Altcoins bleiben im Juni 2026 klar angeschlagen. Nach Monaten schwacher Dynamik fehlt dem Markt weiterhin das Momentum, während viele Kurse tief unter ihren früheren Höchstständen notieren. Ethereum und Solana liegen jeweils mehr als 60 Prozent unter ihren Allzeithochs, kleinere Altcoins haben teils 80 Prozent oder noch mehr verloren.
Die Marktbreite bleibt schwach, Kapital fließt nur selektiv in einzelne Narrative, während viele Projekte kaum Käufer finden. Dennoch stellt sich genau in solchen Phasen die Frage, ob der Pessimismus bereits zu weit gegangen ist. Ein wichtiger Support im Altcoin-Markt macht nun zumindest vorsichtig Hoffnung.
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Analyst sieht wichtigen Retest: Kommt jetzt die Altcoin-Chance?
Der Krypto-Analyst Michaël van de Poppe verweist aktuell auf eine wichtige charttechnische Zone bei der gesamten Altcoin-Marktkapitalisierung. Gemeint ist nicht ein einzelner Coin, sondern der breitere Altcoin-Markt ohne Bitcoin. Dieser testet nach seiner Einschätzung gerade frühere Unterstützungsbereiche. Genau solche Retests sind in Marktzyklen häufig entscheidend: Hält der Bereich, kann daraus eine neue Akkumulationsphase entstehen. Bricht er hingegen klar nach unten, würde sich der Bärenmarkt zunächst weiter verschärfen.
The #Altcoin market capitalization is undergoing a routine test of previous support levels.
Every market bottom is welcomed with a strong bullish divergence on one of the most important charts.
This time, it's not different.
– Weekly bullish divergence on the RSI on the… pic.twitter.com/8RuNPEcLHz
— Michaël van de Poppe (@CryptoMichNL) June 22, 2026
Besonders spannend ist laut van de Poppe die Kombination aus Support-Test und bullischer Divergenz. Eine bullische Divergenz entsteht, wenn der Kurs neue Tiefs oder vergleichbare Tiefbereiche ausbildet, während Indikatoren wie der RSI bereits höhere Tiefs zeigen. Das deutet darauf hin, dass die Abwärtsdynamik nachlassen könnte. Der Analyst sieht eine solche Divergenz im Wochenchart der Altcoin-Marktkapitalisierung. Zusätzlich werde diese Bewegung durch den MACD bestätigt, der ebenfalls auf eine mögliche Bodenbildung hindeutet.
Wichtig ist auch der Vergleich mit 2023. Damals kam es laut van de Poppe ebenfalls zu einem Retest früherer Unterstützungszonen, bevor Altcoins wieder stärker nachgefragt wurden. Auch jetzt liege der Markt in einem Bereich, der aus Sicht von Dip-Käufern interessant sein könne. Er erwartet zudem nicht, dass die Altcoin-Marktkapitalisierung nachhaltig unter die 200-Wochen-Linie fällt. Diese langfristige Durchschnittslinie gilt vielen Marktteilnehmern als übergeordnete Trend- und Bewertungszone.
Trotzdem bleibt die Lage früh und keineswegs risikolos. Die Analyse liefert kein sicheres Kaufsignal, sondern beschreibt einen Bereich, in dem das Chance-Risiko-Verhältnis für langfristig orientierte Anleger wieder interessanter werden könnte. Entscheidend bleibt nun, ob der Support hält und Altcoins endlich wieder relative Stärke entwickeln.
Altcoin Season Index bei 50: Markt bleibt unentschlossen
Der Altcoin Season Index zeigt, ob sich der Markt aktuell eher in einer Bitcoin Season oder in einer Altcoin Season befindet. Grundsätzlich misst der Indikator, wie viele der großen Altcoins Bitcoin über einen bestimmten Zeitraum outperformen. Liegt der Wert sehr niedrig, dominiert Bitcoin den Markt. Steigt der Wert stark an, spricht dies dafür, dass Kapital breiter in Altcoins rotiert und diese im Vergleich zu Bitcoin besser laufen. Häufig gilt ein Bereich über 75 als klare Altcoin Season, während Werte unter 25 eher auf eine Bitcoin Season hindeuten.
Aktuell steht der Index bei 50. Damit sendet der Indikator kein klares Signal. Der Markt befindet sich eher in einer neutralen Zone: Altcoins sind nicht mehr so schwach wie in einer ausgeprägten Bitcoin-Dominanzphase, zugleich fehlt aber auch noch die breite Dynamik, die für eine echte Altcoin Season typisch wäre. Genau das passt zur aktuellen Marktlage. Zwar gab es zuletzt punktuell Momentum bei einzelnen Coins und Narrativen, doch der breite Altcoin-Markt bleibt deutlich selektiver.
Auffällig ist zudem, dass die letzte echte Altcoin-Season laut Chart bereits rund ein Jahr zurückliegt. Damals stieg der Index deutlich in den oberen Bereich, was auf eine breite Outperformance vieler Altcoins hindeutete. Seitdem pendelt der Indikator überwiegend in mittleren Zonen. Das bedeutet: Es gibt zwar immer wieder kurze Erholungen, aber bislang keine nachhaltige Kapitalrotation in den gesamten Altcoin-Sektor.
Für Anleger heißt das: Der Index bei 50 macht Hoffnung auf eine mögliche Übergangsphase, bestätigt aber noch keinen neuen Altcoin-Bullenmarkt. Entscheidend wäre nun, ob der Wert weiter steigt und Altcoins wieder geschlossen relative Stärke gegenüber Bitcoin aufbauen. Bis dahin bleibt der Markt chancenreich, aber klar selektiv.
Marktkapitalisierung zeigt: Noch fehlt die breite Altcoin-Dynamik
Die gezeigte CryptoQuant-Grafik unterstreicht, warum trotz einzelner Hoffnungssignale noch nicht von einer echten Altcoin-Dynamik gesprochen werden kann. Seit Oktober 2025 hat sich die Bitcoin-Marktkapitalisierung laut Darstellung von rund 2,48 Billionen US-Dollar auf etwa 1,28 Billionen US-Dollar nahezu halbiert. Doch Altcoins konnten diese Schwäche nicht ausnutzen. Im Gegenteil: Auch große Altcoins stehen deutlich tiefer, während Small- und Mid-Caps noch schwächer wirken.
📉 Since October 2025, when BTC’s market cap stood at $2.48T, it has now been cut in half.
Altcoins haven’t performed any better, and it’s worse for small/mid caps, where performance this cycle has been relatively weak.
Comparing market caps today :
• BTC $1.28T
• Large… pic.twitter.com/6O7aWyHLhe— Darkfost (@Darkfost_Coc) June 22, 2026
Aktuell liegt die Marktkapitalisierung der großen Altcoins bei rund 743 Milliarden US-Dollar. Small- und Mid-Caps kommen nur noch auf etwa 273 Milliarden US-Dollar. Genau hier zeigt sich das zentrale Problem: Kapital fließt nicht breit in den Kryptomarkt zurück. Während frühere Altcoin-Rallyes häufig durch starke Rotation von Bitcoin in Ethereum, große Layer-1-Coins und anschließend kleinere Projekte geprägt waren, fehlt diese Kettenreaktion derzeit weitgehend.
Besonders auffällig ist, dass die Kurven seit Anfang 2026 eher nach unten oder seitwärts laufen. Bitcoin konnte zwischenzeitlich zwar Erholungen zeigen, doch Large Caps und kleinere Altcoins blieben strukturell schwach. Das spricht gegen eine breite Risikobereitschaft. Anleger bevorzugen weiterhin Liquidität, Sicherheit oder nur einzelne starke Narrative, statt den gesamten Altcoin-Sektor zu kaufen.
Damit passt die Grafik auch zum Altcoin Season Index bei 50. Der Markt ist nicht völlig tot, aber eben auch nicht in einer klaren Altcoin-Phase. Für eine nachhaltige Trendwende müsste die Marktkapitalisierung der Altcoins sichtbar ansteigen, idealerweise mit stärkerem Wachstum bei Small- und Mid-Caps. Solange das ausbleibt, bleibt der Markt selektiv – und noch fehlt der Beweis für echte Altcoin-Saison-Dynamik.
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