Bis heute ist nicht geklärt, wer die Kryptowährung Bitcoin erfunden hat. Schon seit Jahren behauptet Craig Wright hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto zu stecken und das Whitepaper für das Bitcoin-Netzwerk geschrieben zu haben. Vor einem englischen Gericht kassierte Wright mit einer neuen Klage eine weitere juristische Niederlage.
Wright wollte mit seiner Klage vor dem High Court of England and Wales erreichen, dass ihm am Dateiformat der Bitcoin-Blockchain ein Urheberrecht anerkannt wird und der Betrieb von Bitcoin und dem Hard Fork Bitcoin Cash gestoppt wird, da sie seine geistigen Eigentumsrechte verletzt würden. Weiterhin argumentierte Wright, dass nur die Bitcoin Satoshi Vision Blockchain (Bitcoin SV) das wahre Bitcoin sei, dass ebenfalls im Rahmen einer Abspaltung aus dem Bitcoin-Netzwerk hervorgegangen ist.
Bitcoin-Format nicht vergleichbar mit Literatur
Das Gericht wies die Klage nun zurück. Der zuständige Richter James Mellor erklärte, dass das Dateiformat von Bitcoin, womit die Sequenz eines Headers und einer Liste von Transaktionen, die zusammen den Block der Kette bilden, gemeint ist, nicht wie ein literarisches Werk behandelt werden kann. Wright könne nicht nachweisen, wie er den Ursprung dieser Blockchain geschaffen habe und somit auch kein Urheberrecht erhalten. Dies berichtet coindesk.com.
„Ich sehe keine Aussicht auf das Gesetz, wie es derzeit in der Rechtsprechung festgelegt und verstanden wird, die den urheberrechtlichen Schutz von Themen erlaubt, die nirgendwo ausgedrückt oder festgelegt sind“, führte Mellor in seiner Urteilsverlesung aus.
Mellor ergänzte: „Es bleibt der Fall, dass keine relevante“ Arbeit „identifiziert wurde, die Inhalte enthält, die die Struktur des Bitcoin-Dateiformats definieren“. Der Richter betonte, dass Wright und seine Investmentgesellschaften „reichlich Gelegenheit“ bekommen hätten, entsprechende Beweise zu liefern
https://twitter.com/BTC_Archive/status/1623660355976044546
Weitere Klage zu Bitcoin Whitepaper anhängig
Die Klage von Wright richtete sich auch gegen Einheiten der Kryptobörse Coinbase. Das Urteil bezieht sich jedoch nur auf die Urheberrechtsansprüche am Bitcoin-Dateiformat. Weitere Klagen von Wright, in denen er behauptet der Autor der Bitcoin Whitepapers und damit Erfinder von BTC zu sein, sind noch anhängig. Der Richter erklärte, man werde später über diese Urheberrechtsansprüche entscheiden.
Schon seit Jahren beschäftigten die Klagen von Craig Wright die Gerichte. Doch bisher konnte er keine überzeugenden Beweise liefern, dass er tatsächlich Satoshi Nakamoto ist. Innerhalb der Bitcoin-Community halten viele Wright für einen Hochstapler, der sich mit fremden Federn schmücken will. Jedoch gibt es auch noch keinen zweifelsfreien Beweis, dass Wright eben nicht jener Bitcoin-Erfinder ist.
Wright mit Erfolg bei Berufungsantrag
In einem anderen Verfahren konnte Wright indes kürzlich einen Erfolg verbuchen. So wurde seinem Berufungsantrag stattgegeben, dass ein ursprünglich im März 2022 vor einem Gericht in Oslo abgewiesene Klage neu verhandelt wird.
Damals hatte Wright vor dem Gericht in Oslo ebenfalls mit verschiedenen Dokumenten versucht, sich als Bitcoin-Erfinder zu identifizieren. Er wollte durchsetzen, dass der Protokollcode umgeschrieben oder geändert wird, um Wright Zugriff auf insgesamt 111.000 Bitcoin aus zwei Wallets zu geben. Wright behauptete, die privaten Schlüssel dieser Wallets seien gestohlen und durch einen Hackerangriff gelöscht wurden.
Eine der genannten Wallets enthält 80.000 BTC und steht im Zusammenhang mit der Kryptobörse Mt. Gox, die 2014 in Insolvenz geriet. Insgesamt haben die beiden Wallets beim aktuellen BTC-Kurs von rund 21.500 Dollar einen Gegenwert von knapp 2,4 Milliarden Dollar.
Craig #Faketoshi Wright will die #Bitcoin Core Entwickler zwingen Code einzubauen um ihm Coins auszuzahlen!
Berufungsgericht stimmt zu!Warum das völlig unrealistisch ist &was Craig in Wirklichkeit vor hat, seht ihr im Video! https://t.co/UOx93lyOe2
— Blocktrainer (@blocktrainer) February 13, 2023
Hat Wright Dokumente manipuliert?
Im damaligen Prozess hatten Zeugen mehrere forensische Beweise angeboten, um zu untermauern, dass die von Wright eingereichten Beweise Diskrepanzen erhielten. So soll Wright zum Beispiel Schriftarten verwendet haben, die zum Zeitpunkt als das Satoshi Whitepaper geschrieben wurde, noch gar nicht verfügbar waren. Auch sollen Schriftgrößen nicht zusammengepasst haben. Insgesamt wurde der Vorwurf erhoben, Wright haben eine bewusste Manipulation an den eingereichten Schriftsätzen durchgeführt, um sich als Bitcoin-Erfinder auszugeben.
Mit der Entscheidung die Klage vor dem Berufungsgericht zuzulassen, ist hier jedoch noch nicht das letzte Wort gesprochen und Wright hat eine weitere Gelegenheit seine Identität als Bitcoin-Erfinder nachzuweisen. Das Berufungsgericht begründete in seiner Entscheidung, dass die Klage ein „ernstes Problem darstellt, das verhandelt werden muss“. So würde sich das für den Fall relevante Rechtsgebiet noch entwickeln, vieles sei unsicher und komplex und daher ein prüfendes Verfahren gerechtfertigt.
Bitcoin SV gehört nicht zu den Top 50
Der Informatiker Craig Wright versucht sich bereits seit 2015 vergeblich als Bitcoin-Erfinder zu positionieren. Das Projekt Bitcoin SV, das Wright als das einzig wahre Bitcoin bezeichnet, spielt jedoch keine besondere Rolle am Kryptomarkt.
So zählt Bitcoin SV mit einer Marktkapitalisierung von weniger als 780 Millionen Dollar derzeit nicht einmal zu den Top 50 Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung. Momentan rangiert BSV auf Platz 56. Bitcoin zum Vergleich ist mit knapp 470 Milliarden Dollar bewertet, was einem Vielfachen entspricht.
Der Wert eines BSV Token beziffert sich aktuell auf rund 40 Dollar. 2021 erreichte der Kurs während des Bullenmarktes noch fast 500 Dollar. Das entspricht einem massiven Rückgang von 92 Prozent.
Dabei wurde das Bitcoin SV Projekt von Craig Wright in der Vergangenheit kräftig beworben und zählte einst sogar zu den Top 10 Kryptowährungen der Welt. Doch diese Zeiten sind lange vorbei und viele andere Projekte haben BSV den Rang abgelaufen.
Prognose: Bitcoin SV könnte auf 7 Dollar abstürzen
Laut Preis Prognose der Analysten für Digital Coin Price könnte Bitcoin SV in den nächsten Monaten jedoch eine Erholung sehen. So soll der Coin im Juli 2023 ein Jahreshoch von rund 86 Dollar erreichen. Das wäre gegenüber dem aktuellen Kurs ein Wachstum von mehr als 100 Prozent.
Die Analysten von Coin Price Forecast sind in ihren Schätzungen hingegen deutlich zurückhaltender. Demnach wird Bitcoin SV 2023 auf höchstens knapp 47 Dollar steigen. Damit könnte der Kurs gegenüber dem aktuellen Niveau nicht einmal 20 Prozent zulegen.
Der Finanzblog changelly.com sieht das Preislimit in diesem Jahr bei knapp 67 Dollar für Bitcoin SV. Dies würde immerhin einem Plus von fast 70 Prozent zum aktuellen Kurs entsprechen.
Extrem düster fällt hingegen die Prognose von Wallet Investor aus. Sie rechnen mit einem dramatischen Preissturz von BSV in den nächsten Monaten. Demnach soll der Kurs auf unter 7 Dollar fallen. Das wäre eine heftige Korrektur von mehr als 82 Prozent zum aktuellen Preis.
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