Immer mehr Marktteilnehmer deuten die aktuelle Korrektur am Bitcoin-Markt als den möglichen Beginn eines neuen Bärenmarktes und das Ende des Zyklus. Doch die Daten zeigen möglicherweise ein anderes Bild. Viele wichtige On-Chain-Indikatoren, die in der Vergangenheit zuverlässig jede Markspitze signalisiert haben, stehen noch lange nicht auf Rot. Statt eines endgültigen Höhepunkts sprechen die Zahlen eher für eine Verschnaufpause, also eine Konsolidierung im laufenden Zyklus.
Das Wichtigste in Kürze:
- On-Chain-Daten: Wichtige Indikatoren wie Pi-Cycle, MVRV Z-Score und Reserve Risk stehen nicht auf „Top-Niveau“, sondern deuten eher auf laufende Konsolidierung statt auf einen neuen Bärenmarkt hin.
- Makroökonomie: Steigende Liquidität in den USA durch volles TGA-Konto, mögliches Ende des Government Shutdowns und angekündigtes Ende des Quantitative Tightening der FED sprechen für zusätzliche Marktunterstützung.
- Historische Muster: Aktuelle Daten ähneln eher früheren Zwischenphasen, nach denen es zu weiteren Kursanstiegen kam.
- Technische Lage & Prognosen: BTC hält wichtige Unterstützungen wie die 50er-MA und RSI-Trendlinie, während Analysten weiterhin Kursziele von bis zu 250.000 $ erwarten.
Diese 3 Indikatoren deuten auf die Möglichkeit für weiteres Wachstum hin
Historisch gesehen enden Bitcoin-Zyklen nie plötzlich, sondern vielmehr bauten sich Tops über mehrere Wochen auf und wurden stets von 3 klaren On-Chain-Signalen begleitet. Das waren in der Vergangenheit der sogenannte Pi-Cycle-Top-Indikator, der MVRV Z-Score sowie das Bitcoin Reserve Risk. Betrachten wir die 3 Indikatoren einmal genauer.
Der Pi-Cycle-Top-Indikator hat alle großen Bitcoin-Peaks in 2013, 2017 und 2021 zuverlässig angezeigt. Das Signal entsteht, wenn der 111-Tage-Gleitende-Durchschnitt über den 2x 350-Tage-Gleitenden-Durchschnitt steigt. Aktuell beträgt der Abstand zwischen den Linien noch 49 %. Das bedeutet, dass sich die beiden erst annähern, was eher auf die Mitte eines Zyklus als auf das finale Top hindeutet. In früheren Zyklen folgte auf diesen Zustand nicht der Crash, sondern eine weitere Expansion.
Der MVRV Z-Score misst, wie viel unrealisierten Gewinn die Anleger halten. Historisch stieg dieser Indikator bei Zyklus-Tops immer über den Wert 6 an. Aktuell liegt der MVRV jedoch nur bei 2, also erst bei einem Drittel des typischen Top-Niveaus. Das Niveau ist eher vergleichbar mit 2016 oder 2020, also Marktphasen vor der eigentlichen Explosion von BTC.
Das Bitcoin Reserve Risk zeigt schließlich, wie zuversichtlich langfristige Bitcoin-Halter sind, gemessen daran, wie viel sie verkaufen. An echten Markttops realisieren vor allem alte Wallets Gewinne, und das Reserve Risk steigt stark an. Aktuell liegt der Wert jedoch eher bei Tiefständen innerhalb des Zyklus. Das bedeutet, dass langfristige Holder kaum verkaufen und nach wie vor von Bitcoins Wert überzeugt sind. Alle drei Indikatoren zeigen also in dieselbe Richtung, nämlich dass der Bitcoin-Markt bei seinem bisherigen Top bei 126.000 $ noch nicht überhitzt war.
Liquidität könnte in den kommenden Wochen zurück in die Märkte fließen
Zudem gibt es auch auf makroökonomischer Ebene Daten, die auf weiteres Wachstum in den kommenden Wochen und Monaten hinweisen. Vor allem in Bezug auf Liquidität gibt es positive Entwicklungen in den USA. So ist die US-Staatskasse, also das TGA-Konto, zuletzt auf fast 1 Billion $ angestiegen, was rund 200 Milliarden $ über dem Normalwert liegt. Dieses Geld fließt dann zurück in den Markt, sobald der Government Shutdown gelöst ist.
Das dürfte in den kommenden Wochen passieren und die frische Liquidität wird zum Teil auch in Risiko-Assets wie Aktien und Kryptowährungen fließen. Zudem hat die FED bei ihrem letzten FOMC-Meeting angekündigt, dass das Quantitative Tightening zum 1. Dezember enden soll. Die FED stoppt damit Liquiditätsabflüsse aus dem Markt.
Außerdem zeigt sich am Markt ein fünfjähriger Höchststand in der Nachfrage nach Overnight-Repo-Krediten. Historisch reagierte die FED auf eine solche Situation oft mit Liquiditätsspritzen. 2019 gab es bereits eine ähnliche Situation: Der Repo-Stress führte zu einem Ende von Quantitative Tightening, frischer Liquidität für die Märkte und einer Rallye. Sollte sich dieses Muster nun wiederholen, könnten die Kryptomärkte von dieser Entwicklung maßgeblich profitieren.
Bounce bei 100.000 $ macht Hoffnung auf Rebound
Auch auf technischer Ebene sieht es für BTC gar nicht mal so schlecht aus. Schließlich ist zuletzt ein Bounce vom wichtigen 100.000-$-Niveau gelungen. Damit verteidigt BTC weiterhin die 50er-MA im Wochenchart. Zudem liegt der RSI nach wie vor auf seiner langfristigen Aufwärtstrendlinie und befindet sich weder im überkauften noch im überverkauften Bereich.
Please enter and activate your license key for Cryptocurrency Widgets PRO plugin for unrestricted and full access of all premium features.Sollten die Bullen in den kommenden Tagen wieder zur Stärke zurückfinden, könnte sich der Bitcoin-Boom von vor einigen Monaten zum Jahresende fortsetzen. BTC-Prognosen von PlanB und anderen Analysten gehen teils noch von einer Wertsteigerung auf bis zu 250.000 $ in diesem Zyklus aus.
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