Nach dem kräftigen Rebound legt der Kryptomarkt am Donnerstag zunächst eine Pause ein. Bitcoin fällt wieder in Richtung 64.000 US-Dollar, nachdem der Kurs zwischenzeitlich über 65.000 US-Dollar gestiegen war. Ethereum rutscht zugleich erneut unter die Marke von 1.900 US-Dollar.
Auf Wochensicht hält sich ETH jedoch deutlich im Plus und entwickelt sich damit stärker als Bitcoin, was auch im Altcoin-Segment für neue Aufmerksamkeit sorgt. Parallel zur volatilen Kursentwicklung gibt es mehrere fundamentale Nachrichten: Ondo Finance erweitert den Handel mit tokenisierten Aktien, Hyperliquid sucht den regulatorischen Dialog, Aave integriert Chainlink CCIP und Polymarket bemüht sich um eine zusätzliche US-Lizenz.
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Ondo Finance ermöglicht 24/7-Handel mit tokenisierten Aktien auf Solana
Ondo Finance hat den durchgehenden Handel beziehungsweise die jederzeitige Ausgabe und Rücknahme ausgewählter tokenisierter Aktien und ETFs erweitert. Das Angebot umfasst unter anderem digitale Abbildungen des S&P-500-ETF SPY, des Nasdaq-100-ETF QQQ sowie der Aktien von Nvidia, Tesla, Alphabet und Circle. Die entsprechenden Token werden unter Bezeichnungen wie SPYon, QQQon oder NVDAon geführt.
Trading hours are a legacy concept.
The most traded Ondo tokenized stocks now mint and redeem at real market prices, even at size, 24/7/365 on @solana. https://t.co/Eh8aypFx1M
— Ondo Finance (@OndoFinance) July 9, 2026
Die Neuerung betrifft insbesondere die bislang bestehende Verbindung zwischen dem Onchain-Handel und den Öffnungszeiten traditioneller Börsen. Tokenisierte Wertpapiere konnten zwar bereits rund um die Uhr zwischen Wallets übertragen werden, ihre Ausgabe und Rücknahme war jedoch teilweise an die Handelszeiten der zugrunde liegenden Märkte gebunden. Durch die Erweiterung sollen Nutzer ausgewählte Positionen nun auch nachts, an Wochenenden und an Feiertagen erstellen oder zurückgeben können.
Ondo Stocks stellt tokenisierte Versionen traditioneller Wertpapiere bereit, die durch entsprechende Vermögenswerte beziehungsweise Wertpapierpositionen gedeckt werden. Das Angebot richtet sich grundsätzlich an Nutzer außerhalb der USA. Ondo nennt inzwischen mehr als 440 verfügbare Vermögenswerte und ein gebundenes Kapital von über einer Milliarde US-Dollar innerhalb seiner Aktienplattform. Neben Solana unterstützt das Unternehmen weitere Netzwerke wie Ethereum und die BNB Chain.
Hyperliquid Policy Center trifft sich mit der SEC
Vertreter des Hyperliquid Policy Center haben sich am 14. Juli 2026 mit Mitarbeitern der Crypto Task Force der US-Börsenaufsicht SEC getroffen. An dem Gespräch nahmen laut dem offiziellen SEC-Eintrag außerdem Vertreter von XYZ Ltd. sowie der internationalen Wirtschaftskanzlei Sullivan & Cromwell teil. Das Treffen wurde in das öffentliche Gesprächsregister der SEC aufgenommen.
NEW: The SEC's Crypto Task Force met today with representatives from Hyperliquid Policy Center and Trade[XYZ] to discuss approaches to crypto asset regulation, according to a newly released meeting memo. pic.twitter.com/FhFUVKo4ov
— The Block (@TheBlockCo) July 14, 2026
Als Gegenstand nennt die Behörde verschiedene Ansätze zur Behandlung regulatorischer Fragen im Zusammenhang mit Krypto-Assets. Weitergehende Vereinbarungen, konkrete Genehmigungen oder verbindliche regulatorische Entscheidungen wurden in der kurzen Mitteilung nicht bekannt gegeben. Das Treffen diente somit zunächst dem Austausch zwischen Branchenvertretern, Juristen und der zuständigen SEC-Arbeitsgruppe.
Das Hyperliquid Policy Center wurde 2026 als eigenständige Organisation gegründet. Es beschäftigt sich mit regulatorischen und politischen Fragestellungen rund um dezentrale Finanzmärkte und Blockchain-basierte Handelssysteme. Hyperliquid selbst ist vor allem für seinen Onchain-Handelsplatz für unbefristete Terminkontrakte bekannt.
Die Crypto Task Force der SEC führt regelmäßig Gespräche mit Unternehmen, Verbänden und Technologieanbietern. Dabei geht es unter anderem um die rechtliche Einordnung digitaler Vermögenswerte, Handelsplattformen, Verwahrung, Token-Emissionen und dezentrale Marktstrukturen. Das dokumentierte Treffen zeigt daher zunächst, dass Hyperliquid-bezogene Organisationen ihre Position direkt gegenüber der US-Aufsichtsbehörde erläutern.
Aave entscheidet sich für Chainlink CCIP in seiner mobilen App
Aave hat Chainlinks Cross-Chain Interoperability Protocol, kurz CCIP, als Infrastruktur für kettenübergreifende Funktionen seiner kommenden mobilen Anwendung ausgewählt. Nach Angaben von Chainlink soll CCIP innerhalb der Aave App unter anderem Cross-Chain-Einzahlungen, Transfers und die automatische Neugewichtung von Vault-Positionen unterstützen.
Chainlink CCIP will be powering the Aave App, we're on a mission to bring DeFi for everyone. https://t.co/b1VNvzymxX
— Stani (@StaniKulechov) July 13, 2026
Die Aave App ist als verbraucherorientierte mobile Sparanwendung geplant. Nutzer sollen über eine vereinfachte Benutzeroberfläche auf renditebringende Aave-Märkte zugreifen können, ohne sämtliche technischen Abläufe verschiedener Blockchains selbst verwalten zu müssen. Aave Labs beschreibt die Anwendung als DeFi-Alternative zu klassischen Sparkonten. Zu den geplanten Funktionen gehören automatisierte Sparprozesse und Mechanismen zum Schutz beziehungsweise zur Verwaltung von Guthaben.
CCIP stellt eine standardisierte Kommunikationsschicht bereit, über die Smart Contracts Daten und Token zwischen unterschiedlichen Blockchain-Netzwerken übertragen können. Für die Aave App soll das System sicherstellen, dass Kapital zwischen unterstützten Netzwerken verschoben und abhängig von den jeweiligen Bedingungen neu verteilt werden kann.
Aave nutzt Chainlink CCIP bereits in anderen Bereichen. Dazu zählen die kettenübergreifende Governance, die Aave Delivery Infrastructure und Transfers des dezentralen Stablecoins GHO. Die mobile App erweitert diese bestehende Zusammenarbeit nun um ein direkt auf Endnutzer ausgerichtetes Produkt. Ein genauer öffentlicher Starttermin der Anwendung wurde mit der aktuellen Meldung nicht genannt.
Polymarket beantragt US-Genehmigung für Margin-Trading
Polymarket bemüht sich in den USA um eine regulatorische Genehmigung für den Handel mit hinterlegter Sicherheitsleistung. Nach übereinstimmenden Medienberichten hat die Prognosemarkt-Plattform einen Antrag gestellt, der es ermöglichen soll, bestimmten US-Kunden Margin-Trading anzubieten. Nutzer müssten dabei nicht mehr den vollständigen maximalen Vertragswert im Voraus hinterlegen.
Bei Prognosemärkten erwerben Teilnehmer Positionen auf den Ausgang zukünftiger Ereignisse. Die Preise dieser Kontrakte spiegeln die vom Markt angenommene Wahrscheinlichkeit eines Ergebnisses wider. Durch Margin-Trading könnte ein Teil der erforderlichen Kapitaldeckung über Sicherheiten erfolgen. Die konkrete Ausgestaltung, mögliche Hebelgrenzen und Anforderungen an die Nutzer hängen jedoch von einer Genehmigung und den späteren regulatorischen Vorgaben ab.
Polymarket Seeks License to Offer Margin Trading Legally in US
According to Bloomberg, Polymarket, the world’s largest prediction market platform, is seeking US regulatory approval to offer margin trading, allowing users to open positions without posting the full amount of… pic.twitter.com/Ah6CL2ZVWj
— Wu Blockchain (@WuBlockchain) July 10, 2026
Polymarket arbeitet bereits seit längerer Zeit an seiner regulierten Rückkehr in den US-Markt. Das Unternehmen übernahm 2025 die CFTC-regulierte Derivatebörse und Clearingorganisation QCEX für 112 Millionen US-Dollar. Die internationale Polymarket-Plattform und das regulierte US-Angebot verfügen dabei über unterschiedliche Strukturen und Produktpaletten.
Der aktuelle Antrag bedeutet noch keine automatische Zulassung. Die zuständigen Behörden müssen zunächst prüfen, ob das geplante Modell die Anforderungen an Kapitaldeckung, Risikomanagement, Kundenschutz und Marktüberwachung erfüllt. Bis zu einer möglichen Genehmigung bleiben die konkreten Bedingungen des Margin-Angebots daher offen.
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