Das Ethereum-Protokoll verzeichnet weitere Rekorde: Die durchschnittlichen Transaktionen stiegen kürzlich auf 2,88 Millionen an, eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Dennoch ist der Schöpfer, Vitalik Buterin, nicht zufrieden. Seiner Meinung nach müsste sich Ethereum entschlacken und ordentlich an Features abspecken. Das sei notwendig für das Überleben der zweitgrößten Kryptowährung, argumentiert er.
- Neue Rekorde: Ethereum verzeichnet einen Rekord von 2,88 Millionen Transaktionen bei gleichzeitig niedrigen Gebühren
- Ethereum-Schöpfer: Vitalik Buterin argumentiert, das Protokoll von Ethereum muss vereinfacht werden, um zu überleben
- Garbage Collection: Er spricht von altem Code, Mechanismen und komplizierten Features, welche entfernt werden müssen
Transaktionen steigen auf 2,88 Millionen
Laut Daten von Ycharts hatte Ethereum am 16. Januar einen neuen Rekord gebrochen: 2,88 Millionen Transaktionen verzeichnete das Netzwerk an diesem Tag. Mittlerweile ist dieser Wert auf 2,398 Millionen Transaktionen gefallen.
Gleichzeitig sind die Transaktionsgebühren stark gesunken. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen ein hohes Transaktionsaufkommen die Gasgebühren in die Höhe trieb. Laut Daten von Etherscan kosten Swaps derzeit nur 0,04 US-Dollar. Upgrades wie der Fusaka Hard Fork machen es möglich. Zudem wird immer mehr auf 2-Layer ausgelagert.
ETH has 10x more TVL and 14x more stablecoin supply than Solana.
SOL has 3x more active addresses and 110x more daily transactions than Ethereum.
ETH is the home of DeFi and the global settlement layer for secure, high-value activity. The institutional chain.
SOL is the home… pic.twitter.com/cHC1KWhb2s
— Simon Dedic (@sjdedic) January 18, 2026
Simon Dedic, Gründer von MoonrockCapital, verweist in einem X-Post auf den Erfolg von Ethereum und vergleicht das Protokoll mit Solana (SOL). Ethereum habe den zehnfachen Total Value Locked und emittiere das vierzehnfache an Stablecoins.
Ethereum sei die größere Plattform für DeFi-Anwendungen, diene als globaler Settlement-Layer und sei eine „institutionelle Chain“. Jedoch sagt er, wir bräuchten ebenfalls Solana, welches sich eher auf Anwendungen für Kleinanleger und Massenadoption fokussiert.
Ethereum-Schöpfer Vitalik Buterin will eine „Garbage Collection“
Damit gibt sich der Schöpfer jedoch nicht zufrieden. Zum zweiten Mal in kurzer Zeit gibt Vitalik Buterin eine aufsehenerregende Erklärung zur Zukunft von Ethereum ab. Dabei hatte er erst kürzlich gefordert, die Blockchain müsse den „Walkaway Test“ bestehen können.
In einem langen Post vom 18. Januar fordert er, Ethereum müsse sich einer Schlankheitskur unterziehen. Das Protokoll ächze mittlerweile unter der Ballast von Jahren, in denen sich mehr und mehr Code sowie unnütze Funktionen angehäuft hatten.
Stattdessen müsse sich Ethereum um „protocol simplicity“ bemühen, den Code also vereinfachen. Er schlägt eine „garbage collection“ vor, welche alten Code, nicht mehr genutzte Funktionen und Designideen zusammenfassen soll.
An important, and perenially underrated, aspect of „trustlessness“, „passing the walkaway test“ and „self-sovereignty“ is protocol simplicity.
Even if a protocol is super decentralized with hundreds of thousands of nodes, and it has 49% byzantine fault tolerance, and nodes fully… pic.twitter.com/kvzkg11M3c
— vitalik.eth (@VitalikButerin) January 18, 2026
Ethereum muss dann bereinigt und entschlackt werden. Vitalik Buterin schreibt, dass die Diskussion rund um Blockchains oftmals auf Transaktionsgeschwindigkeit und die Verteilung des Netzwerks fokussiert ist. Doch diese Metriken würden kaum eine Rolle spielen, wenn der Kern-Code zu schwierig zu verstehen sei.
Ein komplexer Code kann nur von einigen Wenigen verstanden werden. Eine Blockchain kann aber nie wirklich vertrauensvoll (trustless) sein, wenn nur Elite-Entwickler damit umgehen können. Daher sei eine Vereinfachung notwendig, argumentiert Vitalik Buterin.
Ethereum könne den Walkaway Test nur dann bestehen, wenn es sich von Ballast befreit. Allerdings muss nicht jede Funktion, welche in der „garbage collection“ landet, gelöscht werden. Stattdessen könnte sie aus dem Kern-Protokoll weichen und auf eine „smarte“ Weise umgesetzt werden.
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