital-Asset-Lösungen“ für Bankkunden und institutionelle Investoren aufzubauen. Damals war klar: PNC will kein eigenes Krypto-Backend entwickeln, sondern setzt auf Coinbase als White-Label-Anbieter. Das gleiche Modell findet sich mittlerweile auch bei vielen anderen Banken-Deals mit Coinbase wiedre, etwa im Zahlungsverkehr von Citi oder bei Karten-Integrationen von JPMorgan.
Mit dem nun gestarteten Bitcoin-Angebot wird diese Partnerschaft konkret, dass die PNC Marke, Kundenbeziehung, Compliance-Framework und Banklizenz stellt. Coinbase liefert Handels- und Verwahrinfrastruktur über CaaS, inklusive Ausführung, Settlement und Blockchain-Anbindung.
Vermögen in Milliardenhöhe könnten in Bitcoin fließen
Die Dimension des Ganzen erschließt sich erst über die Bilanzzahlen: Laut PNCs aktuellem Unternehmensüberblickverwaltet die Private-Bank- und Asset-Management-Sparte rund 440 Milliarden US-Dollar an Client Assets under Administration. Damit ist die PNC als neuntgrößte US-Bank nach Bilanzsumme. Rein rechnerisch bedeutet das: Wenn auch nur ein Prozent dieses Vermögens mittelfristig in Bitcoin fließen würde, wären das 4,4 Milliarden US-Dollar. Es geht also um Volumina im deutlichen Milliardenbereich.
Konkrete Aufteilungspläne oder Zielquoten kommuniziert PNC bislang allerdings nicht. Weder in der Pressemitteilung noch in begleitenden Interviews finden sich Zahlen zu erwarteten Allokationen oder realem Handelsvolumen.

Bitcoin-Only
So spektakulär die Schlagzeile wirkt – Bitcoin ist damit nicht plötzlich flächendeckend in jedem PNC-Girokonto angekommen. Mehrere Einschränkungen sind wichtig:
Laut offizieller Kommunikation steht die Funktion zunächst nur ausgewählten, qualifizierten Kunden mit höherem Vermögen zur Verfügung. Der klassische Retailkunde bleibt außen vor. Außerdem gibt es bei PNC ausdrücklich Bitcoin-only. Ob und wann andere Kryptowährungen folgen, bleibt offen. Die Pressemitteilung spricht lediglich davon, künftig „erweiterte Funktionen und Services“ anbieten zu wollen – ohne Details.
Wer wissen will, wie Banken in Europa mit dem Thema umgehen, findet bei Kryptoszene einen praxisnahen Überblick in „Bitcoin kaufen mit Volksbank 2025 – ist es möglich?“, wo die Hürden und Umwege für deutsche Banken ohne eigenes Krypto-Frontend aufgezeigt werden.
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