Ethereum konnte in den letzten sieben Tagen um rund sieben Prozent zulegen und liegt seit Jahresbeginn bereits etwa zwölf Prozent im Plus. Mit Kursen von aktuell über 3.300 US-Dollar zeigt sich der Markt wieder deutlich fester. Diese Stärke kommt nicht zufällig, sondern fällt in eine Phase, in der sich die Angebotslage spürbar verknappt.
Immer mehr ETH werden gestakt oder langfristig gebunden, während gleichzeitig die Nachfrage nach Nutzung des Netzwerks steigt. Für die kommenden Monate deutet diese Kombination auf ein zunehmend bullisches Setup hin.
Ethereum vor neuem Angebots-Schock?
Ein Blick auf die aktuellen Staking-Daten von Ethereum zeigt ein ungewöhnliches und potenziell sehr bullisches Bild. Zum ersten Mal seit Juli 2025 liegt die sogenannte Exit Queue bei exakt null ETH. Das bedeutet: Aktuell will kein Validator seine gestakten ETH aus dem System abziehen. Beim letzten Mal, als diese Situation auftrat, folgte in den Wochen danach eine deutliche Kursrallye. Gleichzeitig ist die andere Seite des Marktes umso aktiver: In der Entry Queue warten über 1,8 Millionen ETH darauf, neu gestakt zu werden. Das zeigt, dass Investoren bereit sind, Liquidität aus dem Markt zu nehmen und langfristig zu binden.
https://twitter.com/LeonWaidmann/status/2010709622504509452
In der Summe kollabiert damit der Verkaufsdruck aus dem Staking-Bereich vollständig, während neues Angebot aktiv vom Markt aufgesaugt wird. Obwohl die Staking-Quote derzeit noch relativ stabil bei rund 30 Prozent liegt, ist das nur eine Momentaufnahme.
Sobald die Warteschlange in aktive Validatoren umgewandelt wird, steigt dieser Anteil spürbar an. Die Folge ist ein struktureller Angebotsrückgang: Immer mehr ETH werden gesperrt, immer weniger bleiben frei handelbar.
https://twitter.com/coinbureau/status/2012771938322792605
Ökonomisch entsteht so ein klassischer Angebotsengpass. Die aktuellen Staking-Daten wirken positiv.

Aktuell befindet sich die Menge an gestaktem Ethereum auf einem neuen Allzeithoch. Immer mehr Investoren entscheiden sich, ihre ETH langfristig im Netzwerk zu binden, statt sie zu verkaufen. Dadurch sinkt das frei verfügbare Angebot am Markt spürbar. Diese Angebotsverknappung kann bei gleichbleibender oder steigender Nachfrage den Preisdruck nach oben verstärken.
Angebot wird knapper: Onchain-Daten wecken Fantasie
Die zunehmende Knappheit von Ethereum lässt sich nicht nur am Staking ablesen, sondern wird auch durch andere On-Chain-Daten klar bestätigt. Ein Indikator ist der prozentuale ETH-Bestand auf Krypto-Börsen. Dieser liegt aktuell auf dem niedrigsten Niveau seit 2016 und damit so tief wie seit rund zehn Jahren nicht mehr. Über Jahre hinweg ist zu beobachten, dass immer mehr ETH von den Handelsplätzen abgezogen werden. Für den Markt bedeutet das: Das sofort verfügbare Angebot schrumpft kontinuierlich.

Ein Blick auf den Exchange Net Position Change zeigt, dass in den letzten Tagen wieder etwas mehr Ethereum auf die Börsen geflossen ist. Diese Bewegung ist jedoch eher als kurzfristige Gegenreaktion einzuordnen. Ähnliche Phasen gab es bereits, etwa im Sommer des vergangenen Jahres, ohne dass sie den übergeordneten bullischen Trend gebrochen hätten. Insgesamt ist über die letzten zwölf Monate klar zu erkennen, dass in großem Stil Ethereum von den Börsen abgezogen wird. Dieser langfristige Abfluss reduziert das verfügbare Angebot am Markt.
Ethereum: Nachfrage explodiert bei knapperem Angebot
Genau diese Kombination aus schrumpfendem Angebot und explodierender Nachfrage ist aus ökonomischer Sicht besonders bullisch für Ethereum. Die On-Chain-Daten zeigen eine klare Beschleunigung der Nutzung: Die Zahl neuer Adressen ist im 7-Tage-Durchschnitt von rund 120.000 auf über 320.000 gestiegen, aktive Adressen von etwa 500.000 auf rund 800.000. Gleichzeitig klettert die tägliche Transaktionszahl von 1,2 auf etwa 2 Millionen.
Mehr Aktivität bedeutet mehr verbranntes Gas und damit mehr dauerhaft zerstörtes ETH. Zusätzlich wird mehr Kapital in DeFi-Protokollen und im Staking gebunden. Während also immer mehr ETH dem Markt entzogen wird, steigt die Nachfrage nach Nutzung und Halten des Netzwerks spürbar. Dieses Ungleichgewicht schafft strukturellen Preisdruck nach oben.
3) Network demand is exploding
This charts show:
New addresses (7DMA):
From ~120k → 320k+Active addresses (7DMA):
I From ~500k → 800k+Daily transactions:
From 1.2M → 2.0MThat is mass adoption acceleration, not noise.
This means:
-More users
-More gas burned
-More ETH… pic.twitter.com/1hV2ujyMZ2— 0xFadistan (@0xFadistan) January 14, 2026
Auch aus charttechnischer Sicht befindet sich Ethereum derzeit in einer äußerst spannenden Phase. Der Kurs notiert aktuell in einer entscheidenden Widerstandszone zwischen 3.200 und 3.400 US-Dollar, die in der Vergangenheit mehrfach als Hürde fungiert hat. Gelingt der nachhaltige Ausbruch über diesen Bereich, würde sich das technische Bild deutlich aufhellen und Raum für eine neue Aufwärtsbewegung eröffnen. Besonders wichtig ist dabei der EMA 200, der aktuell in diesem Bereich verläuft und als langfristiger Trendindikator gilt. Ein klarer Sprung über diesen gleitenden Durchschnitt in Kombination mit dem Widerstand wäre ein starkes bullisches Signal.

In diesem Fall dürften zunächst relativ zügig die 3.800 US-Dollar ins Visier genommen werden. Darüber hinaus rückt anschließend auch der Bereich um 4.200 US-Dollar als nächstes größeres Kursziel in den Fokus.
Folgen Sie uns auf Google News

