Lohnt sich Krypto-Mining noch?

Lohnt sich Krypto-Mining noch?
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Neben dem Kauf von Kryptowährungen können diese auch verdient werden durch Mining. Wir haben einmal nachgerechnet, ob es sich noch lohnt selber zu minen oder zu einem Cloud-Mining Anbieter zu gehen.

Kryptowährungen die auf dem Proof-of-Work (PoW) Algorithmus beruhen (z.B. Bitcoin und Ethereum) brauchen noch sogenannte Miner. Beim Mining werden Rechenoperationen gelöst, wodurch neue Blöcke gefunden werden, die der Blockchain angehangen werden. Dabei wird im Prinzip nichts anderes gemacht als das versucht wird, eine Rechenoperation zu lösen durch das einsetzen zufälliger Werte. Wie viele Berechnungen dabei durchgeführt werden können, wird in der Hash-Rate angegeben. In die neu gefundenen Blöcke werden die Transaktionen geschrieben, die seit dem letzten gefundenen Block stattgefunden haben. Bei Bitcoin wird im Schnitt alle 10 Minuten ein neuer Block gefunden und bei Ethereum derzeit etwa alle 12-15 Sekunden.

Nachfolgend rechnen wir einmal gemeinsam mit euch aus, ob es noch Sinn macht Ethereum zu minen oder ob es besser ist Ethereum zu kaufen. Anstelle von Ethereum hätten wir auch Bitcoin nehmen können, dass Ergebnis würde nicht viel anders aussehen.

Cloud Mining
Der einfachste Weg selber zu minen ist zu einem Cloud-Mining Anbieter zu gehen. Dort macht ihr im Prinzip nichts anderes, als einmal vorab einen festen Betrag zu überweisen und der Cloud-Miner beginnt dann, einen vorher festgelegten Zeitraum lang für euch zu minen. Ihr müsst euch um nichts kümmern und bekommt entweder monatlich oder sogar täglich eure Erträge ausgezahlt. Klingt eigentlich verlockend.

Ein normales Angebot bei einem Cloud-Miner liegt derzeit bei 3.600 Euro für 120 MH/s. Bei MH/s handelt es sich um die Rechenleistung, die euch der Miner zur Verfügung stellt. Also 120 MH/s sind 120 Millionen Hashes (Berechnungen) pro Sekunde. Für 3.600 Euro bekommt ihr diese Leistung fix für 2 Jahre. Ihr habt darüber hinaus keine weiteren Kosten für Strom oder Wartungsarbeiten. Um einen Gewinn damit zu machen, müsst ihr mit eurem gemieteten Miner in 2 Jahren also mehr als 3.600 Euro Ertrag erzielen (bzw. Ether in der Höhe minen).

Aktuelles Cloud-Mining Angebot

Würden wir den Miner heute anschalten, dann würden wir bei der aktuellen Schwierigkeit im Ethereum Netzwerk damit im ersten Monat etwa 225 Euro Ertrag erwirtschaften. Eigentlich gar nicht so schlecht, dass würde bedeuten, wenn es so weitergeht und wir jeden Monat diesen Ertrag machen, dann haben wir am Ende 5.400 Euro eingenommen. Also deutlich mehr als die bezahlten 3.600 Euro, dass macht 1.800 Euro Gewinn und dabei haben wir noch nicht einmal die Steigerung des Ethereum Kurses mit eingerechnet.

Leider ist die Rechnung aber nicht so einfach, denn die Schwierigkeit im Ethereum Netzwerk steigt. Das zeigt das folgende Chart ziemlich eindeutig:

Ansstieg der Schwierigkeit im Ethereum Netzwerk seit Anfang Dezember.

In dem Chart seht ihr, wie schwierig es ist einen neuen Block zu finden. Dem gegenüber steht die gesamte Rechenleistung, die dem Ethereum Netzwerk zur Verfügung steht. Da die Rechenleistung (Hash Power) im Ethereum Netzwerk immer weiter zunimmt, steigt auch die Schwierigkeit ständig weiter an. Denn die Zeit zwischen 2 gefundenen Blöcken soll immer etwa gleich bleiben. Während die Schwierigkeit im Januar noch bei 2.000 TH/s lag, war sie im Februar schon bei 2.500 TH/s. Im März liegt sie bereits jetzt schon bei über 3.000 TH/s. Es wird also immer schwieriger einen neuen Block zu finden.

Der Einfachheit halber nehmen wir an, dass die Schwierigkeit im Ethereum Netzwerk weiter mit 500 TH im Monat ansteigt. Das ist allerdings schon sehr konservativ gerechnet, denn eigentlich ist zu erwarten, dass die Schwierigkeit exponentiell ansteigt. Wenn wir das in einer Tabelle übertragen ergibt sich folgendes Bild:

Ertrag Cloud-Mining

Wir sehen also, dass unser Ertrag beim Cloud Mining innerhalb der 24 Monate immer weiter abnimmt. Denn unsere Rechenleistung bleibt gleich (120 MH/s) aber die Schwierigkeit einen neuen Block zu finden erhöht sich.

Insgesamt würden wir damit beim Cloud Mining also nur einen Ertrag von 2.249 Euro erreichen und das obwohl wir 3.600 Euro für das 2-jährige Cloud-Mining bezahlt haben. Dem entgegen steht noch, dass der Ethereum Preis weiter steigen wird in den 2 Jahren. Allerdings wäre es dann besser, die 3.600 Euro zu nehmen und davon sofort(!) Ethereum zu kaufen.

Ergebnis: Investiert besser nicht in Cloud Mining. Es ist immer besser direkt Ethereum zu kaufen und sofort von den Kursanstiegen zu profitieren. 

Selber Minen
Wenn wir berechnen wollen ob es Sinn macht selber zu minen, müssen wir uns zunächst unser eignes Mining Setup zusammenstellen. Dafür bauen wir uns einen Miner, der wie der Cloud-Miner auch, 120 MH/s Leistung hat. Dafür brauchen wir 4 Leistungsstarke Grafikkarten ein Mainboard, CPU und ein Netzteil. Alles zusammen kostet locker 2.500 Euro. Darüber hinaus haben wir dann nur noch die Stromkosten. In Deutschland betragen diese problemlos 0,26 €/kWh.

Unser Hardware Setup wird mindestens 1.000 Watt in der Stunde verbrauchen. Damit kostet uns eine Stunde minen 0.26 Euro, am Tag sind das dann 6,24 Euro. Außer den Stromkosten haben wir auch noch die Kosten des Mining Pools, denn wenn wir selber minen würden, dann würden wir nur sehr selten einen Block finden. Besser ist es daher sich einem Mining Pool anzuschließen, damit sind die Einnahmen regelmäßiger. Der Mining Pool bekommt 1,5% der Erträge.

Kostenaufstellung zum selber minen

Damit können wir dann im Prinzip auch schon ausrechnen, was wir im ersten Monat verdienen werden. Bei der aktuellen Schwierigkeit im Ethereum Netzwerk, würden wir 225 Euro Einnahmen im ersten Monat erzielen. Dem gegenüber stehen 153 Euro Stromkosten und 3,40 Mining Pool Gebühren. Damit bleiben am Ende 68,60 Euro Gewinn.

Was wir da aber noch nicht mit einbezogen haben sind die Hardware Kosten von 2.500 Euro. Bei gleichbleibender Schwierigkeit und gleichen Ethereum Preis, braucht ihr also mindestens 36 Monate, bevor sich die Anschaffung rentiert. Auch hier gibt es das Argument, dass der Ethereum Preis ja steigt, im Gegenzug steigt aber auch die Schwierigkeit im Ethereum Netzwerk.

Eine etwas bessere Ausgangsbasis bekommt ihr, wenn ihr den Strom günstiger einkaufen könnt. In den USA gibt es zum Beispiel die kWh teilweise für 0.10 Euro. In Deutschland habe ich bisher allerdings noch keinen Weg gefunden, dass zu erzielen.

Ergebnis: Auch das eigene Mining lohnt sich auf keinen Fall. Auch hier ist es besser die 2.500 Euro für die Hardware direkt in Ethereum zu investieren.

Damit werden wir das Thema Mining auch auf Kryptoszene nicht groß weiter behandeln, da es für den Endnutzer nicht wirklich zu empfehlen ist.

Wer selber nachrechnen möchte findet hier einen ganz guten Rechner.

Update 18.08.2018: Die Situation beim Mining hat sich mittlerweile noch verschlimmert. Eine aktuelle Bestandsaufnahme gibt es hier


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5 Comments

  1. Hi, ich bin ganz Deiner Meinung und viele vergessen zusätzlich etwas. Was wenn nach der Gewährleistungszeit (2 Jahren) die erste Grafikkarte kaputt geht, weil diese nun einmal unter Volllast laufen?! Dann wird es noch teurer…

  2. Euer Stromverbrauch ist doch viel zu hoch. Welche CPU und welche GPUs benutzt hier und wie habt ihr den Core-Clock, die Mem-Clock und das PowerTarget der GPUs verändert?

    • Genau das ist der Punkt ich habe derzeit 6x 1060 mit einer hash Leistung von ca 130 mh/s und einen Verbrauch von 530 Watt. Das heißt wenn ich eure 1000 watt zu Grunde lege bin b ich bei ca 250 mh/s.

      Klar ist dass ein spekulatives Geschäft aber das sind Aktien und Fonds auch.

  3. Aber ihr geht einfach davon aus, dass der Kurs steigen wird. Wer will schon nach einen fallenden Messer greifen. Das machen nur Amateure

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