Zusammenbruch der Finanzmärkte: Coronavirus erklärt nicht alles

Am Montag, 9. März 2020, nach dem Scheitern des Sondergipfels OPEC+, der den Zusammenbruch der Ölpreise aufhalten sollte, haben alle Finanzmärkte abgewertet und Rekordtiefs verzeichnet. Paris verzeichnete dann mit einem Verlust von 8,4 % den größten Rückgang seit 2008, Frankfurt fiel um 7,9 % – der größte Rückgang seit dem 11. September 2001 – und Mailand brach an einem Tag um 11,2 % ein.

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Seither haben die Aktienmarktindizes immer wieder „Tiefstände“ erreicht. Wäre ein solcher Preisrückgang vorhersehbar gewesen? Wie lässt sie sich erklären? Zwei Faktoren sind am Werk, der eine vorhersehbar, der andere nicht.

Eine erwartete Rückkehr zu den Fundamentaldaten

Die Abwärtskorrektur an den Finanzmärkten war unabhängig von der aktuellen Gesundheitskrise zu erwarten. Zugegeben, das Ausmaß war es nicht, aber der Rückgang an sich kommt nicht überraschend. Dasselbe gilt für den Zusammenbruch des Ölpreises, der als Konjunkturbarometer gilt.

Spiegelte die Dynamik im Jahr 2019 die wirtschaftliche Situation wider? Mit anderen Worten, waren solche Leistungen angesichts der wirtschaftlichen Lage „normal„?

Diese Fragen sind umso akuter angesichts des unsicheren Umfelds, das im vergangenen Jahr vorherrschte: latente wirtschaftliche Verlangsamung, Erosion des Wachstums in den Schwellenländern, Fragen über die Zukunft der Europäischen Union nach Brexit, Befürchtungen über die Nachhaltigkeit der Eurozone, Handelsspannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten, der Beginn neuer geopolitischer Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. All diese Faktoren tragen dazu bei, die Unsicherheit auf wirtschaftlicher Ebene zu schüren.

Alles in allem scheint 2019 ein Jahr zu sein, in dem die Aktienkurse von den wirtschaftlichen Fundamentaldaten abgekoppelt wurden. Mit anderen Worten, die Finanzmärkte und die Realwirtschaft waren nicht mehr synchron.

Ein unerwarteter Faktor: das Coronavirus

In diesem bereits fragilen wirtschaftlichen Kontext ist die Pandemie hinzugekommen. Die Ausbreitung des Coronavirus behindert weiterhin wirtschaftliche Aktivitäten auf internationaler Ebene. China war das erste Land, dessen Wirtschaft sich verlangsamte, was erhebliche Auswirkungen auf die globale Wirtschaftstätigkeit insgesamt hatte.

Viele Unternehmen auf der ganzen Welt sind von China abhängig, ihr Geschäft ist direkt davon betroffen und die globalen Wirtschaftsaussichten wurden stark nach unten korrigiert. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind und werden sehr schwer sein, und das Schreckgespenst einer weltweiten Rezession ist nun eindeutig Realität.

Der Rückgang der Aktienkurse und die extreme Volatilität, die wir heute auf den Märkten und sehr ausgeprägt bei Penny Stocks Aktien sehen, spiegeln diese sehr unsichere wirtschaftliche Situation wider. Die wirtschaftliche Unsicherheit wird durch die Gesundheitskrise selbst und die vielen legitimen Bedenken, die sie aufwirft, noch erheblich verstärkt.

Auch wenn sich das Coronavirus mit der Verlangsamung der globalen Wirtschaftsaktivität zunächst auf die reale Welt und dann auf die Finanzmärkte ausgewirkt haben mag, war die Finanzkrise dennoch latent vorhanden. Die Pandemie beschleunigte ihren Ausbruch.

Bumerangeffekt durch Zwangsverkäufe

Zudem ist ein Bumerangeffekt zu erwarten, mit dem Risiko, in einen Teufelskreis zu geraten. Die sehr starke wirtschaftliche Verlangsamung, die wir beobachten, drängt viele Investoren zum Verkauf ihrer Aktien. 

Damit treiben sie den Abschwung auf den Märkten an und verstärken ihn, was wiederum Auswirkungen auf die Realwirtschaft hat, indem sie die Unternehmen noch weiter schwächen. Diese Phänomene, die in der Finanzwelt gut bekannt sind, beziehen sich auf das, was Ökonomen als selbsterfüllende Prophezeiungen bezeichnen.

Eine wirtschaftliche Rezession ist unvermeidlich, und die Frage nach der Schwere der Finanzkrise ist offensichtlich mit dem Risiko des Ausfalls von Unternehmensschulden verbunden. Die große Krise wird noch katastrophaler, wenn die Banken die Kreditvergabe an Unternehmen aussetzen und die Kreditvergabe zwischen Banken unterbrechen.

Konkurse und die damit verbundenen massiven Arbeitsplatzverluste werden dann unvermeidlich sein, mit einer Kette von Ausfällen, die systemische Risiken hervorrufen können. Obwohl es offensichtlich noch viel zu früh ist, um zu wissen, wie lange und wie tief die erwartete Rezession dauern wird, müssen alle Mittel eingesetzt werden, um das Wachstum und die Unternehmensinvestitionen wieder anzukurbeln, sowohl von Seiten der Währungsbehörden als auch durch staatliche Maßnahmen

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Alex Kanz

Ich habe Deutsch als Fremdsprache, Asien- und Orientwissenschaften und Arabistik studiert. Seit fünf Jahren beschäftigte ich mich mit Themen rund um die verschiedenen Aspekte der Kryptowährungen und habe dies als Übersetzerin und Texterin zu meinem Beruf gemacht.

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