Der Kryptomarkt zeigt sich derzeit deutlich angeschlagen. Bitcoin hat seit seinem Allzeithoch zeitweise mehr als die Hälfte seines Werts verloren und erreichte zuletzt ein Verlaufstief um 60.000 US-Dollar, bevor eine technische Erholung einsetzte. Aktuell pendelt der Kurs wieder um etwa 70.000 US-Dollar, doch nachhaltige Anschlusskäufe bleiben bislang aus. Besonders Altcoins stehen weiter unter Druck.
Viele Marktindikatoren deuten deshalb auf einen klassischen Bärenmarkt hin – auch wenn einzelne Branchenvertreter weiterhin strukturelle Stärke betonen. Doch was sollten Anleger jetzt tun? Genau dazu äußern sich die folgenden drei Experten:
Bitwise-CIO sieht stabile Fundamentaldaten trotz Kursdruck
Hunter Horsley, CIO des Asset-Managers Bitwise, ordnet die aktuelle Marktphase vor allem als psychologisches Phänomen ein. Seiner Einschätzung nach folgen Narrative im Kryptomarkt stark der Kursentwicklung. Während steigende Preise optimistische Schlagzeilen dominieren, prägen in fallenden Märkten Risiken, Gerüchte und Enttäuschungen die Diskussion. Entscheidend sei jedoch, dass sich die fundamentalen Faktoren laut Horsley in den vergangenen Monaten kaum verschlechtert hätten – selbst im Vergleich zu Zeiten, in denen Bitcoin neue Höchststände markierte.
Narrative follows price in crypto —
We're in a bear market, so, all the chatter is about risks, rumors, fears, disappointments.
The reality, is that almost none of the facts and substance being discussed have changed from 4 months ago when BTC was at ATHs in October.
Taking a…
— Hunter Horsley (@HHorsley) February 9, 2026
Er hebt hervor, dass Adoption, Infrastrukturentwicklung und institutionelles Interesse weiterhin auf einem hohen Niveau liegen. Aus dieser Perspektive unterscheide sich der aktuelle Bärenmarkt von früheren Zyklen, in denen fundamentale Unsicherheit häufig größer gewesen sei. Horsley argumentiert daher, dass schwächere Marktphasen historisch oft Einstiegsmöglichkeiten geboten hätten, weil Bewertungen sinken, während technologische und wirtschaftliche Grundlagen bestehen bleiben. Seine Einschätzung impliziert jedoch keine kurzfristige Trendwende, sondern vielmehr eine langfristige Betrachtung des Marktes jenseits kurzfristiger Preisschwankungen.
Chainlink-Gründer betont langfristige Infrastrukturentwicklung
Auch Sergey Nazarov, Mitgründer von Chainlink, verweist in seiner aktuellen Einschätzung auf strukturelle Entwicklungen statt kurzfristiger Kursbewegungen. Er hebt hervor, dass insbesondere Blockchain-Infrastruktur, institutionelle Nutzung und Tokenisierung realer Vermögenswerte weiter voranschreiten. Diese Trends würden unabhängig von Marktzyklen wachsen und langfristig die Nutzung von Kryptowährungen prägen.
Cycles are a normal part of the crypto industry, what is important is what those cycles reveal about how far the industry has progressed and what next stage/trends of adoption/value creation will go on to define the industry.
So far this cycle reveals two key things for me:…
— Sergey Nazarov (@SergeyNazarov) February 9, 2026
Aus seiner Sicht zeigt der derzeitige Abschwung vor allem eine Neubewertung von Risiken und Erwartungen. Gleichzeitig bleibe der Ausbau technischer Grundlagen ein zentraler Faktor für die zukünftige Marktstruktur. Damit rückt weniger der kurzfristige Preisverlauf in den Fokus, sondern die Frage, wie schnell reale Anwendungen und institutionelle Integration tatsächlich voranschreiten.
Historie zeigt: Krypto-Bärenmärkte sind Kaufchancen
Ein Blick auf langfristige Kursverläufe zeigt, dass starke Rückgänge im Kryptomarkt kein neues Phänomen sind. Die eingeblendete Grafik verdeutlicht mehrere markante Crashphasen der vergangenen Jahre – vom Mt.-Gox-Zusammenbruch 2014 über das Platzen der ICO-Blase 2018 bis hin zum FTX-Schock 2022. In allen Fällen folgten teils drastische Kursverluste, die damals häufig als strukturelles Ende des Marktes interpretiert wurden.
There is one common denominator with every crypto crash in history.
They always seem like the "end of crypto" and they always become rounding errors in the long run.
The same will happen with the 2025-2026 bear market. pic.twitter.com/gk2VlI9PFQ
— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) February 2, 2026
Auch das Analysehaus Kobeissi Letter betont diesen historischen Kontext. In einer aktuellen Einschätzung heißt es, nahezu jeder größere Kryptocrash habe kurzfristig existenzielle Zweifel ausgelöst, langfristig jedoch an Bedeutung verloren. Kursrückgänge würden rückblickend oft wie statistische „Rundungsfehler“ erscheinen, sobald sich neue Marktzyklen etablieren. Diese Perspektive ersetzt keine kurzfristige Marktanalyse, liefert jedoch einen historischen Rahmen für die Bitcoin Prognose.
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