Bitcoin und Ethereum als Zahlungsmittel für die Massen? Besser noch nicht!

Bitcoin und Ethereum sind noch weit davon entfernt als Zahlungsmittel auch für eine breite Öffentlichkeit nutzbar zu sein. Denn um wirklich als Zahlungsmittel skalieren zu können müssen die beiden Kryptowährungen noch einige Hindernisse überwinden. Hier findet ihr eine Auflistung der größten Probleme:

Problem 1: Die maximal möglichen Transaktionen pro Sekunde
Die Anzahl der Transaktionen ist bei Bitcoin begrenzt durch die größe der Blocks denn jede Transaktion muss in einen Block geschrieben werden und der Blockchain hinzugefügt werden. Derzeit wird etwa alle 10 Minuten ein neuer Block gefunden bei Bitcoin. Um Spam im Netzwerk zu vermeiden ist die Blockgröße derzeit auf 1 MB begrenzt. Was dazu führt, dass theoretisch nur unter 10 Transaktionen pro Sekunde im Block platzfinden. Denn jede Transaktion nimmt ja Speicherplatz von den verfügbaren 1 MB ein. SegWit2x und die damit unter anderem einhergehende Erhöhung der Blockgröße auf 2 MB hätte die Situation auch nur leicht verbessert.

Ethereum schafft derzeit nur ein paar Transaktionen mehr als Bitcoin und hat sein Limit bei etwa 15 Transaktionen pro Sekunde.

Hier zum Vergleich wie viele Transaktionen andere Zahlungsanbieter derzeit abwickeln.

PayPal: Hat im Jahr 2016 6.1 Milliarden Transaktionen ausgeführt. Auf die Sekunde runtergebrochen entspricht das im Schnitt 193 Transaktionen pro Sekunde. Zu Peak Zeiten, also zum Beispiel am Cyber Monday, hat PayPal mehr als 450 Transaktionen pro Sekunde abgewickelt.

Visa: Der Anbieter der beliebten Visa Card wickelt über 150 Millionen Transaktionen pro Tag ab. Das entspricht im Schnitt 1.667 Transaktionen pro Sekunde. Aus Tests des Visa Netzwerkes ist bekannt, dass Visa problemlos mehr als 56.000 Transaktionen pro Sekunde abwickeln kann.

Alibaba: Die Spitze bei den Transaktionen nimmt wohl Alibaba am Singles Day ein. Dies ist der verkaufsstärkste Tag des Jahres für den chinesischen Online Händler. Alibaba wickelt Zahlungen mit seinem eigenen Zahlungsanbieter Alipay ab. Dieses Jahr wurden dabei am Singles Day in der Spitze mehr als 256.000 Transaktionen pro Sekunde abgewickelt.

Beim derzeitigen Stand von Bitcoin wäre es also noch ein weiter Weg bis die Kryptowährung auch nur ähnliches leisten könnte. Eine Lösung könnte die Implementierung des Lightning Networks sein bei Bitcoin. Damit müsste nicht mehr jede Transaktion auf der Blockchain stattfinden. Dadurch könnte Bitcoin dann theoretisch auch Millionen von Transaktionen pro Sekunde abwickeln.

Problem 2: Die Transaktionsgebühren
Dies trifft vor allem bei Bitcoin derzeit zu. Als direkte Folge der geringen maximal möglichen Anzahl an Transaktionen pro Sekunde sind derzeit die Gebühren bei Bitcoin sehr hoch. Es ist derzeit nicht ungewöhnlich auch mal mehr als 4 US Dollar für eine Transaktion zu bezahlen. Denn Miner nehmen vor allem die Transaktionen im Block auf, die für sie besonders profitabel sind und derzeit gibt es eben häufig mehr Transaktionen als in den Block passen. Dadurch entsteht eine Art Rückstau bei den Transaktionen. Denn die Transaktionen die es nicht mehr in den Block schaffen, müssen in den nächsten geschrieben werden und der wird dadurch noch einmal kleiner, wenn schon Platz von den alten Transaktionen belegt wird.

Dieses Chart zeigt es besonders eindrucksvoll, wie sich die Transaktionsgebühren in den letzten Wochen entwickelt haben.

Entwicklung der Bitcoin Transaktionsgebühren im Vergleich zu Bitcoin Cash

Bei Bitcoin Cash sind die Transaktionsgebühren deutlich geringer. Denn hier sind die Blöcke derzeit 8 MB groß. Was zunächst dafür sorgt, dass derzeit alle Transaktionen in den Block passen.

Ethereum hat noch kein Problem mit der Anzahl der Transaktionen aber auch das steht bevor, wenn die Kryptowährung weiter wächst.

3. Volatilität
In den letzten Monaten war es normal, dass der Bitcoin Kurs fast täglich gestiegen ist. In den letzten Tagen ist der Kurs aber eben auch mal um 15% nach unten gegangen. Wer ein knappes Budget hat jeden Monat, für den können 15% schon einen entscheiden Unterschied machen. Auch Händler haben selten eine Gewinnmarge von 15%. Daher wollen sich viele nicht dem Risiko der Volatilität aussetzen. Bevor sich bei Bitcoin die Schwankungen nicht verringern, wird die Kryptowährung es wohl weiter schwer haben sich am Massenmarkt zu etablieren.

Fazit: Neben den 3 Punkten oben ist für den Nutzer auch der Einstieg in Bitcoin recht kompliziert. Zwar machen es die Börsen wie Coinbase dem Nutzer einfach Bitcoin zu erwerben, aber bis er verstanden hat wie er mit seinen Bitcoins dann etwas bezahlen kann, ist es noch ein weiter weg. Besonders schwierig ist aus meiner Sicht auch die Aufbewahrung der Bitcoins in einem eigenen Wallet, da hier auch viel schief gehen kann. Nutzer die wenig technisch bewandert sind, sollten daher ihre Bitcoins oder ihr Ethereum lieber auf Plattformen wie Coinbase lassen, wo die Guthaben auch versichert sind.

 

Kryptoszene Admin

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