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Von der Anarcho-Devise Bitcoin ist seit Jahren die Rede, dennoch hat sich weder diese noch eine der zahlreichen anderen Kryptowährungen bislang im Mainstream etabliert. Das könnte sich schlagartig ändern, wenn Facebook und Telegram eigene Blockchains in ihre Dienste einbinden und den Benutzern schnelle und vor allem unkomplizierte Bezahlverfahren auf dem Smartphone ermöglichen.

Eine Vorschau darauf, wie das in der Praxis aussehen kann, liefert jetzt vielleicht ein neuer Bot Namens Lite.IM vom Entwickler Zulu Republic. Der macht es angeblich möglich, Bitcoin, Litecoin, Ether und Zulu über die Messengerdienste Whatsapp und Telegram zu versenden.

Wer zum Beispiel Bitcoin mit der Hilfe von Lite.IM an seine Freunde versenden will, soll sich bei dem Dienst dafür zunächst ein eigenes Wallet einrichten. Das geschieht automatisch mit der Passworterstellung, die sich im Bot-Fenster vornehmen lässt. Auf dein Lite.IM-Wallet müsstest du im nächsten Schritt etwas Bitcoin überweisen. Anschließend könntest du sie an andere Wallets versenden.

Ist Lite.IM Scam? Gut möglich…

So soll das funktionieren. Ob es sich um ein seriöses Angebot handelt oder um einen Scam, ist aber noch unklar. Spätestens beim Erstellen des Passworts kommen die ersten Zweifel. Denn wie und dass die Sicherheit deines Passworts gewährleistet ist, erklärt Zulu Republic nicht. Die Zweifel erhärten sich drastisch, da das Programm verspricht dir Bitcoin zu schenken, wenn du weitere Nutzer wirbst – ein Honeypot? Wir raten zur Vorsicht.

Der Bot unterstützt im Augenblick zwei Sprachausgaben, namentlich Englisch und Spanisch. Das Krypto-Startup Zulu Republic hat seinen Sitz in der Schweiz und entwickelt Blockchain-Tools und -Plattformen für Endverbraucher, Geschäfte und Organisationen. Mit Zulu (ZTX) verfügt Zulu Republic über ein eigenes Token, das sich ebenfalls mit dem Bot handeln lässt.

Zulu Republic hatte den Bot am Sonntag in einem Tweet vorgestellt. Erste Benutzer sind in ihren Reaktionen euphorisch, vereinzelt werden Probleme beim Versenden von Bitcoin gemeldet. Gerade letztere könnten ein weiterer Hinweis darauf sein, dass es sich bei Lite.IM um ein Betrugs-Programm handelt. Da der Bot selbst keine Möglichkeit bietet mit dem Support Kontakt aufzunehmen, ist dies im Augenblick nur über den Twitter-Account „Zulu Republic“ möglich, der den Entwicklern gehört.

Wer den Bot selbst ausprobieren mag, sollte sich dabei vorsichtshalber auf Kleinstbeträge beschränken. Genauere Informationen über die Funktionsweise des Bots und die Sicherheit deines Passworts stehen auf der Webseite Zulurepublic.io derzeit nicht zur Verfügung.

Update: Auf unsere Nachfrage hin erreichte uns heute ein Link auf das Github von Zulu Republic, in dem das Projekt Lite.IM dokumentiert worden ist. Du findest es hier.

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Sebastian Schuster

Sebastian Schuster ist spezialisiert auf Kryptowährungen und Kursanalysen von Aktien. Schon früh beschäftigte er sich mit Finanzmarketing und entschloss sich darauf, sein Hobby zum Beruf zu machen, indem er Banking und Financing studierte. Neben seinem Hauptberuf als Analyst bei einer einflussreichen Finanzberatungsfirma schreibt er regelmäßig für Kryptoszene.de und analysiert Charts von Aktien und Kryptowährungen.

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