Flash Crash des Bitcoin-Kurses: Ist das der Beginn des Bärenmarktes?

Am gestrigen Handelstag hat es einen starken Einbruch des Bitcoin-Kurses und der wichtigsten Altcoins am Kryptomarkt gegeben. So erreichte BTC/USD am morgen zunächst noch Höchststände von rund 53.000 Dollar und damit den besten Wert seit Mai dieses Jahres. Doch dann ging es innerhalb weniger Stunden rapide abwärts.

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Innerhalb von nur wenigen Stunden fiel der Kurs in der Spitze um mehr als 10.000 Dollar auf Tiefstände von unter 43.000 Dollar. Das bedeutet ein Einbruch von knapp 20 Prozent in diesem kurzen Zeitraum.

Bitcoin stürzt in 2 Stunden von 50.000 auf 43.000 Dollar ab

Besonders volatil zeigte sich der Kurs dabei zwischen 16 und 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Zwischen 16 und 17 Uhr verlor der Kurs bereits rund 7 Prozent von über 50.000 Dollar auf knapp oberhalb von 46.000 Dollar. Zwischen 17 und 18 Uhr folgte dann eine weitere extreme Korrektur in der es bis unter die 43.000 Dollar ging. Finanzexperten sprechen hier von einem sogenannten Flash Crash, wenn die Kurse innerhalb kürzester Zeit so rapide einstürzen.

In diesem Kursbereich hat der Bitcoin jedoch zunächst eine starke Unterstützung gefunden. Ein Rebound führte den Kurs wieder zurück auf ein Niveau von 47.500 Dollar. Doch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hat der Kurs bereits wieder nachgegeben und notiert um den Bereich von 45.500 Dollar.


Heftigste BTC-Korrektur seit Corona-Crash

Eine solche heftige Kursbewegung für den Bitcoin hat es lange nicht gegeben. Selbst die Korrektur im Mai dieses Jahres von den Allzeitrekorden um 65.000 Dollar war nicht so schnell und stark wie am gestrigen Handelstag. Ähnlich heftige Ausschläge waren zuletzt während des Corona-Crashes im März 2020 zu beobachten, bei dem der Kurs innerhalb eines Tages sogar fast 40 Prozent eingebrochen war.

Doch die Corona-Krise dürfte diesmal keine Rolle bei der Korrektur gespielt haben, da sich die Finanzmärkte von der Pandemie schon seit langer Zeit unbeeindruckt zeigen und neue Allzeitrekorde erreichten. Das gilt nicht nur für die Kurse von Bitcoin und Ethereum und Co, sondern auch für den Aktienmarkt. So haben sowohl Anleger von Kryptowährungen als auch Käufer von Aktien eine unglaubliche Rallye seit März 2020 erlebt.

Aktienmärkte zeigen sich stabil

Doch die Aktienmärkte scheinen aktuell robuster zu sein, wie der Kryptomarkt. Denn eine vergleichbare Korrektur ist dort nicht zu sehen. Zwar haben etwa auch der Deutsche Aktienindex Dax oder der amerikanische S&P 500 in dieser Woche leicht nachgegeben, aber die minimalen Verluste sind nicht vergleichbar mit den Crash von Bitcoin und Co.

Einen triftigen Grund für den enormen Kurssturz des Bitcoin lässt sich bislang nicht ausmachen. Das Ereignis fällt aber genau mit einem eigentlich positiven Event für die Leitwährung zusammen. Denn gestern war im zentralamerikanischen Staat El Salvador ein neues Gesetz in Kraft getreten, dass Bitcoin als offizielle Währung im Land neben dem US-Dollar festlegt und zudem Händlern vorgibt, künftig Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

Gescheiterte Premiere für BTC als Währung in El Salvador

Kryptoszene.de berichtete gestern ausführlich über die durchaus umstrittene Entscheidung der Regierung und ihrer möglichen Folgen für das Land und die weltweite Adaption von Bitcoin als Zahlungsmittel.

Den „Feiertag“ dürften sich die Bewohner von El Salvador jedoch anders vorgestellt haben. In einer Werbekampagne hatte die Regierung zuletzt für den Kauf von Bitcoin und den Download einer eigenen Wallet geworben und sogar einen Anreiz von 30 US-Dollar in Bitcoin geboten.

Doch wer gestern für größere Summen BTC gekauft hat, dürfte jetzt erstmal frustriert sein. Denn der enorme Kurssturz dürfen den Neuanlegern massive Verluste bescheren. Gerade in dem kleinen Land mit einem niedrigen Einkommensniveau dürften selbst verhältnismäßig kleine Verluste nicht leicht verschmerzbar sein für die Einwohner von El Salvador. Als vertrauensbildende Maßnahme für die Akzeptanz von Bitcoin im Land dient der gestrige Tag damit wohl kaum.

Regierung kauft für Millionen Dollar BTC nach

Doch die Staatsregierung von El Salvador ist offenbar ziemlich unbeeindruckt von dem Kursrutsch und verfährt nach dem Prinzip „Buy the Dip“. So hat das Land für rund 7 Millionen Dollar 150 Bitcoin nachgekauft und damit seine Bestände erheblich aufgestockt. Zuvor hatte El Slavador bereits BTC im Wert von 20 Millionen Dollar zu einem Durchschnittkurs von 50.000 Dollar gekauft.

Bislang geht die Rechnung des ohnehin hochverschuldeten Landes jedoch nicht auf. Mit dem derzeitigen Kursniveau dürfte das Investment in BTC ein erhebliches Verlustgeschäft für die Regierung sein. Sie kann nur hoffen, dass die Kurse bald wieder steigen und es nicht noch zu weiteren dramatischen Kursverlusten kommt.

Kritik kam bereits von der Weltbank zu den erheblichen Investitionen von El Salvador in Bitcoin. Von dort hieß es, man werde diese Strategie in keiner Weise unterstützen. Bitcoin sei als Währung absolut Intransparent und die Klimabilanz katastrophal, hieß es seitens der Weltbank.

Ob El Salvador nun mit seiner Bitcoin-Strategie ein dramatisches Eigentor schießt oder sich der Pazifikstaat am Ende als lachender Gewinner fühlen wird, bleibt abzuwarten. Denn noch ist keineswegs klar, wie sich der Bitcoin-Kurs weiter entwickeln wird.

Blow-off Top-Szenario: Beginn des Bärenmarktes?

Manche Experten rufen bereits den Beginn des Bärenmarktes für den Bitcoin nach dem gestrigen Kursrutsch aus. So könne es sich nach ihrer Einschätzung um einen sogenannten „Blow-off Top“ handeln. Dieses Chartszenario ist zunächst von einem rapiden Anstieg eines Kurses und danach einer extrem schnellen Korrektur geprägt.

Aus Sicht der technischen Analyse könnte es sich in der Tat um ein solches Szenario handeln. Denn Bitcoin ist innerhalb weniger Wochen massiv von unter 29.000 Dollar auf knapp 53.000 Dollar gestiegen. Ein Anstieg von mehr als 80 Prozent in nur etwas mehr als einem Monat. Und auch die aktuell heftige Korrektur passt genau in das Bild eines Blow-off Top. Dieser Kursverlauf war bislang symptomatisch für das Ende eines jeden Bullenmarktes des Bitcoin. Nach einem steilen Anstieg folgte eine heftige Korrektur.

Auch aus diesem Grund hatten vielen Analysten im Mai 2021 noch nicht den Bärenmarkt ausgerufen als BTC vom Allzeithoch von 65.000 Dollar nach unten korrigierte. Denn der Absturz verlief für einen typischen Blow-off Top eigentlich zu langsam und das Kursmuster sah auf dem Tageschart eher wie eine „Krone“ als wie ein Blow-off Top aus, der von einer steilen Spitze des Kurses geprägt ist.

Analyst: Mehr als 100.000 Dollar in 2021 weiter möglich

Noch ist es allerdings zu früh, den Bärenmarkt als bestätigt anzusehen. Dafür musss sich die Korrektur auch in den nächsten Tagen und Wochen verstetigen. Analysten wie der bekannte Trader Plan B ist jedoch davon überzeugt, dass Bitcoin noch in 2021 weitere Rekorde von weit über 100.000 Dollar erreichen kann. Er hatte in der Analyse seines Stock-to-Flow Modells eine Korrektur für September 2021 als möglich eingepreist, rechnet jedoch ab Oktober mit einem extremen Bullenlauf.

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Steffen Bösweich

Steffen hat Medien, Politik und Kulturwissenschaft studiert und nebenher bereits erste Erfahrungen im Print-, Radio- und Hörfunkjournalismus gesammelt. Nach seinem Studienabschluss hat er seine Journalistenausbildung in einem Verlag für Wirtschaft & Sport absolviert. Dem Wirtschaftsjournalismus ist er auch bei seinen weiteren Tätigkeiten als Redakteur stets treu geblieben und verfügt inzwischen über mehr als zehn Jahre Berufserfahrung. Er interessiert sich für Finanzthemen aller Art, Aktien und Kryptowährungen sind sein Steckenpferd.

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