Bitcoin

Bitcoin
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Bitcoin ist größte, älteste und bekannteste aller Kryptowährungen. Charakteristisch für eine Kryptowährung ist, dass bei ihr anstelle von Geld digitale Zahlungsmittel verwendet werden. Dies ist auch bei Bitcoin der Fall daher kommt Bitcoin auch ohne zentrale Autorität bzw. Zentralbank aus. Da Bitcoin Transaktionen sehr lange dauern und es mittlerweile einige Kryptowährungen gibt die es schneller und günstiger können (z.B. Litecoin und Dash), sehen viele Bitcoin mittlerweile auch eher als Wertanlage (“Store-of-Value”) anstatt als Zahlungsmittel.

Bitcoin Geschichte
Erstmals aufgetaucht ist der Name Bitcoin am 31. Oktober 2008 in einem „White Paper“. Bitcoin setzt sich aus den Silben Bit und Coin zusammen was schon Rückschlüsse gibt auf die angedachte Verwendung von Bitcoin als digitales Zahlungsmittel. Ins Leben gerufen wurde Bitcoin von Satoshi Nakamoto. Bis heute ist unklar wer sich hinter dem Namen verbirgt und ob es sich um eine einzelne Person handelt oder um eine Gruppe von Leuten. An dem besagten 31. Oktober 2008 veröffentlichte Satoshi Nakamoto einen Aufsatz mit dem Titel: „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“. In diesem stellte er seine Ideen hinter Bitcoin vor. Im Januar 2009 dann veröffentlichte er den Bitcoin Code als Open Source Code der für jeden einsehbar war.

Damit entstand auch das Bitcoin Netzwerk und Satoshi Nakamoto hat dann den ersten Block Bitcoins gemind. Dieser Block ist heute als Genesis Block bekannt. Satoshi Nakamoto erhielt für das minen und finden des Blocks 50 Bitcoin.

Einer der ersten Unterstützer von Bitcoin war der Programmierer Hal Finney. Er hat die Bitcoin Software bereits an dem Tag heruntergeladen an dem sie veröffentlicht wurde. Zwischen ihm und Satoshi Nakamoto fand auch die erste Bitcoin Transaktion statt. Satoshi Nakamoto sendete dabei 10 Bitcoin an Hal Finney. Weitere frühe Unterstützer für Bitcoin waren Wie Dai, der den Bitcoin Vorgänger b-money erfunden hat und Nick Szabo, der Bit Gold kreiert hat einen weiteren Vorgänger von Bitcoin.

Es wird vermutet, dass in den Anfangszeiten Satoshi Nakamoto sehr viele Bitcoins selber gemind hat bevor er sich aus dem Projekt zurückgezogen hat. Analysen gehen davon aus, dass Satoshi Nakamoto zwischen 600.000-700.000 Bitcoins besitzen könnte. Übergeben hat er Bitcoin dann an den Entwickler Gavin Andresen. Dieser wurde damit Lead Developer der Bitcoin Foundation. Die Bitcoin Foundation ist die Institution hinter Bitcoin, die versucht Entwicklungen in und aus der Community zu steuern.

Zu den Anfangszeiten von Bitcoin als es noch keine Handelsplattformen für die Kryptowährung gab wurden Wechselkurse meist in Bitcointalk Foren ausgehandelt. Berühmt geworden ist auch ein Fall, bei dem ein User 10.000 Bitcoin (BTC) für eine Papa John’s Pizza bezahlt hat.

Bitcoin Blockchain

Gefundene Blocks in der Bitcoin Blockchain

Eine der grundlegenden Technologien von Bitcoin ist die Blockchain. Dabei handelt es sich um eine Art öffentliches Archiv in dem alle Bitcoin Transaktionen gelistet werden. Dadurch kommt Bitcoin ganz ohne zentrale Regulierungsinstanz aus. Im Bitcoin Netzwerk gibt es mehrere Nodes diese autorisieren unter anderem Transaktionen. Durch die Kommunikation der Nodes untereinander und der Tatsache, dass die Blockchain auf jedem der Nodes existiert, gilt Bitcoin als besonders sicher. Denn jede Transaktion muss von mehreren Nodes bestätigt werden. Dadurch wird verhindert, dass der gleiche Bitcoin vom gleichen User mehrfach ausgegeben werden kann (double spending). Etwa alle 10 Minuten wird ein neuer Block zur Blockchain hinzugefügt. In diesem Block sind dann meist alle Transaktionen die seit dem letzten Block von Usern getätigt wurden. Die Blockchain ist der einzige Ort, an dem festgehalten wird welche Bitcoins existieren und welche Transaktionen damit stattgefunden haben.

Bitcoin Mining
Miner sind für das Bitcoin Netzwerk überlebensnotwendig. Denn durch das Mining werden neue Blöcke gefunden. Diese sind notwendig um Transaktionen zu bestätigen. Ohne das Mining würde es keine Transaktionsbestätigungen mehr geben und Bitcoin als Zahlungsmittel würde zum Erliegen kommen. Um einen neuen Block zu finden muss ein Miner einen sogenannten Proof-of-Work erledigen. Dabei muss ein Algorithmus entschlüsselt werden. Ist dies geschehen kann einfach vom Netzwerk überprüft werden ob der Block existiert. Als Anreiz für das minen bekommt der Miner Bitcoins.

Alle 2016 Blocks wird der zu erledigende Proof-of-Work Algorithmus schwieriger zu lösen. Das ist derzeit also circa alle 14 Tage der Fall (10 Minuten pro Block). Die Schwierigkeit wird anhand der Netzwerk Performance angepasst. Ziel ist es bei den 10 Minuten je neuen Block zu bleiben.

Da jeder Block einen kryptographischen Schlüssel vom vorherigen Block besitzt ist es so gut wie ausgeschlossen, dass die Blockchain manipuliert werden kann. Da es nicht ausreicht einen einzelnen Block zu manipulieren, sondern es müssen alle Blöcke in der Blockchain manipuliert werden.

Bitcoin Supply
Derzeit bekommt ein Miner für jeden gefunden Block 12,5 Bitcoin. Diese Summe setzt sich zusammen aus den mit dem Block gefunden Bitcoins und den Transaktionsgebühren der Transaktionen die mit dem Block bestätigt werden. Das Bitcoin Protokoll legt auch fest, dass der Anreiz für jeden gefundenen Block alle 210.000 Blocks halbiert wird. Das ist derzeit etwa alle 4 Jahre der Fall.

Insgesamt können so 21 Millionen Bitcoin generiert werden. Das wird allerdings bis zum Jahr 2140 dauern. Nach diesem Zeitpunkt erhalten Miner nur noch die Transaktionsgebühren da keine neuen Bitcoins mehr generiert werden können.

Bitcoin Wallets
Bei den Wallets wird häufig angenommen, dass sie da sind um die Bitcoins aufzubewahren. Diese Definition ist aber nicht ganz richtig denn genaugenommen befinden sich Bitcoins in der öffentlichen Blockchain. In dem Wallet befindet sich nur der Private Key, mit dem der Besitzer Zugang zu seinen Bitcoins in der Blockchain bekommt.

Es lassen sich grundsätzlich zwei Arten von Wallets unterscheiden die Software Wallets und die Hardware Wallets. Wie der Name schon erahnen lässt werden bei den Software Wallets die Private Keys im jeweiligen Programm gespeichert. Bei den Hardware Wallets wird der Private Key auf einen externen Datenträger geschrieben wie etwa einem USB Stick oder eine SD Karte. Hardware Wallets wie der Ledger Nano S sind mit die sicherste Variante seine Bitcoin Guthaben aufzubewahren.

Neben den eigenen Wallets gibt es aber auch noch die sogenannten Online Wallets. Dabei wird der Private Key bei einem Online Provider aufbewahrt bei dem sich der User einloggen kann. Dies führt besonders dann zu Problemen wenn dieser Provider gehacked wird. Der bekannteste Fall bisher ist der Mt. Gox Hack im Jahr 2011.

Satoshi Nakamoto veröffentlichte selbst das erste Software Wallet im Jahre 2009. Der Code dafür war Open Source und sollte als Referenz dienen. Der Nachfolger des damals „Satoshi Client“ genannten Wallets ist unter dem Namen Bitcoin Core bekannt. Darüber hinaus gibt es aber noch viele separate Abwandlungen vom ursprünglichen Wallet.

Eigentum der Bitcoins
Um eine Transaktion auf der Blockchain zu veranlassen muss ein User mit seinem Private Key nachweisen, dass er der Besitzer der Bitcoin ist die er transferieren möchte. Sollte der Private Key verloren gehen hat der User keine Chance jemals wieder an seine Bitcoin zu kommen.

Im Jahr 2013 verlor ein User Beispielsweise 7.500 Bitcoins als er seine Festplatte entsorgt hat auf der sich die Private Keys zu diesen Bitcoins befanden. Somit sind die Bitcoins für immer verloren.

Anonymität im Zahlungsverkehr
Bitcoin ist weniger anonym als viele Leute derzeit glauben. Denn jede Transaktion ist für alle öffentlich einsehbar in der Blockchain gespeichert. Nicht öffentlich sichtbar ist wer sich hinter der Bitcoin Adresse verbirgt. In der Vergangenheit ist es dem FBI und anderen Institutionen aber immer mal wieder gelungen Kriminelle anhand von ihren Bitcoin Adressen zu identifizieren. Denn wenn die Bitcoins über Exchanges gehandelt werden muss der User dort häufig seine Daten hinterlegen. Auch IP-Adressen können Behörden helfen rauszufinden wer sich hinter einer bestimmten Bitcoin Adresse verbirgt.

Um zu verhindern, dass Nutzer einfach rausfinden können wie viel Bitcoins jemand besitzt, wenn sie deren Bitcoin Adresse haben, wird von Exchanges jedes mal eine neue Bitcoin Adresse generiert um Bitcoin an einen anderen User zu verschicken oder zu empfangen.

Führung von Bitcoin

Gavin Andresen

Zu Beginn unterlag Bitcoin der alleinigen Führung von Satoshi Nakamoto. Als er sich von Bitcoin im Jahre 2010 zurückzog übergab er die Führung an Gavin Andresen. Dieser begann dann damit Bitcoin zu dezentralisieren. Damit sollte verhindert werden, dass die Weiterentwicklung von Bitcoin zum Erliegen kommt falls Gavin Andresen etwas zustößt. Mittlerweile wird die Entwicklung hauptsächlich von den Bitcoin Core Developern und den Minern vorangetrieben. Die Entwickler machen Vorschläge zur Weiterentwicklung von Bitcoin (Bitcoin Improvement Proposal) und mit dem Implementieren durch die Miner werden die Vorschläge dann live gestellt. Dabei kommt es hin und wieder zu Komplikationen. Etwa dann, wenn nur ein Teil der Miner die Vorschläge implentieren will. Ist dies der Fall kann es zu einem Hard Fork kommen. Dabei spaltet sich die Bitcoin Blockchain in 2 Chains und eine neue Kryptowährung entsteht. Dies ist beispielsweise im August 2017 geschehen als sich Bitcoin Cash aus der ursprünglichen Bitcoin Blockchain abgespalten hat.

Skalierbarkeit von Bitcoin
Etwa alle 10 Minuten wird ein neuer Block gefunden der zur Blockchain hinzugefügt werden kann. Durch diesen werden dann alle Transaktionen die seit dem letzten Block getätigt wurden bestätigt. Da ein Block aber nur maximal 1MB groß sein kann ist auch die Anzahl der Transaktionen die zur Blockchain hinzugefügt werden können begrenzt. Das bedeutet derzeit sind mit Bitcoin unter 15 Transaktionen in der Sekunde möglich. Es gibt einige Ansätze hier Abhilfe zu schaffen, wie etwa das SegWit Update oder das Lightning Netzwerk. Allerdings ist es noch ein weiter Weg um auf ein ähnliches Level wie ein Kreditkartenanbieter a la Visa oder Mastercard zu. Diese händeln problemlos 50.000 und mehr Transaktionen pro Sekunde.

Lightning Netzwerk
Das Problem der Skalierbarkeit von Bitcoin soll vom Lightning Netzwerk gelöst werden. Die Idee dabei ist, dass nicht mehr alle Transaktionen auf die Blockchain geschrieben werden müssen. Es kann darüber hinaus noch separate Channel geben, auf den Bitcoin Transaktionen durchgeführt werden können. Das macht zum Beispiel Sinn, wenn die gleichen Adressen regelmäßig untereinander Zahlungen durchführen. Oder wenn es Instanzen gibt, die der Sender vertraut und die sehr viele Zahlungen bekommen wie etwa Exchanges.

Erste Tests mit dem Lightning Netzwerk gibt es bereits und es kann auch schon von jedem genutzt und getestet werden. Eine bekannte Anwendung, bei der das Lightning Netzwerk genutzt wird ist Satoshis.Place.

Mit dem Lightning Netzwerk würde Bitcoin fast beliebige skalierbar sein.

Klassifizierung von Bitcoin
Bitcoin wird häufig als Kryptowährung bezeichnet. Ob es sich aber um eine Währung im eigentlichen Sinne handelt wird bis heute diskutiert. Laut Volkswirtschaftlern muss eine Währung 3 Dinge erfüllen. Sie muss die Möglichkeit geben Wert aufzubewahren, sie muss transferierbar sein und sie muss messbar und teilbar sein. Bitcoin wird häufig dafür kritisiert, dass es so volatil ist wodurch es schwierig ist einen Wert aufzubewahren. Im Vergleich zu Gold ist Bitcoin etwa 7 Mal volatiler.

Rechtliche Anerkennung von Bitcoin
Je nach Land hat Bitcoin einen unterschiedlichen legalen Status. Manche Länder haben sich explizit dafür entschieden den Bitcoin Handel zu erlauben während er in anderen explizit verboten ist.

Kritik an Bitcoin
Der größte Kritikpunkt an Bitcoin ist das energieaufwendige Mining. Durch den Proof-of-Work Algorithmus ist es erforderlich, dass Miner ständig arbeiten verrichten, um Transaktionen zu bestätigen und neue Blöcke zu finden.

Aktuell verbraucht das Bitcoin Mining im Jahr genauso viel Energie wie das gesamte Land Österreich. Da viele Miner in China sitzen und noch auf Strom aus alten Kohlekraftwerden zurückgreifen, ist auch der CO2 Ausstoß durch das Bitcoin Mining sehr hoch. Experten gehen davon aus, dass durch Bitcoin Mining im Jahr so viel CO2 ausgestoßen wird wie durch 1 Million Transatlantik Flüge.

Darüber hinaus gibt es auch Kritik an Bitcoin, das Transaktionen sehr lange dauern und aktuell nicht skalierbar sind. Bitcoin schafft es derzeit nur weniger als 15 Transaktionen pro Sekunde durchzuführen. Dies ist deutlich weniger als Beispielsweise Visa oder Mastercard pro Sekunde abwickeln. Zu Spitzenzeiten können bei den Kreditkarten Unternehmen auch mal 50.000 und mehr Transaktionen pro Sekunde abgewickelt werden. Abhilfe soll hier das Bitcoin Lightning Netzwerk schaffen.

Anleitung zum Kaufen oder Verkaufen von Bitcoin
Im Internet gibt es verschiedene Möglichkeiten Bitcoin zu kaufen. Wenn ihr nur Kryptowährungen handeln wollt, dann empfehle ich euch Coinbase (10 US Dollar Startguthaben gratis). Auf der Plattform könnt ihr neben Bitcoin auch Bitcoin Cash, Ethereum und Litecoin handeln. Auf Plattformen wie Plus 500 können mittlerweile auch Bitcoins und andere Kryptowährungen als CFD gekauft* und verkauft werden mit einem Hebel von maximal 1:300. Dort habt ihr dann den Vorteil, dass ihr neben CFDs in Kryptowährungen auch CFDs in Aktien oder sogar Rohstoffe erwerben oder verkaufen könnt. Dabei müsst ihr euch dann auch nicht um ein eigenes Krypto Wallet bemühen. Darüber hinaus könnt ihr auch mit kleinem Kapital eine sehr große Hebelwirkung erzeugen. Es gibt auch potenzielle Bitcoin-Auto-Trading-Betrügereien wie das Bitcoin Profit System, auf das Sie aufpassen müssen.

*Ihr Kapital unterliegt einem Risiko

Bitcoin Kurs

2 Comments

  1. Ich habe leider erst zu spät etwas von Bitcoin gehört und deswegen auch keine Bitcoin vor Februar 2018 gekauft, seit dem ist der Bitcoin auch glücklicherweise nicht gesunken. Beobachte jetzt seit seit einigen Tagen, dass der Bitcoin nun auch wieder etwas steigt. Ich hoffe mal, dass der Bitcoin auch mal wieder bei 15.000 Dollar oder ähnlich steht, das wäre echt der Hammer!

  2. Ich habe leider auch erst zu spät etwas von dem Hype mitbekommen. Ich habe aber auch schon Mitte 2014 von Bitcoin gehört, mich aber auch nicht leider
    weiter darüber informiert, hätte ich das mal lieber getan. Das ganze Thema Krypto ist aber sehr interessant, weswegen ich mich nun auch immer weiter damit beschäftige.
    Ich sehe darin sehr viel potenzial

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