Am Kryptomarkt kam es zuletzt erneut zu einem Rücksetzer. Besonders Ethereum gerät dabei wieder stärker unter Druck: Die zweitgrößte Kryptowährung der Welt ist erneut unter die wichtige Marke von 2.000 US-Dollar gefallen. Nachdem viele Anleger in den vergangenen Wochen auf einen nachhaltigen Ausbruch nach oben gehofft hatten, bleibt dieser bislang aus.
Stattdessen bewegt sich der Kurs weiterhin in einer breiten Seitwärtsrange. Die Marktstimmung ist entsprechend gemischt. Während einige Analysten langfristig weiterhin Potenzial sehen, werden auch kritische Stimmen lauter. Ein neuer Bericht eines bekannten Research-Accounts sorgt aktuell für Aufmerksamkeit, da dieser eine deutlich bearishe Ethereum Prognose formuliert.
Short-Seller veröffentlicht kritischen Bericht zu Ethereum
Ein neuer Bericht des Research-Accounts Culper Research sorgt derzeit für Diskussionen im Kryptomarkt. Die Analysten erklären offen, dass sie Short-Positionen auf Ethereum (ETH) sowie auf ETH-bezogene Wertpapiere wie beispielsweise BMNR aufgebaut haben. Ihrer Einschätzung nach seien die Tokenomics von Ethereum strukturell geschwächt, insbesondere nach dem sogenannten Fusaka-Upgrade im Dezember 2025.
Die Argumentation der Short-Seller richtet sich dabei direkt gegen die optimistische Sicht vieler Ethereum-Befürworter. So hatte etwa der bekannte Analyst Tom Lee zuletzt argumentiert, dass Ethereum keineswegs in einer „Todesspirale“ stecke. Als Begründung verwies er unter anderem auf steigende On-Chain-Aktivität, etwa bei aktiven Wallet-Adressen und Transaktionen.
Culper Research widerspricht dieser Interpretation jedoch deutlich. Laut ihrer Analyse sei ein großer Teil dieses Wachstums nicht auf reale Nutzung zurückzuführen, sondern auf sogenannte „Address Poisoning“ oder Dusting-Attacken. Dabei werden zahlreiche Wallet-Adressen mit minimalen Beträgen „bespielt“, wodurch künstlich Aktivität entsteht.
In ihrer Datenauswertung kommen die Analysten zu einem klaren Ergebnis: 95 % des Wachstums neuer Wallets nach dem Fusaka-Upgrade sollen auf solche Dusting-Wallets zurückgehen. Gleichzeitig habe sich die Zahl dieser sogenannten Poisoning-Attacken mehr als verdreifacht. Laut Culper Research erklären diese Vorgänge inzwischen über 50 % des Transaktionswachstums auf Ethereum und machten bereits rund 22,5 % aller ETH-Transaktionen aus.
NEW: We are short Ether $ETH, and ETH-linked securities, incl. $BMNR.
We think ETH tokenomics are impaired following the December 2025 Fusaka upgrade. Vitalik knows it and is selling, while $ETH's most ardent bull, Tom Lee, is throwing good money after bad.$ETH is going lower. pic.twitter.com/WQnQVJWkED— Culper (@CulperResearch) March 5, 2026
Aus Sicht der Short-Seller entsteht dadurch ein falsches Bild der Netzwerkaktivität. Was viele Marktteilnehmer als Zeichen wachsender Nutzung interpretieren, sei laut Bericht in Wahrheit zum großen Teil technisch erzeugter Spam-Traffic.
Tokenomics und Gebührenstruktur laut Analyse unter Druck
Neben der Kritik an den On-Chain-Daten konzentriert sich der Bericht auch auf strukturelle Veränderungen im Ethereum-Netzwerk. Besonders das Fusaka-Upgrade steht dabei im Fokus der Analyse. Dieses Upgrade erhöhte unter anderem das Gas-Limit der Ethereum-Blockchain von etwa 45 auf bis zu 60 Millionen. Ziel dieser Maßnahme war es, die Kapazität des Netzwerks zu erhöhen und gleichzeitig die Transaktionskosten zu senken.
Laut den Analysten von Culper Research fiel der Effekt jedoch deutlich stärker aus als ursprünglich erwartet. Während Entwickler zuvor davon ausgegangen waren, dass die Gasgebühren um etwa 10 bis 30 % sinken würden, seien sie in der Realität teilweise um mehr als 90 % gefallen. Das habe erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Anreize im Netzwerk.
Bearish for ETH.
A very bearish report from Culper Research just came out, and the writers are now short ETH.
They’re essentially saying that the Fusaka upgrade increased blockspace and fees collapsed by about 90%
The lower fees also mean a lower validator income – so weaker… pic.twitter.com/M5Zxnmgjmi
— Nic (@nicrypto) March 6, 2026
Besonders betroffen seien laut Bericht die Validatoren, die das Netzwerk sichern. Durch niedrigere Gebühren hätten sich ihre Einnahmen deutlich reduziert. Die Analysten sprechen davon, dass die Tips pro Gas um etwa 40 bis 50 % zurückgegangen seien. Sinkende Renditen könnten wiederum die Attraktivität des Stakings verringern und langfristig zu weniger Netzwerksicherheit führen.
Gleichzeitig sehen die Autoren eine zunehmende Konkurrenz durch andere Ökosysteme. Insbesondere Solana sowie Ethereums eigene Layer-2-Netzwerke würden zunehmend Marktanteile übernehmen. Laut Bericht sei etwa das Wachstum der Entwickler-Community bei Solana zuletzt deutlich stärker gewesen, während auch DeFi-Aktivität teilweise dorthin abwandere.
Insgesamt zeichnen die Short-Seller ein sehr pessimistisches Bild. Ihrer Einschätzung nach befindet sich das Ethereum-Ökosystem in einem strukturellen Wandel, bei dem sinkende Gebühren, verzerrte Aktivitätsdaten und zunehmende Konkurrenz die langfristige Wertentwicklung von ETH belasten könnten.
Culper Research ist hier bearish für Ethereum und würde augenscheinlich Solana in der Prognose präferieren.
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