Trotz der Bemühungen zahlreicher Behörden geht das Geschäft mit den Krypto-Automaten munter weiter. Während die Staaten mehr und mehr Regulierungen einführen und selbst Krypto-Unternehmen und Kryptobörsen diese wohlwollend annehmen, herrscht bei den Krypto-ATMs weiterhin Wilder Westen. Jedoch nicht überall, wie das Beispiel Deutschland zeigt.
Die Krypto-Automaten funktionieren ganz einfach. Man steckt Euro, US-Dollar, Yen oder anderes Fiatgeld hinein und bekommt Bitcoin, Ethereum, Litecoin und andere Kryptowährungen auf die eigene Wallet ausgezahlt. Banken und Behörden bekommen davon nichts mit, sehr zu deren Unmut.
Der Stand der Krypto-Automaten weltweit
Sogenannte Bitcoin-Automaten finden sich bereits seit mehreren Jahren vereinzelt in größeren und kleineren Städten – Tendenz steigend. Vor allem in den USA oder Großbritannien wächst ihre Zahl beständig. Und das, obwohl die britische FCA etwa Anfang des Jahres vollmundig angekündigt hatte, gegen sie vorzugehen.
Im Jahr 2022 ist die Ausbreitung der Krypto-Automaten noch zurückgegangen. Zuvor hatte sich deren Zahl innerhalb von zwei Jahren verdreifacht. Doch weiterhin werden neue ATMs installiert. Für den Oktober 2023 geht man laut Daten von AltIndex von 32.521 Automaten weltweit aus.
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In Deutschland ist der Stand der Krypto-Automaten eher schwierig. Der restliche DACH-Raum ist da anders aufgestellt. In Österreich stehen derzeit mehr als 150 Automaten und in der eher kleinen Schweiz sind es gar 125 Krypto-ATMs. Dank der BaFin haben sie in Deutschland jedoch einen schweren Stand.
Krypto-ATMs – Ein Dorn im Auge der Behörden
Die Gründe sind schnell ersichtlich. Krypto-Automaten bieten eine ideale Möglichkeit zur Geldwäsche und andere illegale Transaktionen. Mit den Geräten lassen sich nicht nur Altcoins kaufen, auch der Verkauf der Kryptowährungen gegen Bargeld ist möglich.
Dabei läuft der Handel komplett peer-to-peer ab. Wer mit Bargeld zahlt, ist nicht auf eine Bank angewiesen und kauft damit komplett anonym. Ideal etwa, um etwa Monero anonym zu kaufen. Das Unternehmen „Shitcoins Club“, welches in Europa Krypto-Automaten aufbaut, ist sich dessen vollkommen bewusst und fördert dieses Image so gar.
Auf der eigenen Webseite beschreibt sich Shitcoins Club als anarcho-kapitalistisch und als Gegner des Teilreservebankensystems. Damit stehen sie ganz auf Linie vieler Bitcoiner und Krypto-Enthusiasten, die Geld vom Staat trennen wollen.
Die Haltung von Shitcoins Club erinnert an die Anfangstage der Kryptowährungen. So sehr sich institutionelle Investoren mittlerweile für Kryptowährungen interessieren, ging es einst doch darum, ein Zahlungsnetzwerk außerhalb der gängigen Finanzsysteme zu etablieren.
So einfach könnte der Krypto-Kauf ablaufen
Wie einfach es sein kann, zeigt der ATM-Anbieter Bitgamo. Laut der Webseite des luxemburgischen Unternehmens ist für den Umtausch von Fiat in Krypto kein KYC- oder AML-Verfahren notwendig. Möglich macht es das Großherzogtum Luxemburg, denn das verlangt keine Registrierung für den Krypto-Kauf.
In Deutschland gestaltet sich das allerdings schwieriger. Hier benötigen Anbieter von Krypto-Automaten wie Kurant eine Registrierung der BaFin. Und Nutzer müssen sich ebenfalls zuvor beim Anbieter registrieren. Anonymes Kaufen von Kryptowährungen geht damit nicht.