Die Einschätzungen großer Vermögensverwalter gelten als wichtiger Gradmesser für institutionelles Kapital – und genau hier bleibt der Ton klar bullish.
Der Asset Manager VanEck bekräftigt seine langfristig positive Sicht auf Gold und Bitcoin, auch wenn beide Märkte zuletzt eine spürbare Korrektur erlebt haben.
Besonders spannend: Die jüngsten Aussagen zeigen, dass kurzfristige Schwächen eher als gesunde Marktbereinigung interpretiert werden.
Während makroökonomische Spannungen und Liquiditätsengpässe temporär belasten, sehen Experten strukturelle Treiber weiterhin intakt – mit potenziell deutlich höheren Preisen auf lange Sicht.
Gold unter Druck – aber strukturell stärker denn je
Die jüngste Schwächephase bei Gold sorgt kurzfristig für Unsicherheit, doch laut VanEck handelt es sich primär um eine technische und liquiditätsgetriebene Korrektur – nicht um einen fundamentalen Trendbruch. Marktspezialist Matthew Sigel verweist darauf, dass Gold zuvor über längere Zeit deutlich über seinem 50-Tage-Durchschnitt notierte und damit technisch überkauft war. Die Annäherung an den 200-Tage-Durchschnitt signalisiert nun eine gesunde Normalisierung.
Gold’s recent pullback has raised questions about our long-term bullish view, particularly given its strong performance over the past year. @JanvanEck3 shared some thoughts:
Short-term Dynamics:
>Technical positioning was significantly stretched, with gold having traded well… pic.twitter.com/VmYxco0P2Z— matthew sigel, recovering CFA (@matthew_sigel) March 23, 2026
Ein entscheidender Faktor für den Rücksetzer liegt zudem in geopolitischen Entwicklungen. Durch den Iran-Konflikt geraten insbesondere energieexportierende Staaten im Nahen Osten unter Druck. Sinkende Einnahmen aus Öl und Gas zwingen staatliche Akteure dazu, liquide Assets zu verkaufen – darunter US-Staatsanleihen und eben auch Gold. Diese kurzfristigen Liquiditätsbedürfnisse erzeugen zusätzlichen Verkaufsdruck, der jedoch nicht als strukturelle Schwäche interpretiert wird.
Hinzu kommt, dass sich spekulative Positionierungen in Gold-ETFs in den vergangenen Monaten stark aufgebaut hatten. Solche Übertreibungen führen in Korrekturphasen häufig zu beschleunigten Abverkäufen, da Investoren Positionen gleichzeitig abbauen. Genau dieses Muster scheint sich zuletzt materialisiert zu haben.
Langfristig bleibt das Bild jedoch klar positiv. Steigende Verteidigungsausgaben sowie strukturell höhere Zinsen erhöhen die Risiken rund um die US-Staatsverschuldung. Auch wenn höhere Zinsen kurzfristig Gegenwind für Gold darstellen, stärken sie langfristig die Rolle des Edelmetalls als Wertspeicher.
Zusätzlich erwartet VanEck eine Rückkehr des globalen Wohlstandswachstums – insbesondere in Asien und dem Nahen Osten. Diese Regionen gelten als zentrale Nachfragetreiber für Gold, sowohl auf Seiten privater Investoren als auch durch Zentralbanken. Sobald sich die aktuellen geopolitischen Spannungen entspannen, könnte genau dieser Nachfrageimpuls wieder deutlich anziehen.
Bitcoin stabilisiert sich – Markt bereitet nächsten Zyklus vor
Auch bei Bitcoin zeigt sich ein ähnliches Bild: kurzfristige Unsicherheit, aber konstruktive Signale unter der Oberfläche. Nach einem Rückgang von rund 19 % hat sich der Markt laut VanEck stabilisiert. Was zeigt die Bitcoin Prognose für den März?
Besonders auffällig ist dabei der deutliche Rückgang der Volatilität – ein klassisches Zeichen dafür, dass sich der Markt nach einer Stressphase neu sortiert. Parallel dazu hat sich die Hebelwirkung im Futures-Markt spürbar reduziert. Sinkende Funding-Rates und leicht rückläufiges Open Interest deuten darauf hin, dass spekulative Übertreibungen abgebaut wurden. Diese Entwicklung gilt als gesunde Grundlage für nachhaltigere Preisbewegungen in der Zukunft.
Ein besonders spannender Indikator kommt aus dem Optionsmarkt: Die Nachfrage nach Absicherungen gegen fallende Kurse ist aktuell außergewöhnlich hoch. Das Put/Call-Verhältnis liegt auf einem Niveau, das historisch häufig in der Nähe von Markt-Tiefs beobachtet wurde. Investoren positionieren sich also defensiv – genau in Phasen, in denen sich häufig neue Aufwärtsbewegungen anbahnen.

Auch die Kosten für diese Absicherungen sind deutlich gestiegen, was die Vorsicht im Markt unterstreicht. Gleichzeitig zeigt die Vergangenheit, dass genau solche extremen Absicherungsniveaus oft mit überdurchschnittlichen Renditen in den folgenden Monaten einhergehen.
Auf der On-Chain-Seite ist die Aktivität zwar rückläufig, doch auch hier gibt es eine wichtige Einordnung: Ein wachsender Teil des Handels findet mittlerweile außerhalb der Blockchain statt – etwa über Derivate, Börsen oder institutionelle Produkte. Klassische Netzwerkdaten verlieren daher zunehmend an Aussagekraft.
Positiv ist zudem, dass langfristige Investoren ihre Bestände weniger stark bewegen. Sinkende Verkaufsaktivität dieser Gruppe gilt traditionell als Zeichen nachlassenden Verkaufsdrucks. Gleichzeitig bleibt das Verhalten der Miner kontrolliert: Trotz sinkender Einnahmen verkaufen sie nicht aggressiv, sondern agieren weiterhin diszipliniert.
In Summe zeigt sich ein Markt, der sich nach einer Korrekturphase stabilisiert hat und nun auf eine neue Richtung vorbereitet. Die Kombination aus vorsichtiger Positionierung, sinkender Volatilität und strukturell stabilen Fundamentaldaten deutet darauf hin, dass Bitcoin sich möglicherweise näher an einem Boden als an einem Hoch befindet.
„Insgesamt lässt die aktuelle Marktdynamik Folgendes vermuten:
Abkühlung der spekulativen Hebelwirkung auf den Terminmärkten
Erhöhte Nachfrage nach Absicherung gegen Verluste auf den Optionsmärkten
Gedämpfte On-Chain-Aktivität, da sich der Handel hin zu ETPs und Derivaten verlagert
Rückläufige Ausschüttung von Langzeitinhabern
Mäßiger, aber beherrschbarer Versorgungsdruck der Miner
Während sich die Bitcoin-Preise in den letzten Wochen stabilisiert haben, bleibt die Positionierung der Anleger bei Derivaten und On-Chain-Aktivitäten vorsichtig, was darauf hindeutet, dass sich die Märkte nach früherer Volatilität möglicherweise noch konsolidieren.“
Wer Bitcoin kaufen möchte, findet also frei nach VanEck womöglich keinen allzu schlechten Zeitpunkt.
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