Spot-XRP-ETF Nasdaq
  • ETF-Anbieter kaufen 80 Millionen XRP und entziehen dem Markt damitverfügbare Liquidität. Große Börsen wie Binance haben in dieser Folge einen massiven Rückgang der frei handelbaren Reserven verzeichnet
  • Der XRP-Chart befindet sich aktuell in einer technischen Gefahrenzone, gekennzeichnet durch ein mögliches Death Cross. Die Marke bei 1,85 USD ist kritisch. Fällt diese Marke, kann es deutlich weiter nach unten gehen.
  • Zwischen 1,92 und 2,50 USD zeigt die Bollinger-Band-Struktur mehrfach gescheiterten Versuche, die Midband zu durchbrechen. In Zukunft wird sich XRP vermutlich stark bewegen, entweder deutlich nach oben oder nach unten.

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Aktuell mach der Kryptomarkt einen uneinheitlichen, aber gleichzeitig gehetzten und erschöpften Eindruck. Bitcoin pendelt um die 91.000 USD. Die Aktienindizes steigen, die Zinsfantasie stärkt den globalen Risikoappetit, doch der Kryptomarkt zeigt dieses verdächtige Schweigen, das zwischen zwei Richtungsentscheidungen liegt.

XRP befindet sich in einem Umfeld, in dem es als eines der wenigen Assets von fundamentalen Zuflüssen profitiert, jedoch dennoch charttechnisch in eine zunehmend fragile Lage gerät. Wir schauen uns den Coin in unserer Ripple Prognose genauer an.

Die Nachfrage nach XRP scheint ungebrochen – Das steckt dahinter

Die Nachfrage seitens der Institutionen bleibt offensichtlich. Mehr als 80 Millionen XRP wurden in ETF-Strukturen transferiert, zusätzlich zu den bereits bekannten Zuflüssen von Canary Capital, Bitwise und Franklin Temple Templeton. Dadurch wird das verfügbare Handelsvolumen kontinuierlich reduziert.


Binance bemerkt drastischen Abfluss bei XRP

Binance hat einen Abfluss von 2,7 Milliarden Token aus den Hot-Wallet-Reserven festgestellt, eine Bewegung, die eher auf eine langfristige Verwahrung hindeutet und den Markt vorübergehend entlastet. Aber die Kursreaktion weist keine Entsprechung auf.

Der Preis bewegt sich in einer engen Seitwärtszone, als würden alle bullischen Hoffnungen an derselben Stelle abprallen, wo die Verkäufer leise, aber mit Nachdruck zurückkehren.

Es gibt auch die Aussicht auf weitere ETF-Starts, wie den von 21Shares, der die institutionelle Verteilung weiter beeinflussen könnte. Die strukturelle Verknappung entsteht durch die Kombination der tatsächlich hinterlegten ETF-Bestände, den Cold-Storage-Abflüssen und einem Escrow-System, das zwar monatlich Liquidität freigibt, aber zunehmend durch die reale Nachfrage absorbiert wird.


Trotzdem bleibt die charttechnische Situation unerbittlich nüchtern

Die technische Struktur offenbart eine zweigeteilte Ausgangslage. Seit Anfang November verengen sich die Bollinger-Bänder. Seit geraumer Zeit hängt der Kurs zwischen  2,10 und 2,20 USD. Die Tendenz geht eher nach unten, zeigt aber keine klare Entscheidung.

Der Chart testet regelmäßig die Midband-Marke und prallt immer wieder daran ab. Die Bandgrenzen sind etwa 2,50 USD nach oben und 1,92 USD nach unten. Eine Spannweite, die eine impulsive Bewegung anbahnt, aber noch nicht den Auslöser gefunden hat.

Geht der XRP-Chart in eine Death Cross über?

Ein mögliches Death Cross könnte sich ebenfalls entwickeln. Der 50-Tage-Durchschnitt kreuzt den 200-Tage-Durchschnitt von oben. Ein Schnittpunkt würde eine übergeordnete bärische Tendenz anzeigen, insbesondere da der Markt gleichzeitig mit 1,85 USD eine kritische Strukturgrenze erreicht.

Dieses Gebiet funktioniert wie ein Scharnier. Alles, was den Markt unter diesen Schlusskurs bewegen würde, vor allem auf Monatsbasis, könnte ihn in tiefere Preisbereiche ziehen, die seit vielen Monaten nicht mehr getestet wurden. Ein Szenario, das durch den derzeitigen Rückgang des Volumens zusätzlich begünstigt wird.


Die Marktmechanik ist jedoch nicht völlig einseitig. Eine latente bullishe Energie entsteht durch die Kompression der Bollinger-Bänder, die sich in impulsiven Rallys verwandeln kann, wie es in vergleichbaren historischen Mustern gelegentlich der Fall ist.

Die 13-Prozent-Erweiterung Richtung 2,51 USD folgt diesem Muster, aber es gibt keine Garantie, da der Kurs zunächst den Midband-Deckel aushebeln muss, der seit zwei Wochen alle Versuche stoppt. Es gibt kein aktives Ablehnen der oberen Seite; stattdessen zeigt der Markt ein Zögern, das in einer Phase wie dieser schnell umschlagen kann.

Diffuses Gleichgewicht lässt keine zuverlässige Analyse zu

Dieses diffuse Gleichgewicht wird durch das Volumen bestätigt. Es gibt einen leichten Vorteil für die Long-Liquidationen, während die Shorts jedoch keine klare Dominanz zeigen. Ein Hinweis darauf, dass der Markt noch nicht weiß, wohin er gehen soll, der Impuls aber bereits aufgebaut wird.


Die Liquiditätszonen sind eindeutig. Zwischen 1,92 und 1,85 USD ist das Interesse dichter, während der Kurs unter 2,00 USD fällt. Die erste bedeutende Zone befindet sich um 2,30 USD, welche schon mehrfach abgewehrt wurde und als erste Bestätigung für einen Richtungswechsel fungieren könnte.

Die fundamentale Seite von XRP

Die fundamentale Seite setzt aber weiterhin die Akzente. Derzeit werden im arabischen Raum Zahlungsstrukturen wie der Ripple-basierte RL-USD getestet. Regionale Akteure wie Abu Dhabi binden die Technologie ein, was das Narrativ der Zahlungsinfrastruktur in der mittelfristigen Zukunft stärkt. Obwohl XRP nicht sofort davon profitiert, erweitert es doch langfristig das Vertrauen in reale Anwendungsfälle.


Die kurzfristige Prognose ist deshalb geteilt. Der Kurs bleibt anfällig für Rücksetzer, solange die Midband-Barriere bei 2,20 USD nicht überwunden wird. Es ist unter realistischen Annahmen wahrscheinlich, dass wir uns erneut Richtung 1,92 USD bewegen werden.

Die Kompression schafft jedoch die Möglichkeit, dass ein einzelner Volumenschub den Kurs unmittelbar in Richtung 2,50 USD bewegt. Der Preis ist nicht entscheidend, sondern das Volumen. Der Markt ist stagnierend, doch er baut Energie auf. Es könnte sich daher durchaus lohnen, XRP zu kaufen.

Ein neuer Trend entsteht nicht mit einem einzigen Schlusskurs, sondern durch den Bruch dieser engen Spanne, die XRP seit Wochen in einer Art technischer Stasis hält.

Die ETF-Entwicklung, die rückläufigen Binance-Reserven, die strukturelle Nachfrage sowie die fragile Charttechnik treffen aufeinander in einer Marktsituation, die jeden Ausbruch beschleunigen kann. Ein Kurs, der gleichzeitig überkühlt und überlastet erscheint. Unruhig, doch vorbereitet.

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Thomas pro-investor-shield

Als freiberuflicher Journalist, Autor von über 100 Fachbüchern und tausenden Fachbeiträgen, Consultant und Trainer behandelt Thomas Joos eine Vielzahl an Themen rund um Trends, Entwicklungen und Innovationen in der Business-IT. Er ist sehr an Kryptowährungen interessiert und investiert selbst viel in neuen Coins. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit ETFs, Aktien, Immobilien und anderen Bereichen der Wirtschaft. Thomas ist ein Steuer-Freak und beschäftigt sich daher auch mit den steuerlichen Auswirkungen bei Krypto-Invests.

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