Saylors Bitcoin-Prognose auf der BTC Prague

Am Wochenende zeigt der Bitcoin-Markt ein eher ruhiges Bild mit einer leichten Korrektur in den vergangenen 24 Stunden, während sich der Kurs dennoch rund um 89.000 US-Dollar hält. Die Stabilisierung erfolgt in einer Marktphase, in der zuletzt weiterhin Unsicherheit rund um Strategy bestand, die größte Bitcoin-Treasury der Welt mit derzeit rund 650.000 BTC.

In den letzten Wochen stand die Sorge im Raum, dass größere Verkäufe erfolgen könnten, nachdem Strategy begonnen hatte, einen Teil der Bilanz über höhere Cash-Reserven abzusichern. Doch das Gegenteil scheint der Fall.

Denn es gibt nun Signale, dass Michael Saylor erneut Kapital in den Markt lenken und zusätzliche Bitcoin erwerben könnte. War also alle Sorge unberechtigt?

Back to Orange Dots: Kauft Saylor wieder Bitcoin?

Eine neue Entwicklung könnte wieder Zuversicht in den Markt bringen, nachdem viele Anleger zeitweise den Glauben an die kompromisslose HODL-Strategie von Strategy verloren hatten. Michael Saylor veröffentlichte nun auf X ein Bild des Bitcoin-Portfolios des Unternehmens, versehen mit orangefarbenen Punkten, die traditionell für neue Käufe stehen.

Mit der Botschaft „Back to Orange Dots“ knüpft er direkt an frühere Signale an, mit denen Strategy bevorstehende Erwerbe andeutete. Damit wächst die Erwartung, dass zum Wochenstart erneut Bitcoin akkumuliert werden könnten. Spannend dürfte nun sein, in welchem Umfang Strategy den Rücksetzer kauft.

Bitcoin-Verkäufe bleiben möglich, so Saylor

Michael Saylor stellte zuletzt auf der Binance-Konferenz klar, dass Strategy grundsätzlich bereit wäre, Bitcoin zu verkaufen, falls die eigene Aktie unter dem Nettowert der gehaltenen BTC handeln sollte. In diesem Szenario wäre es wirtschaftlich sinnvoller, Bitcoin oder entsprechende Derivate zu liquidieren, statt Eigenkapital zu veräußern, da dies den Wert für bestehende Aktionäre schützen würde.

https://twitter.com/coinbureau/status/1997267402720174427

Zugleich betonte Saylor, dass dieser Schritt nicht dem Kernmodell widerspreche, da Strategy bevorzugt Aktien verkauft, wenn diese oberhalb des inneren Bitcoin-Werts notieren. Der potenzielle BTC-Verkauf sei somit eine rational-ökonomische Option, kein strategischer Kurswechsel.

Der Fokus bleibe weiterhin auf langfristiger Akkumulation und Nutzung von Equity-Finanzierung, solange Marktbedingungen dies sinnvoll zulassen.

Ferner warnt der CryptoQuant-CEO Ki Young Ju, dass ein Bitcoin-Verkauf unterhalb des inneren Werts zwar kurzfristig Aktionären helfen könnte, langfristig aber riskant wäre. Ein solcher Schritt schwäche den Bitcoin-Preis, was wiederum den Wert von Strategy selbst unter Druck setzen würde. Dadurch entstünde ein Kreislauf aus fallenden Kursen und weiteren Verkäufen.

Ju argumentiert deshalb, dass diese Strategie ökonomisch widersprüchlich sei, weil sie den wichtigsten Vermögenswert des Unternehmens untergraben würde.

Damit scheint es eher unwahrscheinlich, dass Strategy wirklich zeitnah Bitcoin verkauft. Im Gegenteil dürfte morgen der nächste Kauf von BTC offiziell bekanntwerden.

US-Dollar-Reserve ist eine strategische Weiterentwicklung

Die jüngste Einführung einer US-Dollar-Reserve in Höhe von 1,44 Milliarden US-Dollar markierte derweil für Strategy keinen Bruch mit dem bisherigen Geschäftsmodell, sondern eine bewusste Weiterentwicklung.

Das Unternehmen baute damit neben seiner massiven Bitcoin-Position, aktuell 650.000 BTC, eine zweite Säule auf, die kurzfristige Verpflichtungen wie Dividenden und Zinszahlungen abfedern soll. Finanziert wurde die Reserve über Aktienverkäufe, wobei das Ziel besteht, mindestens zwölf Monate an Ausschüttungen zu decken und perspektivisch sogar 24 Monate und mehr zu sichern.

Strategisch betrachtet ermöglicht dieser Schritt, Bitcoin auch in Zeiten hoher Marktvolatilität zu halten, ohne zu Verkäufen gezwungen zu sein. Statt als Absage an das HODL-Prinzip ist die Maßnahme damit eine Risikoreduktion, die den langfristigen Bitcoin-Fokus schützt.

Michael Saylor betonte, dass diese Struktur die Rolle als „führender Emittent von digitalem Kredit“ stärken soll und gleichzeitig die Stabilität für Aktionäre erhöht.

Hier äußerte sich der CEO Phong Le wie folgt:

„Strategy hält derzeit 650.000 Bitcoin, was etwa 3,1 % der insgesamt 21 Millionen Bitcoin entspricht, die jemals existieren werden. In Anerkennung der wichtigen Rolle, die wir im gesamten Bitcoin-Ökosystem spielen, und um unser Engagement gegenüber unseren Kreditinvestoren und Aktionären weiter zu stärken, haben wir eine USD-Reserve eingerichtet, die derzeit 21 Monate Dividenden abdeckt. Wir beabsichtigen, diese Reserve zur Zahlung unserer Dividenden zu verwenden und sie im Laufe der Zeit weiter aufzubauen.“

In einem aktuellen CNBC-Interview betont CEO Phong Le weiterhin, dass MicroStrategy auch in einer schwächeren Marktphase in der Lage sei, Kapital zu beschaffen und den eigenen Kurs fortzusetzen. Auslöser dafür seien Gerüchte gewesen, wonach das Unternehmen Schwierigkeiten haben könnte, Dividenden zu bezahlen oder sogar gezwungen wäre, Bitcoin zu verkaufen. Le wies diese Befürchtungen als FUD zurück und unterstrich, dass man den Schritt zur Kapitalaufnahme bewusst gegangen sei, um diese Zweifel zu entkräften.

Mit der erfolgreichen Emission von 1,44 Milliarden US-Dollar innerhalb von nur achteinhalb Tagen habe MicroStrategy demonstriert, dass ein verlässlicher Zugang zu Kapital weiterhin bestehe, selbst in einem möglichen Bitcoin-Bärenmarkt. Die Mittel reichen aus, um rund 21 Monate an Dividendenverpflichtungen zu decken und sollen langfristige Stabilität schaffen.

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Daniel Robrecht pro-investor-shield

Nach seinem Studium in Rechtswissenschaften und Management entschied sich Daniel, freiberuflich als Autor tätig zu werden. Seit 2025 schreibt er für Kryptoszene und hat sich auf Kryptowährungen und DeFi spezialisiert. Mit jahrelanger Erfahrung im Kryptomarkt verfolgt er sowohl langfristige als auch kurzfristige Anlagestrategien. Durch kontinuierliche Weiterbildungen vertieft er sein Wissen zu aktuellen Markttrends und Entwicklungen. Auch privat verbringt Daniel viel Zeit mit den Finanzmärkten.

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