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Der Kryptomarkt stagniert aktuell weiter auf niedrigem Niveau. Die übergeordnete Seitwärtsbewegung setzt sich fort, klare bullische Impulse bleiben bislang aus. Stattdessen dominieren kleinere, teils volatile Ausschläge innerhalb enger Handelsspannen. Viele Altcoins notieren weiterhin 70 bis 80 Prozent unter ihren Allzeithochs.

Eine ausgeprägte Altcoin-Saison, wie sie frühere Zyklen prägte, lässt bislang auf sich warten. Entsprechend groß ist die Unsicherheit unter Anlegern, ob eine solche Phase überhaupt noch einmal zurückkehrt.

In diesem Umfeld scheint selektives Vorgehen entscheidender denn je: Kapital konzentriert sich zunehmend auf Projekte mit klarer Produktentwicklung, realen Umsätzen und strukturellem Rückenwind. Doch was ist der beste Altcoin 2026?

NEAR rückt ins Zentrum der AI-Narrative

Inmitten dieser selektiven Marktphase rückt das NEAR-Protokoll zunehmend in den Fokus. Mehrere bekannte Analysten äußern sich zuletzt auffallend bullisch. So spricht Zoomer Oracle vom „umfassendsten NEAR-Bullcase des Zyklus“ und verweist insbesondere auf das Produkt „NEAR Intents“. Dieses habe bereits über 13 Milliarden US-Dollar Cross-Chain-Volumen erreicht und sei laut seinen Angaben das am schnellsten wachsende Cross-Chain-Protokoll 2025 – mit realen Gebühreneinnahmen und aktivem Buyback-Mechanismus.

Die Kernthese dahinter: KI-Agenten werden künftig eigenständig Transaktionen ausführen und benötigen dafür eine effiziente, chain-übergreifende Infrastruktur. Genau hier setzen NEAR Intents an. Anstatt manuell zu bridgen, zu swappen oder mehrere Wallets zu koordinieren, formuliert der Nutzer – oder perspektivisch ein Agent – lediglich ein Ziel. Die Infrastruktur übernimmt die atomare Ausführung über verschiedene Netzwerke hinweg. Laut veröffentlichten Daten wurden bereits zweistellige Milliardenvolumina abgewickelt, allein im letzten Monat rund drei Milliarden US-Dollar – trotz eines der schwächsten Marktumfelder seit 2023.

Zusätzlich hat NEAR den sogenannten „Fee Switch“ aktiviert: Ein Teil der generierten Gebühren wird genutzt, um $NEAR vom Markt zurückzukaufen und zu verbrennen.

Der Analyst Austin Barack betont in diesem Zusammenhang, dass die annualisierten Einnahmen inzwischen fast die Validator-Emissionen ausgleichen würden. 96 Prozent der Umsätze stammen demnach aus NEAR Intents. Das Token sei vollständig freigeschaltet, größere Unlock-Risiken bestünden nicht mehr. Fundamentale Kennzahlen, so sein Fazit, wirkten zunehmend konstruktiv.

Ironclaw, Sicherheit und das AI-Argument

Ein weiterer Baustein der bullischen Argumentation ist „Ironclaw“, eine in Rust geschriebene Laufzeitumgebung für KI-Agenten, die kürzlich auf der NEARCON vorgestellt wurde. Sie soll Sicherheitslücken im populären OpenClaw-Modell schließen, das in den vergangenen Monaten stark an Popularität gewonnen hat, jedoch aufgrund direkter Systemzugriffe und unverschlüsselter Datenspeicherung als riskant gilt.

Ironclaw setzt laut Beschreibung auf WASM-Sandboxing, verschlüsselte Datenspeicherung, Schutz vor Prompt-Injection-Angriffen sowie klar nachvollziehbare Audit-Logs.

Während OpenClaw häufig mit weitreichenden OS-Rechten arbeitet, isoliert Ironclaw einzelne Aktionen in abgeschotteten Umgebungen. Für eine Zukunft, in der autonome Agenten reale Vermögenswerte onchain bewegen, sei Sicherheit nicht optional, sondern essenziell – so die Argumentation mehrerer Kommentatoren.

Auch Michaël van de Poppe sieht in NEAR aktuell eines der interessantesten AI-Protokolle im Markt. Technisch betrachtet habe das Token neue Zyklustiefs gegenüber Bitcoin markiert, gleichzeitig aber bullische Divergenzen auf RSI und MACD ausgebildet. Ein Bruch über frühere Unterstützungsniveaus könnte laut ihm zusätzliche Stärke freisetzen. Fundamentale Entwicklung und charttechnische Bodenbildung fallen hier zeitlich zusammen – ein Setup, das in früheren Zyklen häufig frühe Trendwenden signalisierte.

Nicht zuletzt wird immer wieder auf die Person hinter dem Projekt verwiesen: NEAR-Mitgründer Ilya Polosukhin war Mitautor des Transformer-Papers „Attention Is All You Need“ aus dem Jahr 2017 – der Grundlage moderner Large Language Models. Die These vieler Beobachter: Wer die Architektur hinter GPT, Claude oder Gemini mitentwickelt hat, könnte auch eine tragfähige Transaktionsschicht für autonome KI-Agenten konzipieren.

In einem insgesamt richtungslosen Marktumfeld entsteht damit ein differenziertes Bild: Während viele Altcoins strukturell schwach bleiben, positioniert sich NEAR zunehmend als Infrastruktur-Wette auf eine mögliche agentengetriebene Krypto-Ökonomie.

Ob daraus tatsächlich nachhaltige Kursdynamik entsteht, bleibt offen – doch das wachsende Analysteninteresse zeigt, dass das Protokoll wieder ernsthaft diskutiert wird. NEAR könnte damit einer der spannendsten Altcoins für 2026 sein.

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Christian Becker pro-investor-shield

Christian Becker ist Journalist von Beruf, seit ein paar Jahren ist er aber spezialisiert auf Kryptowährungen und Kursanalysen von Aktien bei Kryptoszene.de tätig. Er hat hauptberuflich bei IsarGold GmbH als Journalist und Analyst gearbeitet und schrieb auch regelmäßig für Kryptoszene.de, indem er Charts von Kryptowährungen und Aktien analysierte. Im März 2020 entschloss er sich weiterhin freiberuflich aber in Vollzeit bei Kryptoszene.de anzufangen und ist bis jetzt als einer der Hauptautoren und Redakteuren hier tätig.

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