Ethereum Die Bullen trampeln! ETH folgt Bitcoin, steigt fast 7% – 4.000 Dollar im Visier?

Den aktuellen Trend am Kryptomarkt dürften viele Investoren als sehr langweilig empfinden. Denn die Top-Coins präsentieren sich wenig volatil und bewegen sich seit Wochen in einer Konsolidierungsphase.

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Ein gutes Beispiel dafür ist der Ethereum Kurs. Aktuell notiert ETH/USD bei rund 1.350 Dollar. Das ist fast der identische Wert wie vor einem Monat. Die Seitwärtsphase zwischen 1.250 und 1.400 Dollar hält nun schon seit rund 5 Wochen an und ein Ende ist nicht in Sicht.

Doch Käufer von Ethereum sollten trotz dieser unspektakulären Phase nicht unaufmerksam werden, sondern den Trend bei ETH weiter genau im Blick behalten. Denn je länger eine Bewegung mit wenig Volatilität anhält, desto heftiger wird in der Regel der darauf folgende Ausbruch. Das zeigen zahlreiche Beispiele aus der Historie der technischen Chartanalyse. Auch beim Ethereum-Kurs dürfte dies in 2022 nicht anders sein.

Coinmarketcap

Signale für extreme Preisbewegung im Ethereum Kurs

Wann genau und in welche Richtung der Trend ausbricht – ob es zu einem steilen Anstieg oder einer harten Korrektur kommt, kann kein Analyst seriös mit Sicherheit sagen. Doch anhand der Chartanalyse lässt sich sagen, welche Szenarien für den ETH Kurs möglich sind und welche Preisziele Ethereum im entsprechenden Fall erreichen kann.

Dass sich der Kurs aktuell auf eine große Bewegung vorbereiten könnte, signalisiert der technische Indikator der Bollinger Bänder. Er stellt als Mittelwert den arithmetischen, gleitenden Durchschnitt über die vergangenen 20 Tage da. Die beiden äußeren Bänder zeigen, wie weit der Kurs in diesem Zeitraum von Durchschnittswert abgewichen ist.

Liegen die Bänder nahe bei der Durchschnittslinie und ziehen sich optisch betrachtet zusammen, ist in näherer Zeit von einem explosiven Ausbruch auszugehen. Genau das lässt sich aktuell bei den Bollinger Bändern auf dem Ethereum-Kurs erkennen.

Tradingview

Wiederholt sich das bullische Szenario von 2020?

Ein solche enge Bündelung der Bänder war auf dem Tageschart zuletzt im Oktober 2020 zu erkennen. Damals folgte kurz darauf ein extremer Ausbruch nach oben und der Bullenmarkt 2020/2021 startete, der den ETH/USD Kurs auf fast 5.000 Dollar hinauf führte.

Ein solches Szenario ist in der aktuellen Konstellation wieder denkbar. Allerdings ist die Frage, ob die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen mit starker Inflation, steigenden Zinsen und der allgemeinen Verunsicherung unter Käufern von Kryptowährungen eine solche Preisexplosion kurzfristig zulassen werden.

Derzeit testet der Ethereum Kurs das obere Band an. Eine Abweisung könnte jedoch zu einem schnellen Rebound zur unteren Begrenzungslinie führen. Eine Korrektur nach unten ist deshalb aktuell nicht weniger wahrscheinlich als der Ausbruch nach oben.

Die Chartanalyse zeigt als weiteren wichtigen Indikator für den Ethereum-Kurs die EMA Ribbons an. Dieser Exponential Moving Average stellt einen gleiten Kursdurchschnitt für verschiedene Zeiträume dar. In diesem Fall für die vergangenen 20, 25, 30, 35, 40, 45, 50 und 55 Wochen. Auch hier ist zu erkennen, dass sich die Ribbons aktuell immer stärker annähern.

Starker Widerstand für den Ethereum Kurs

Sehr eng beieinander liegende Ribbons können auch hier auf eine volatile Kursbewegung hindeuten. So lange die im Chart sichtbaren roten Ribbons oben liegen, ist dies jedoch kein gutes Zeichen. Während in einem Bullenmarkt üblicherweise die gelb eingezeichneten Ribbons oben liegen, befinden sich im Bärenmarkt die roten Ribbons oben.

Dies könnte daraufhin deuten, dass die nächste Kursbewegung eher bärisch sein könnte. Allerdings sind die Ribbons aktuell so eng beieinander, dass auch ein sogenannter „Flip“ möglich ist. Damit schieben sich die gelben Ribbons über die roten und könnten kurzfristig eine bullische Kursbewegung auslösen.

Tradingview

Anstieg über 2.000 Dollar trotz Bärenmarkt möglich

Derzeit versucht der ETH/USD Kurs über die Ribbons zu kommen. Dies könnte ein gutes Signal sein, denn in einem Bullenmarkt dienen die Ribbons häufig als Support. Dies gilt allerdings nur für den Tageschart. Zieht man den Wochenchart heran, befindet sich der ETH noch weit unterhalb der oberen Ribbons. Hier könnte ETH/USD sogar auf 2.000 Dollar steigen, ohne dass sich etwas an der bärischen Struktur auf dem Wochenchart ändert.

Ein weiterer gern verwendete Indikator ist der Relative Strength Index. Er kann eine Aussage darüber geben, ob ein Asset aktuell eher überkauft oder überverkauft ist. Beim Ethereum-Kurs sieht es aktuell so aus, dass sich dieser knapp über 50 befindet und damit in einem neutralen Bereich. Ethereum ist derzeit nach diesem Indikator also weder überkauft noch überverkauft.

Erst wenn Ethereum in den RSI-Bereich von 70 kommen würde, könnte dies ein Verkaufssignal bilden. Andersherum könnte der RSI in den Bereich von 30 fallen und ein Kaufsignal erzeugen.

Die genannten Indikatoren lassen aktuell wenig Schlüsse darüber zu, ob der ETH/USD Kurs in kürze steigen oder fallen wird. Interessant ist hier aber noch ein Chartmuster, dass sich auf den Tageskerzen erkennen lässt.

Tradingview

ETH-Chartmuster: Entscheidung bis 6. Dezember

So befindet sich ETH/USD seit Mitte Juni in einem symmetrischen Dreieck. Hierbei handelt es sich grundsätzlich um ein neutrales Muster. Da Ethereum jedoch aus einem Abwärtstrend heraus die Formation gebildet hat, gilt eine weitere Korrektur und damit eine Fortsetzung des negativen Trends als wahrscheinlicher.

Eine schnelle Richtungsentscheidung ist hier jedoch nicht zu erwarten. So hat ETH/USD theoretisch noch bis zum 6. Dezember Zeit in dem Muster zu verbleiben. Das wären im Extremfall noch einmal rund sechs Wochen, die ETH/USD in der Seitwärtsphase verbleiben könnte.

Allerdings werden die meisten Chartmuster nicht erst an ihren Endpunkten verlassen, sondern deutlich früher. Hier könnte vielleicht die nächste Zinsentscheidung der US-Notenbank FED am 2. November ein entscheidender Faktor werden, in welche Richtung ETH/USD aus dem Muster ausbricht.

Tradingview

45 Prozent Bewegung kann massive Rendite bescheren

Hält die FED wie erwartet an ihrer straffen Zinspolitik fest und erhöht den Zinssatz ein weiteres Mal um 0,75 Prozent auf dann insgesamt 4 Prozent, ist das von den Märkten im aktuellen Ethereum-Kurs bereits eingepreist. Fällt die Zinsanhebung jedoch höher oder niedriger aus, könnte dies für einen bullischen oder bärischen Breakout sorgen.

Trader auf Kryptobörsen, können sich in jedem Fall auf eine beeindruckende Kursbewegung mit starker Volatilität für den Ethereum Kurs einstellen. Denn bei beiden Szenarien ist mit einer massiven Kursveränderung von 45 Prozent zu rechnen, wie die Analyse des symmetrischen Dreiecks zeigt. Beim Handel mit Hebel lässt sich diese volatile Bewegung natürlich noch profitabler nutzen, wenn man ein erfahrener Trader ist. Sonst ist das Verlustrisiko sehr hoch

Das bullische Preisziel liegt je nach Zeitpunkt des Breakouts zwischen 2.100 und 2.300 Dollar und damit deutlich über 2.000 USD. Eine Korrektur könnte den ETH-Preis jedoch sogar unter 300 Dollar fallen lassen.

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Steffen Bösweich

Steffen hat Medien, Politik und Kulturwissenschaft studiert und nebenher bereits erste Erfahrungen im Print-, Radio- und Hörfunkjournalismus gesammelt. Nach seinem Studienabschluss hat er seine Journalistenausbildung in einem Verlag für Wirtschaft & Sport absolviert. Dem Wirtschaftsjournalismus ist er auch bei seinen weiteren Tätigkeiten als Redakteur stets treu geblieben und verfügt inzwischen über mehr als zehn Jahre Berufserfahrung. Er interessiert sich für Finanzthemen aller Art, Aktien und Kryptowährungen sind sein Steckenpferd.

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