Digitale Illustration einer goldenen Bitcoin-Münze in einem Kontrollraum mit Computern und leuchtenden Walen, Symbol für große Marktakteure im Kryptohandel.

Michael Burry, der Mann hinter „The Big Short“, macht Schluss mit dem klassischen Hedgefonds-Geschäft. Scion Asset Management, sein seit 2013 aktiver Fonds, hat sich bei der US-Börsenaufsicht SEC abgemeldet. Laut einer Reuters-Meldung verwaltete Scion zuletzt rund 155 Mio. US-Dollar – genug, um eigentlich weiterhin meldepflichtig zu sein, wäre nicht genau das der Punkt: Burry will das Kapital an seine Investoren zurückgeben.

In einem an Kunden gerichteten Schreiben, das mehreren US-Medien vorliegt, erklärt Burry, seine Einschätzung des „fairen Werts“ von Aktien passe „derzeit – und schon seit einiger Zeit – nicht mehr zu dem, was die Märkte hergeben“. Statt sich weiter an dieser Diskrepanz abzuarbeiten, will er Scion bis Jahresende liquidieren und sich „besseren Dingen“ zuwenden.

  • Starinvestor Michael Burry meldet seinen Hedgefonds Scion Asset Management bei der US-Börsenaufsicht ab
  • Rund 155 Mio. US-Dollar Fondsvolumen werden an Anleger zurückgezahlt.
  • In einem Schreiben räumt Burry ein, seine Bewertung von Aktien sei „seit einiger Zeit nicht mehr im Einklang mit dem Markt“
  • Kurz zuvor hatte er massiv gegen KI-Vorzeigeaktien wie Nvidia und Palantir gewettet.

Wenn der Markt dem Crashpropheten davonläuft

Burry steht wie kaum ein anderer für den Archetyp des konträren, makrosensiblen Investors: Erst die Wette gegen US-Subprime-Hypotheken, später Warnungen vor ETF-Blasen, Indexmanie, Tech-Übertreibungen – und immer wieder Crash-Szenarien, die sich in den vergangenen Jahren häufig nicht materialisierten.

Seine jüngsten Sorgen galten dem KI-Boom: Burry kritisierte öffentlich, große US-Tech-Konzerne würden Milliarden in KI-Infrastruktur stecken und die Abschreibungen überlange verteilen, um Gewinne künstlich aufzuhübschen – allein bei den größten Playern sieht er ein potenziell „unterschätztes“ Abschreibungsvolumen im dreistelligen Milliardenbereich für die Jahre 2026 bis 2028.

Gleichzeitig setzte Scion mit Positionen massiv gegen Nvidia und Palantir: Laut Auswertungen der letzten 13F-Meldung entfiel nahezu das gesamte gemeldete US-Aktienportfolio – knapp 1 Mrd. US-Dollar an Nominalwert. Palantir-CEO Alex Karp nannte Burrys Short auf CNBC prompt „batsh*t crazy“ und warf ihm vor, die KI-Story seiner Firma fundamental zu unterschätzen.

Social-Media-Come-Back

Parallel dazu meldete sich Burry nach ewiger Social-Media-Pause mit einem zurück: „Sometimes, the only winning move is not to play“, schrieb er auf X – ein Zitat aus dem Film „WarGames“, das er explizit auf die aktuelle KI-Euphorie und eine drohende Blase bezog.

Parallel dazu baute Scion eine prominente Short-Position gegen Palantir auf: Burry erklärte, rund 9,2 Mio. US-Dollar in etwa 50.000 Put-Optionen investiert zu haben, die ihm ab 2027 das Recht geben, Palantir-Aktien zu 50 US-Dollar zu verkaufen – ein klarer, langfristig angelegter Bärentrade gegen einen der Lieblinge der KI-Story.

Vor diesem Hintergrund liest sich seine Begründung für die Fondsauflösung wie das Eingeständnis, dass ein konsequent pessimistischer Ansatz in einem von KI-Hype getriebenen Markt kaum mehr zu vermitteln ist – selbst dann, wenn man 2008 einmal spektakulär recht behalten hat.

Kryptowährungen sind ein sehr volatiles, unreguliertes Investmentprodukt. Ihr Kapital ist im Risiko.

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Pia pro-investor-shield

Pia ist fasziniert von Web3 und Künstlicher Intelligenz. Mit ihrem geisteswissenschaftlichen Hintergrund liebt sie es, gesellschaftliche Trends aufzuspüren und den Zeitgeist zu hinterfragen. Früher war sie im Think Tank und Forschungszentrum der Frankfurt School of Finance tätig und hat dort als Bitcoin- und NFT-Talent am Frankfurt Blockchain Center mitgewirkt. Wenn sie nicht gerade schreibt oder über neue Technologien nachdenkt, ist sie gerne am Atlantik – am liebsten auf ihrem Surfbrett.

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