Die Hoffnung auf einen nachhaltigeren Frieden im Nahen Osten sorgt zum Wochenschluss für mehr Risikofreude an den Märkten. Aktien legen zu, Öl gibt deutlich nach, und auch Bitcoin profitiert von diesem Stimmungsumschwung. Der Kurs notiert aktuell wieder bei rund 77.259 US-Dollar und damit gut 2,9 Prozent höher als am Vortag.
Das verbessert das kurzfristige Chartbild spürbar, weil BTC damit über einer psychologisch wichtigen Marke handelt und die jüngste Stabilisierung fortsetzt. Neben dem geopolitischen Rückenwind gibt es aber noch einen zweiten, strukturell womöglich wichtigeren Treiber: Die Wall Street zieht immer mehr Bitcoin aus dem frei verfügbaren Markt. Das untermauert eine bullische Bitcoin Prognose.
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Wall Street verknappt das Bitcoin-Angebot immer stärker
Die Entwicklung bei institutionellen Vehikeln ist bemerkenswert. Nach den zuletzt veröffentlichten Daten halten ETFs und Digital Asset Treasuries inzwischen 11,9 Prozent des umlaufenden Bitcoin-Angebots. Vor dem Start der Spot-ETFs im Januar 2024 lag dieser Anteil noch bei rund 1,5 Prozent. Innerhalb von nicht einmal zwei Jahren hat sich der von regulierten Vehikeln gebundene Anteil damit fast verachtfacht. Das ist deshalb so relevant, weil diese Coins dem liquiden Markt tendenziell entzogen werden: Sie liegen in ETF-Strukturen, Treasury-Vehikeln oder Unternehmensbilanzen und wechseln deutlich seltener kurzfristig den Besitzer.
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Genau daraus ergibt sich der bullische Kern der These. Wenn ein immer größerer Teil des Angebots in regulierte Strukturen wandert, schrumpft der frei handelbare Float. Für den Markt bedeutet das: Weniger Bitcoin stehen für spontane Verkäufe zur Verfügung, während die Nachfrage zunehmend von kapitalstarken institutionellen Akteuren kommt. ETFs werden nicht wie klassische Wallets aktiv hin- und hergeschoben, sondern folgen Mittelzuflüssen, Rücknahmen und klaren regulatorischen Prozessen. Bei Digital Asset Treasuries kommen zusätzlich unternehmensrechtliche Hürden hinzu, wenn Bestände wieder auf den Markt gebracht werden sollen. Das macht dieses Kapital träger und aus Sicht vieler Marktbeobachter “stärker”.
Für Bitcoin ist das ein wichtiger Unterschied: Nicht nur die Nachfrage steigt potenziell, sondern auch die Marktstruktur verändert sich. Wenn mehr Angebot dauerhaft gebunden wird, können neue Kaufwellen schneller zu Preisdruck nach oben führen. Genau deshalb ist diese Entwicklung untergeordnet womöglich noch wichtiger als so manche kurzfristige Schlagzeile.
Bitcoin auf Börsen so knapp wie seit 2018 nicht mehr
Die Metrik „BTC: Percent Balance on Exchanges“ misst den Anteil aller existierenden Bitcoin, die aktuell auf zentralen Handelsplattformen liegen. Sie gilt als wichtiger Indikator für die kurzfristige Liquidität im Markt. Steigt dieser Wert, befinden sich mehr Coins auf Börsen – potenziell bereit für Verkäufe. Fällt er hingegen, werden Bitcoin zunehmend in private Wallets oder langfristige Verwahrung verschoben, was das frei verfügbare Angebot reduziert.
Genau das ist aktuell der Fall: Der Anteil der auf Börsen gehaltenen BTC ist auf den niedrigsten Stand seit 2018 gefallen. Über Jahre hinweg zeigt sich ein klarer Abwärtstrend, unterbrochen nur von kurzen Phasen erhöhter Zuflüsse während Markttops. Seit 2022 beschleunigt sich diese Entwicklung erneut.
Das deutet auf eine strukturelle Verknappung hin. Immer weniger Bitcoin sind unmittelbar handelbar, während gleichzeitig langfristige Investoren und institutionelle Akteure akkumulieren. Für den Markt bedeutet das: Sinkende Verkaufsbereitschaft trifft auf potenziell steigende Nachfrage – ein klassisches Setup für bullische Angebotsdynamik.

Die Metrik „Exchange Net Position Change“ zeigt, ob Bitcoin netto auf Börsen zu- oder abfließen. Positive Werte deuten auf Zuflüsse hin – potenziell steigender Verkaufsdruck. Negative Werte hingegen zeigen Abflüsse, also eine Verlagerung von Coins in private Wallets oder langfristige Verwahrung.

Genau hier wird es aktuell spannend: In den letzten sechs Wochen sehen wir erneut deutlich negative Werte, also massive Abflüsse von den Börsen. Das Ausmaß ist vergleichbar mit der Phase im Oktober des vergangenen Jahres – damals markierte Bitcoin rund um diese Entwicklung ein Allzeithoch. Diese Dynamik signalisiert, dass Marktteilnehmer verstärkt akkumulieren und ihre Bestände aus dem kurzfristigen Handelsumfeld abziehen. In Kombination mit sinkenden Exchange-Balances verstärkt sich damit die strukturelle Angebotsverknappung weiter.
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