Fintech: Cashpresso-Kredit fällt bei Stiftung Warentest durch

Die Stiftung Warentest hat so genannte Abruf- und Rahmenkredite unter die Lupe genommen. Besonders schlecht fiel das Urteil der Tester zum Angebot des Fintechs Cashpresso aus.

Kommt es auf dem Bankkonto regelmäßig zu Überziehungen, sind Kunden oft auf einen Dispositionskredit angewiesen. Doch wird das Konto dauerhaft überzogen, können die Dispozinsen der Bank schnell teuer werden, so dass der Kunde am Ende immer weiter ins Minus rutscht.

Alternative zum Dispo mit niedrigerem Zins

Eine Alternative ist der so genannte Abruf- oder Rahmenkredit. Im Gegensatz zum Dispokredit locken manche Banken bei diesem Angebot mit niedrigeren Zinsen. Die Stiftung Warentest empfiehlt Verbrauchern, die ihr Konto dauerhaft überziehen, dieses Modell. Jeder Bankkunde mit einer sauberen Schufa und regelmäßigem Geldeingang kann den Abruf- und Rahmenkredit grundsätzlich in Anspruch nehmen. Manche Anbieter vergeben Abrufkredite auch an Selbstständige und Freiberufler.

Das Angebot muss nicht unbedingt bei der Bank in Anspruch genommen werden, wo der Kunde sein Girokonto besitzt. Über das Geld kann im vereinbarten Kreditrahmen (je nach Kreditinstitut zwischen 1.500 und 50.000 Euro) frei verfügt werden. Die Zinsen werden auf den jeweils in Anspruch genommenen Betrag fällig und sind abhängig von Nutzungsdauer. Die Abruf- und Rahmenkredite haben keine feste Laufzeit.

Wenig Angebote, Fintech fällt durch

Allerdings ist das Angebot auf dem Markt noch dünn gesät. Laut Stiftung Warentest bieten derzeit nur 25 Banken, darunter die Deutsche Bank und viele Sparkassen, sowie das Fintech Cashpresso diesen Service an. Laut der Analyse der Stiftung Warentest wird beim teuersten Angebot den Banken ein Sollzins von 7,46 Prozent erhoben. Andere Banken bieten wiederum schon Zinssätze zwischen drei und fünf Prozent. Das ist deutlich weniger als bei vielen Dispokrediten, die teilweise mit mehr als zehn Prozent Sollzinsen verbunden sind.

Keine Empfehlung bekommt von der Stiftung Warentest das Angebot des Fintechs Cashpresso. Hier werden fast 14 Prozent an Zinsen fällig und damit mehr als bei üblichen Dispokrediten. Die Kredithöhe ist bei Cashpresso zudem auf 1.500 Euro begrenzt.

___________________________________________________________________________________________________________

Nach Veröffentlichung des Artikels schrieb uns das Cashpresso Marketing an und bat um eine Ergänzung:

Insbesondere, dass sich Stiftung Warentest und damit Ihr Artikels rein auf den Zinssatz stützt und weder Aspekte wie den Prozessablauf, die Voraussetzungen um einen Kredit zu erhalten oder die Kundenzufriedenheit berücksichtigt, trägt zu einer Verallgemeinerung bei.

_________________________

Bildquelle: Photo von marcoverch

Please follow and like us:

Über Steffen

> 161 Artikels
Steffen hat Medien, Politik und Kulturwissenschaft studiert und nebenher bereits erste Erfahrungen im Print-, Radio- und Hörfunkjournalismus gesammelt. Nach seinem Studienabschluss hat er seine Journalistenausbildung in einem Verlag für Wirtschaft & Sport absolviert. Dem Wirtschaftsjournalismus ist er auch bei seinen weiteren Tätigkeiten als Redakteur stets treu geblieben und verfügt inzwischen über mehr als zehn Jahre Berufserfahrung. Er interessiert sich für Finanzthemen aller Art, Aktien und Kryptowährungen sind sein Steckenpferd.

Ersten kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.