Chainlink gehört 2026 bislang zu den schwächeren großen Altcoins. Seit Jahresbeginn hat LINK rund ein Drittel seines Werts eingebüßt und notiert mit etwa 8,50 US-Dollar weiterhin deutlich unter dem Allzeithoch von mehr als 50 US-Dollar. Zuletzt deutet sich jedoch zumindest eine Stabilisierung an. Innerhalb der vergangenen Woche entwickelte sich LINK zeitweise stärker als der angeschlagene Gesamtmarkt und konnte damit erste relative Stärke zeigen.
Noch reicht dies nicht für eine bestätigte Trendwende, doch fundamental gibt es zunehmend Argumente für die Bullen. Besonders bemerkenswert: Standard Chartered hat Chainlink erstmals offiziell bewertet und sieht langfristig einen LINK-Kurs von 200 US-Dollar. Vom aktuellen Niveau würde dies einem Potenzial von mehr als 20x entsprechen.
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Standard Chartered startet Chainlink-Coverage: LINK soll auf 200 Dollar steigen
Für neue Aufmerksamkeit sorgt eine Analyse von Standard Chartered. Die britische Großbank hat erstmals eine umfassende Coverage für Chainlink veröffentlicht und setzt dabei ausgesprochen ambitionierte Kursziele. Bereits für Ende 2026 erwartet Standard Chartered LINK bei 13 US-Dollar. Anschließend sollen 41 US-Dollar im Jahr 2027, 82 US-Dollar 2028 und 133 US-Dollar 2029 folgen.
Bis Ende 2030 sieht die Bank schließlich einen Kurs von 200 US-Dollar. Bei einem LINK-Preis von derzeit rund 8 bis 9 US-Dollar entspricht dies langfristig ungefähr einer Vervielfachung um den Faktor 20 bis 25.
THE BLOCK: Standard Chartered set a $200 price target on Chainlink's ethereum:0x514910771af9ca656af840dff83e8264ecf986ca for end-2030 in its first coverage of the token, a roughly 25x gain from about $8 today.
The bank argues the tokenization boom will require trusted onchain… pic.twitter.com/7g09flnCVY
— The Block (@TheBlockCo) August 10, 2026
Im Zentrum der bullischen These steht weniger eine kurzfristige Erholung des Kryptomarkts als vielmehr Chainlinks Rolle beim Megatrend Tokenisierung. Standard Chartered erwartet, dass tokenisierte Vermögenswerte bis Ende 2028 auf einen Markt von rund 4 Billionen US-Dollar anwachsen könnten. Damit steigt zugleich der Bedarf an zuverlässigen externen Daten, Interoperabilität zwischen verschiedenen Blockchains sowie Compliance-Infrastruktur. Genau hier sieht die Bank Chainlinks größten Wettbewerbsvorteil.
Chainlink liefert über seine Oracle-Netzwerke beispielsweise Preis-, Markt- und Finanzdaten an Smart Contracts. Gleichzeitig ermöglicht CCIP den Datenaustausch und Transfer von Assets zwischen verschiedenen Netzwerken. Je stärker Banken, Fonds und andere traditionelle Finanzunternehmen tokenisierte Produkte auf Blockchain-Infrastruktur bringen, desto wichtiger könnten solche Schnittstellen werden.
Standard Chartered initiates coverage of Chainlink $LINK, forecasting a price of $200 by end of 2030
The bank sees Chainlink underpinning the tokenization trend, a market set to grow to $4 trillion by 2028 pic.twitter.com/qx1ZK9MvGP
— Zach Rynes | CLG (@ChainLinkGod) August 10, 2026
Allerdings ist das 200-Dollar-Ziel ausdrücklich eine langfristige Prognose und keinesfalls garantiert. Auch Standard Chartered nennt Risiken wie eine langsamer als erwartete institutionelle Tokenisierung, stärkere Konkurrenz oder technische Probleme. Entscheidend bleibt daher, ob Chainlink seine starke infrastrukturelle Position tatsächlich in steigende Nutzung und langfristig höhere Protokolleinnahmen übersetzen kann.
Chainlink-Nutzung wächst weiter – zugleich verschwinden LINK von Börsen
Fundamental bekommt die These der Bank Unterstützung durch die wachsende Nutzung des Netzwerks. Die offizielle Chainlink-Metrik „Transaction Value Enabled“ liegt aktuell bei rund 33,3 Billionen US-Dollar. Gemeint ist damit der kumulierte Wert von Transaktionen, deren Ausführung durch Chainlink-Dienste wie Oracles ermöglicht wurde. Noch im Frühjahr hatte dieser Wert die Marke von rund 30 Billionen US-Dollar überschritten. Die Größenordnung zeigt, dass Chainlink längst nicht mehr nur ein experimentelles Krypto-Projekt ist, sondern Infrastruktur für einen erheblichen Teil der Onchain-Wirtschaft bereitstellt.
Chainlink has now secured $33.43 TRILLION in transaction value.@chainlink's renowned oracles have now enabled $33.43 trillion in total transaction value.
Just four months ago, in April 2026, that figure stood at $30.06 trillion, meaning that…
… $LINK's oracles have… pic.twitter.com/OvLxyW2TMu
— BSCN (@BSCNews) August 11, 2026
Gleichzeitig liefert auch die Onchain-Seite ein interessantes Signal. Daten von Santiment zeigten Anfang August einen Nettoabfluss von rund 1,26 Millionen LINK innerhalb von 24 Stunden von zentralisierten Börsen. Es handelte sich um den größten täglichen Exchange-Outflow seit dem 29. Juni.
🔗 Live Chart: https://t.co/C9AMcQELhL
😎 Chainlink (on Ethereum) has just had 1.26M $LINK in net exchange outflows in 24 hours. That’s the largest daily outflow since June 29th.
👋 Exchange supply is thinning. Fewer LINK tokens on exchanges means fewer coins sitting ready for… pic.twitter.com/uL7THkOc0M
— Santiment Intelligence (@SantimentData) August 4, 2026
Solche Abflüsse sind grundsätzlich interessant, weil Coins, die Börsen verlassen, kurzfristig nicht mehr unmittelbar für Verkaufsorders zur Verfügung stehen. Sinkt der verfügbare Exchange-Bestand nachhaltig, kann dadurch potenzieller Verkaufsdruck reduziert werden. Eine Garantie für steigende Kurse liefert diese Kennzahl jedoch nicht – Token können beispielsweise auch aus anderen Gründen zwischen Wallets verschoben werden.
Dennoch entsteht damit derzeit eine durchaus spannende Konstellation. Während LINK preislich weiterhin tief im langfristigen Abwärtstrend steckt, entwickelt sich das zugrunde liegende Netzwerk weiter. Steigende Transaktionswerte, institutionelle Anwendungen und eine zunehmende Bedeutung von CCIP treffen nun auf erste Anzeichen sinkender Exchange-Liquidität.
Damit könnte Chainlink zu den Altcoins gehören, bei denen sich Fundamentaldaten und Kursentwicklung aktuell besonders stark voneinander entfernt haben.
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