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Bitcoin-Miner HIVE Digital Technologies zählt zu den bekanntesten börsennotierten Mining-Unternehmen Nordamerikas. Das Unternehmen betreibt Rechenzentren in Kanada, Schweden und Paraguay und setzt dabei konsequent auf erneuerbare Energien.

Neben dem klassischen Bitcoin-Mining baut HIVE seit einigen Jahren zudem ein zweites Standbein im Bereich künstliche Intelligenz und High-Performance-Computing (HPC) auf.

Damit verfolgt das Unternehmen eine Strategie, die sowohl vom Bitcoin-Markt als auch von der wachsenden Nachfrage nach KI-Rechenleistung profitieren soll. Nun hat HIVE seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2026 veröffentlicht und dabei Rekordumsätze gemeldet. Gleichzeitig fällt auf, dass das Unternehmen trotz steigender Produktion weiterhin einen Teil seiner geschürften Bitcoins verkauft, anstatt sämtliche Bestände langfristig zu halten.

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HIVE feiert Rekordjahr 2026: Umsatz steigt um 158 Prozent

Die neuesten Geschäftszahlen zeigen ein außergewöhnlich starkes Wachstum. Im Geschäftsjahr 2026 erzielte HIVE einen Gesamtumsatz von 297,8 Millionen US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 158 Prozent. Der Großteil der Erlöse stammt weiterhin aus dem Bitcoin-Mining, das allein 278,3 Millionen US-Dollar beisteuerte. Weitere 19,5 Millionen US-Dollar kamen aus dem HPC- und KI-Geschäft.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der Mining-Kapazitäten. HIVE steigerte seine installierte Hashrate innerhalb eines Jahres von 6,5 EH/s auf 25,1 EH/s und vervierfachte damit nahezu seine Rechenleistung. Dadurch konnte das Unternehmen insgesamt 2.885 Bitcoin produzieren – ein Anstieg von 104 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig profitierte HIVE von höheren durchschnittlichen Bitcoin-Kursen, die im Geschäftsjahr bei rund 98.000 US-Dollar lagen.

Auch die Profitabilität verbesserte sich deutlich. Die operative Bruttomarge kletterte von 22 auf 36 Prozent. Das bereinigte EBITDA erreichte 72,9 Millionen US-Dollar. Trotz dieser starken operativen Entwicklung wies HIVE nach GAAP einen Nettoverlust von 148,4 Millionen US-Dollar aus. Dieser resultierte allerdings überwiegend aus nicht zahlungswirksamen Abschreibungen und Bewertungseffekten. Zum Bilanzstichtag hielt das Unternehmen lediglich 150 Bitcoin in der Bilanz, was zeigt, dass ein großer Teil der geschürften Coins verkauft wurde, um Wachstum und Expansion zu finanzieren.

KI-Geschäft wird immer wichtiger für die Zukunft

Neben dem Mining rückt vor allem das HPC- und KI-Geschäft zunehmend in den Mittelpunkt. Die Sparte BUZZ HPC erzielte im Geschäftsjahr 2026 einen Rekordumsatz von 19,5 Millionen US-Dollar, was einem Wachstum von 94 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Gleichzeitig erhöhte sich das vertraglich gesicherte jährliche Umsatzvolumen (ARR) auf 35 Millionen US-Dollar.

Das Management sieht hier enormes Potenzial. Erst kürzlich nahm HIVE einen neuen NVIDIA-B200-GPU-Cluster in Betrieb, der zusätzliche jährliche Erlöse von rund 15 Millionen US-Dollar generieren soll. Darüber hinaus plant das Unternehmen in der Region Toronto den Bau einer 320-Megawatt-KI-Gigafactory. Das Projekt soll langfristig mehr als 100.000 GPUs beherbergen und zählt zu den größten privaten KI-Infrastrukturprojekten Kanadas.

Die langfristigen Ziele sind entsprechend ambitioniert. Bis Ende 2028 strebt HIVE wiederkehrende KI-Umsätze von bis zu 660 Millionen US-Dollar pro Jahr an. Während viele Bitcoin-Miner weiterhin nahezu ausschließlich vom Kryptomarkt abhängig sind, versucht HIVE damit ein zweites Wachstumsfeld aufzubauen. Die jüngsten Zahlen zeigen bereits, dass diese Strategie erste Erfolge liefert und die Abhängigkeit vom volatilen Bitcoin-Zyklus schrittweise reduziert werden könnte.

Bitcoin-Miner entdecken KI: Bessere Margen, planbarere Umsätze

Der Fall HIVE ist kein Einzelfall. Immer mehr Bitcoin-Miner positionieren sich nicht mehr nur als reine Mining-Unternehmen, sondern als Betreiber moderner Rechenzentren. Der Grund liegt auf der Hand: Bitcoin-Mining bleibt extrem zyklisch, abhängig vom BTC-Kurs, der Netzwerk-Difficulty und den Stromkosten. KI- und HPC-Geschäfte bieten dagegen häufig langfristige Verträge, planbarere Cashflows und potenziell attraktivere Margen.

Genau diesen Trend sehen wir aktuell bei mehreren Minern.

So schreitet der Wechsel in Richtung KI und High-Performance-Computing inzwischen deutlich schneller voran. Börsennotierte Miner könnten demnach bis Ende 2026 bereits bis zu 70 Prozent ihrer Erlöse mit KI erzielen, nach rund 30 Prozent heute. Gleichzeitig seien die Produktionskosten im Bitcoin-Mining deutlich gestiegen, was den Druck zur Diversifikation erhöht.

Auch IREN zeigt, wie radikal dieser Wandel ausfallen kann. Das Unternehmen schloss zuletzt eine Wandelanleihe über 3 Milliarden US-Dollar ab, um den Ausbau der KI-Infrastruktur zu finanzieren. Zuvor wurden bereits große KI-Deals gemeldet, unter anderem rund um Microsoft, Nvidia-Blackwell-GPUs und zusätzliche Rechenzentrumskapazitäten. Analysten von Bernstein erwarten sogar, dass IREN bis 2030 vollständig aus dem klassischen Bitcoin-Mining aussteigen könnte.

Weitere Beispiele bestätigen den Sektortrend. Riot Platforms meldete einen großen Rechenzentrumsvertrag mit AMD, der als wichtiger Schritt weg vom reinen Mining bewertet wurde. Auch HIVE setzt mit BUZZ HPC zunehmend auf KI-Infrastruktur. Für Bitcoin-Miner sind vorhandene Stromverträge, Flächen, Kühlung und Rechenzentrums-Know-how ein strategischer Vorteil. Wer diese Infrastruktur erfolgreich in KI-Clouds oder HPC-Dienstleistungen umwandelt, könnte künftig weniger vom Bitcoin-Zyklus abhängig sein – und genau das honoriert der Markt zunehmend.

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Christian Becker pro-investor-shield

Christian Becker ist Journalist von Beruf, seit ein paar Jahren ist er aber spezialisiert auf Kryptowährungen und Kursanalysen von Aktien bei Kryptoszene.de tätig. Er hat hauptberuflich bei IsarGold GmbH als Journalist und Analyst gearbeitet und schrieb auch regelmäßig für Kryptoszene.de, indem er Charts von Kryptowährungen und Aktien analysierte. Im März 2020 entschloss er sich weiterhin freiberuflich aber in Vollzeit bei Kryptoszene.de anzufangen und ist bis jetzt als einer der Hauptautoren und Redakteuren hier tätig.

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